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Schriftzug des Sonntag

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Geht zu Euren Abgeordneten!

Über die finanzielle Not evangelischer Schulen sprach Andreas Roth mit Volker Schmidt, Vorstand der Schulstiftung der sächsischen Landeskirche.

Herr Schmidt, eine neue Untersuchung des sächsischen Kultusministeriums kommt zu dem Schluss, dass freie Schulen mit den staatlichen Zuschüssen halbwegs über die Runden kommen – worüber  jammern sie denn?
Schmidt: Nein, das Klagen ist berechtigt. Schüler in freien Schulen erhalten im Durchschnitt vom Freistaat pro Kopf nur um 50 Prozent der Mittel, die Schüler in öffentlichen Schulen bekommen. Freie Schulen sind für den Staat ein Sparmodell. Dabei sind sie staatlich anerkannte Ersatzschulen, deren Besuch den einer entsprechenden öffentlichen Schule ersetzt.

Sind evangelische Schulen in Sachsen in ihrer Existenz bedroht, wie jetzt schon die Werkschule in Naundorf?
Schmidt: Das kann man nicht pauschal beantworten. Es gibt im ländlichen Raum auch bei evangelischen Schulen Standorte, an denen nicht mehr genügend Kinder da sind und der demografische Wandel gleichsam zuschlägt. In vielen Schulvereinen wird viel über großes ehrenamtliches Engagement der Eltern und hohe Selbstausbeutung der Lehrer geleistet. Das ist auf Dauer nicht zu halten. Bei derzeitiger niedriger Förderung und laufend steigenden Kosten sind einige Schulen an einem Punkt, wo es sich entscheidet, ob es für sie weitergeht.

Was muss anders werden?
Schmidt: Die staatlichen Zuschüsse stimmen mit der Realität der Personal- und Sachkosten an freien Schulen nicht überein und bedürfen einer gründlichen Überarbeitung, sprich Erhöhung. Wir müssen weg von der alten Berechnungsformel für die derzeitigen Zuschüsse und hin zu einer tatsächlichen gerechten und gleichen Behandlung mit staatlichen Schulen.

Warum tut das Sachsens Regierung nicht schon längst? Will sie freie Schulen nicht?
Schmidt: Der Freistaat will über seine Schulnetzplanung die staatlichen Schulen maximal auslasten. Viele Schulen mussten deshalb gerade im ländlichen Raum geschlossen werden. Freie Schulen sollen  diese Schulnetzplanung nicht gefährden. Auch in Zeiten des Lehrermangels können Lehrer aus freien Schulen für das staatliche System gut gebraucht werden.

Was können Eltern tun? Es ist ja bald Landtagswahl…
Schmidt: Wir fordern alle Eltern auf: Geht zu den Bundestags- und  Landtagsabgeordneten eures Wahlkreises und weist sie auf die Probleme freier Schulen hin. Wir müssen miteinander im Gespräch bleiben, aber uns auch mit allen demokratischen Mitteln Gehör für unsere berechtigten Anliegen verschaffen.

 

Grafik: Evangelische und andere freie Mittelschulen in Sachsen bekamen 2009 vom Freistaat 55 Prozent weniger Geld pro Schüler als staatliche Mittelschulen.


 

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