19. September 2008 - DRESDEN
Christen aus Sachsen helfen Menschen in Not in Georgien
Spendenaufruf zur Unterstützung eines Hilfstransports nach Georgien

Roland Stirl gerade fertig mit aufgebauten Rollstuhl
DRESDEN – Die kirchliche Initiative „Menschen in Not“ beteiligt sich an einem LKW-Hilfstransport nach Georgien, der am 18. September von Dresden gestartet ist. Die ehrenamtlich Engagierten aus dem Dresdner Raum und dem Vogtland lassen 20 Rollstühle für Kinder sowie drei Webstühle, die für eine Textilkooperative bestimmt sind, nach Georgien transportieren. Die Initiative ist seit 1995 in Georgien aktiv und arbeitet dort seit 2002 an sozialen Projekten mit. Im Jahre 2004 wurde sie im Rahmen der evangelischen Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ bei einem Schul- und Internatsprojekt für 50 georgische Kinder an der georgisch-tschetschenischen Grenze im Hochkaukasus unterstützt.
Die aktuelle Hilfsaktion wird in einer Zeit durchgeführt, wo das Land gespalten und nach den kriegerischen Ereignissen mit Russland von Versorgungsschwierigkeiten und Flüchtlingsschicksalen geprägt ist. „Dennoch und gerade deswegen wollen wir unsere bereits vorher geplanten Hilfsprojekte durchziehen“, sagt Gudrun Walter aus Dohna, die seit 12 Jahren Menschen mit Behinderung in Georgien hilft und dafür mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Walter berichtet, dass es dringend an der Zeit sei, die „ausgewachsenen“ Rollstühle der Kinder in Georgien zu ersetzen. Die neu dazu gekommenen Kinder würden oft auf dem Rücken der Mütter transportiert. Aufgrund dieser Notlage hatte der Leiter eines Sanitätshauses hier in Sachsen abgelegte Rollstühle wieder neu aufgebaut, so Walter.

Sicherer Sitz auf neuen Stühlen
Des Weiteren werden vorwiegend drei Webstühle für eine Textilkooperative transportiert. In ihr ergeben sich für Frauen, die vielfach in Bergdörfern leben, durch verschiedene Handarbeiten kleine Verdienstmöglichkeiten. „Ursprünglich wollten die Frauen den Ankauf der Webstühle selbst bezahlen. Angesichts der jetzigen wirtschaftlich verzweifelten Situation gibt es niemanden mehr, bei dem sie das Geld borgen könnten“, sagt die hiesige Koordinatorin. Deshalb wolle man 2.250 Euro Transportkostenunterstützung seitens der Initiative übernehmen. Aufgrund der sich ergebenden Gesamtkosten des Hilfsprojekts richtet sich die Initiative an die Öffentlichkeit und bittet um Spenden für die beiden sozialen Projekte in Georgien. Um die Ankunft und den Weitertransport im Auge zu behalten, werden Mitglieder der hiesigen Initiative Ende September nach Georgien reisen.
(Es werden Spenden erbeten für „Menschen in Not“: Ev.-Luth. Kirchgemeinde Waldkirchen-Irfersgrün. Konto: 3 350 000 087. BLZ: 870 580 00, Sparkasse Vogtland. Stichwort: Georgien.)


