12. Dezember 2008 - DRESDEN / LEIPZIG
„Damit ihr Licht leuchte: Erinnern an unsere verstorbenen Kinder“
Erstmalig Andacht zum Gedenktag in Dresdner Kreuzkirche
Immer am 2. Sonntag im Dezember, diesmal am 3. Advent (14. Dezember), jährt sich der Gedenktag für die verstorbenen Kinder - das internationale "Candle Lighting". Derselbe Gedenktag zwar, aber es muss immer neu darauf sensibel reagiert werden. Gedenken in der Leipziger Nikolaikirche (18:00 Uhr) und erstmals in der Dresdner Kreuzkirche.
Hier bietet die Kreuzkirchgemeinde mit Pfarrer Joachim Zirkler am Sonntag, 14. Dezember (3. Advent), um 15:00 Uhr, erstmalig in der neu gestalteten Schützkapelle der Kreuzkirche am Altmarkt eine Andacht an. Ebenfalls bei der Vorbereitung beteiligt ist der Ambulante Kinderhospizdienst Dresden.
Jedes Jahr sterben allein in Deutschland 20 000 Kinder und junge Erwachsene, weltweit sind es um ein Vielfaches mehr. Und überall bleiben trauernde Eltern, Geschwister, Großeltern und Freunde zurück. Täglich wird in den einzelnen Familien dieser Kinder gedacht. Doch einmal im Jahr wollen weltweit Betroffene nicht nur ihrer eigenen Töchter, Söhne, Schwestern, Brüder, Enkel und Enkelinnen gedenken.(Öff-DD)
Gedenkstunde in der Leipziger Nikolaikirche (14. Dezember, 18:00 Uhr)

Zum Hintergrund ein Beitrag von Beate Bahnert im Auftrag des Initiativkreises „Gedenktag für alle verstorbenen Kinder“ in Leipzig und des Bundesverbandes Verwaiste Eltern in Deutschland e.V.:
LEIPZIG - Der Schmerz um ein verstorbenes Kind ist überall auf der Welt gleich, und er tritt immer wieder neu auf. Seit einigen Jahren wird jeweils am 2. Sonntag im Dezember weltweit aller verstorbenen Kinder gedacht. Diesen besonderen Gedenktag regte eine Initiative aus den USA an, die „Compassionate Friends“ - die „mitfühlenden Freunde“. Wenn jede Familie an diesem Tag um 19:00 Uhr ein Licht für ihr Kind, um das sie trauert, ins Fenster stellt, so wandert dann ein Band von Lichtern durch die verschiedenen Zeitzonen um die Erde.
Dieser Gedanke hat auch in Europa großen Anklang gefunden. Inzwischen werden in vielen Orten der Bundesrepublik an diesem Tag Gedenkstunden angeboten, oder betroffene Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde finden sich zusammen, um sich gemeinsam zu erinnern. Alle Feiern stehen unter demselben Vorzeichen, der Trauer um ein Kind, doch sie können ganz unterschiedlichen Charakter haben. Manchmal bieten Kirchen den Raum dafür, aber angesprochen können sich alle fühlen, unabhängig von Religions- oder Konfessionszugehörigkeit.
Die Gedenkstunden müssen sorgfältig vorbereitet werden. Meist ist es neben selbst Betroffenen ein Team von geschulten sensiblen Menschen, das sich darum kümmert. Denn der weltweit vorgegebene Termin liegt in einer emotional besonders stark belasteten und geforderten Zeit. Nur wer Ähnliches selbst erlebt hat, kann den Eltern nachfühlen, was es bedeutet, im Weihnachtstrubel mit allen Sinnen an die vergangenen Weihnachtsfeste mit den eigenen Kindern erinnert zu werden, und welche Gefühle sich angesichts ungezählter Lichter und Kerzenflammen Bahn schaffen wollen.
In der Nikolaikirche im Leipziger Stadtzentrum hatten sich in den vergangenen Jahren jeweils mehr als vierhundert Menschen zum Gedenktag versammelt, um gemeinsam Schmerz auszuhalten und im Miteinander Kraft zu finden. Einige von ihnen treffen sich regelmäßig in Eltern-Selbsthilfegruppen. Auch in diesem Jahr wurde die Gedenkfeier in bewährter Weise langfristig und sorgsam vom Leipziger Initiativkreis „Gedenktag für alle verstorbenen Kinder“ vorbereitet. Ihm gehören u. a. betroffene Eltern, Seelsorger, Mitarbeiter des Leipziger Hospizvereins e. V., der Klinikseelsorge, des Bundesverbandes Verwaiste Eltern in Deutschland e. V. und der Evangelischen Lebensberatungsstelle des Diakonischen Werkes Innere Mission Leipzig e. V. an.
Die diesjährige Gedenkstunde in der Leipziger Nikolaikirche am Sonntag, dem 14. Dezember, beginnt wieder um 18:00 Uhr. Sie ist offen für alle Menschen, die selbst trauern oder sich den Trauernden verbunden fühlen, unabhängig von Alter, Kirchenzugehörigkeit oder Glaubensrichtung. Musik und Meditation sind die tragenden Elemente der Feier, zu der auch einige Betroffene selbst zu Wort kommen werden. Neben der Klage um den Verlust wird auch der Dankbarkeit für das mit den Kindern gemeinsam Erlebte Raum gegeben. Zum Schluss werden Kerzen für die Kinder angezündet, dazu werden Teelichter ausgegeben. Erfahrene Trauerbegleiter sind anschließend auch zum Gespräch bereit.
Weitere Orte, wo an diesem Tag Gedenkfeiern durchgeführt werden, sind in den Kirchgemeinden zu erfragen oder stehen im Internet unter www.muschel.net (Worldwide Candle Lighting 2008).


