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Aktuelles

1. September 2008 - GLAUCHAU / ZWICKAU

Diakonie berät Schwangere im Landkreis Zwickau umfassend

Unterstützungen durch Stiftungen und Fonds im letzten Jahr mit 150.000 Euro

Bild: Bauch einer Frau (Foto: Diakonie)

ZWICKAU / GLAUCHAU - "Kann ich mir ein Kind leisten? Verliere ich meinen Job, wenn ich ein Kind bekomme?" Jede Geburt eines Kindes bringe große Veränderungen mit sich. Während in unserer Gesellschaft häufig der "Kostenfaktor Kind" diskutiert wird, "wollen wir den Schwangeren mit Rat und Tat zur Seite stehen", erklärt Carmen Hofmann, Sozialpädagogin in der Schwangerschaftsberatung der Diakonie Stadtmission Zwickau e. V. "Im Einzelfall begleiten wir Frauen auch zu Ämtern und Behörden", ergänzt Hofmann.

In Deutschland gelten Kinder als das Armutsrisiko Nummer eins. "Doch für sozial schwache Frauen gibt es in der Schwangerschaft zahlreiche finanzielle Hilfen", weiß Hofmann. "Und wir zeigen ihnen, woher sie Unterstützung bekommen können und vermitteln Stiftungsleistungen."

Eine Hilfestellung, die von den Schwangeren dankbar angenommen wird. Immerhin beziehen zwei von fünf Ratsuchenden ALG II oder andere Sozialleistungen, sind arbeitslos und leben in Existenzangst. Viele berufstätige Frauen und Familien beziehen ergänzend Leistungen der ARGE, Wohngeld oder Kinderzuschlag. Das heißt: Trotz Beschäftigung sind sie wegen eines geringen Einkommens auf finanzielle Hilfen des Staates angewiesen. So suchen insgesamt neun von zehn Schwangeren die Beratungsstelle wegen finanzieller Sorgen auf.

Umso erfreulicher ist es, dass die diakonischen Beratungsstellen in Zwickau und Glauchau über Stiftungen und Fonds (z. B. Schwangere in Not, Familien in Not, kirchlicher Hilfsfonds) im Jahr 2007 vielen Frauen und Familien mit insgesamt knapp 150.000 Euro unterstützen konnten. Weitere Beratungsschwerpunkte liegen in der Unterstützung bei Behördenkontakten und verschiedenen Anträgen (Elterngeld, Leistungen der ARGE, etc.)

Drei von acht Ratsuchenden sind zum ersten Mal schwanger. Die Frauen wünschen sich vor allem Orientierung im Dschungel der finanziellen und rechtlichen Möglichkeiten. Beispielsweise brachte die Einführung des Elterngeldes für werdende Eltern viele neue Fragen mit sich, die die Beraterinnen detailliert beantworten. Doch nicht immer plagen finanzielle Sorgen - mitunter sind es auch Probleme in Partnerschaft, Beruf oder Familie. Und nicht jedes Kind ist gewollt. "Bei einer Schwangerschaftskonfliktberatung, in der es um die Frage eines möglichen Schwangerschaftsabbruches geht, beraten wir ergebnisoffen und sehen uns als Begleiterin in der Entscheidungsfindung", berichtet Christine Eichhorn, Leiterin der Familienberatungsstelle des Diakoniewerkes Westsachsen in Glauchau.

Die Glauchauer Beratungsstelle suchten im vergangenen Jahr 621 Frauen in insgesamt 1.583 Beratungsgesprächen auf. Dafür standen zwei Vollzeitstellen zur Verfügung, die mit drei Mitarbeiterinnen besetzt sind. In der Schwangerschaftsberatungsstelle der Diakonie Stadtmission Zwickau e. V. führten die zwei Teilzeitmitarbeiterinnen, die sich in die eineinviertel Stelle teilen, mit 353 Frauen insgesamt 806 Beratungsgespräche.

"Alle ratsuchenden Frauen, die unsere niedrige Schwelle übertreten und ein Gespräch wünschen, werden umfassend beraten", betont Carmen Hofmann. "Nach der Konfession fragen wir dabei nicht. Wir sind für alle Menschen da. Das ist unser gesetzlicher Auftrag."(Öffi-DW Zwickau

Stadtmission Zwickau

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