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Lebendiger Frauenkirchenstein

Jost Hasselhorn hat die Inhalte der Dresdner Frauenkirche mitbestimmt – jetzt geht er

Jost Hasselhorn vor dem Nagelkreuz von Coventry in der Dresdner Frauenkirche. Er war 13 Jahre als Referent für die Inhalte der Kirche verantwortlich. Seit 2007 ist er auch im Leitungskreis der Nagelkreuzgemeinschaften. (Foto: T. Gärtner)
Jost Hasselhorn vor dem Nagelkreuz von Coventry in der Dresdner Frauenkirche. Er war 13 Jahre als Referent für die Inhalte der Kirche verantwortlich. Seit 2007 ist er auch im Leitungskreis der Nagelkreuzgemeinschaften.

Von Tomas Gärtner

Die Dresdner Frauenkirche ist für Jost Hasselhorn »ein schönes Gewand«. Worauf es ihm jedoch ankommt, sind die Veranstaltungen, »die Menschen trösten und ermutigen«. 13 Jahre hat er dafür gesorgt, zum Beispiel die Reihe »Literatur in der Frauenkirche« gestaltet. Er hat sich um die Ehrenamtlichen gekümmert, als Mitarbeiter im Pfarrbüro, stets im Hintergrund. Jetzt, wo er geht, wird deutlich: Der 52-Jährige hat inhaltlich wesentliche Akzente gesetzt.

Jost Hasselhorn geht dorthin zurück, von wo er einst ausgezogen ist: nach Hermannsburg, ein Dorf nördlich von Celle in Niedersachsen. Ins Haus seines 90-jährigen Vaters, eines Pfarrers, dessen Betreuung er übernimmt. Damit will er auch ein wenig zurückgeben. »Ich habe so viele Begabungen von meinen Eltern bekommen.« Als fünftes von sechs Kindern hat er Menschen erlebt, die motiviert lernen wollten. Sein Vater leitete die Heimvolkshochschule Hermannsburg.

Theaterprojekte und die Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts sind seine Leidenschaft in Schule und im Germanistik- und Philosophiestudium geworden. Organisieren hat er beim Deutschen Evangelischen Kirchentag gelernt. Dort war er für die Teilnehmer mit Behinderung verantwortlich.

Nach elf Jahren führte ihn der Versuch, sich sesshaft zu machen, über Bautzen nach Dresden. An der Frauenkirche wollte er sich mit der Öffentlichkeitsarbeit nur Geld verdienen für sein zweites Studium der Erwachsenen-Pädagogik. Dann aber brauchte Pfarrer Stephan Fritz einen Referenten. Für den Wiederaufbau, hatte Jost Hasselhorn sofort begriffen, genügte es nicht, Steine zusammenzufügen. »Es brauchte ein geistiges Fundament und geistliches Leben.«

Für seine Literaturabende wählte er bewusst keine Autoren, die gerade »in« waren. »Sondern Texte, die zum Nachdenken anregen.« Auch mal George Sand oder Bertolt Brecht. Weniger die Namen, sondern die Themen waren ihm wichtig. Kirchliche sollten es sein. Das hieß für ihn, Solidarität mit den Schwachen und Verwundeten im Blick zu haben. Zu den Texten suchte er die passende Musik. »Damit bei der Deutung auch das Herz mitarbeitet.« Regelmäßig kommen 50 bis 60 Zuhörer in die Unterkirche. Mittlerweile gibt es ein Stammpublikum. Dass die Idee für die »Kontaktstelle Kirche« von ihm kam, lässt er nur nebenher fallen. Auch, dass er die »Nacht der Kirchen« mit erfunden hat.

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