Navigation überspringen

Aktuelles

31. Januar 2009

„13. Februar 2009: wahrhaftig erinnern – versöhnt leben“

Aktion „Weiße Rose“ als ein Zeichen für ein wahrhaftiges Erinnern

Bild: Logo Weiße Rose

DRESDEN - Dresdner Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter aus Kirche, Kultur, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft rufen gemeinsamen zum Gedenken der Zerstörung Dresdens vor 64 Jahren auf. Dr. Hans-Jochen Vogel hält bei der Gedenkveranstaltung „13. Februar 2009: wahrhaftig erinnern – versöhnt leben“ am 13. Februar 2009, 19:00 Uhr, vor der Frauenkirche die Gedenkrede.

„Die wieder aufgebaute Frauenkirche steht sowohl als ein Symbol für die Schrecken des Krieges als auch für ihre Überwindung. Im Herzen der Stadt mahnt sie 'wahrhaftig zu erinnern' und 'versöhnt zu leben'“, so Jochen Bohl, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Frauenkirche Dresden. „An die Tradition anknüpfend, vor der Frauenkirche an die Zerstörung der Stadt zu erinnern und für Frieden zu mahnen, gedenken wir am 13. Februar gemeinsam mit den Dresdnerinnen und Dresdnern“, erklärt Helma Orosz, Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Dresdens.

Dr. Hans-Jochen Vogel, Bundesminister a. D. und Ehrenkurator der Stiftung Frauenkirche Dresden, hält 2009 die Dresdner Gedenkrede vor der Frauenkirche. Der Kammerchor der Frauenkirche unter der Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert ist unter anderem mit Rudolf Mauersberger „Wie liegt die Stadt so wüst“ zu hören.

Bild: Bildcollage Kerzenweg zur Frauenkirche

Über eine Lichtinstallation wird das Bild einer brennenden Kerze auf die Außenfassade der Frauenkirche projiziert und das Turmkreuz angestrahlt. Schon in den 1980er Jahren stellten Menschen an der damaligen Ruine der Kirche Kerzen ab. Wie schon in den letzten Jahren bietet die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e.V. am 13. Februar bereits ab 15:00 Uhr die Möglichkeit für ein stilles Gedenken auf dem Neumarkt Kerzen anzuzünden und abzustellen. Ab 22:00 Uhr öffnet die Frauenkirche ihre Türen für eine „Nacht der Stille“.

Das Gedenken wird von der Stiftung Frauenkirche Dresden und der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. veranstaltet und von der Landeshauptstadt Dresden unterstützt.
Die Stiftung „Aktion Toleranz“ des Dresdner Druck- und Verlagshauses, die Stiftung Frauenkirche Dresden sowie die Landeshauptstadt Dresden rufen mit der „Weißen Rose“ auf, zum Zeichen des Gedenkens am 13. und 14. Februar eine weiße Ansteckrose zu tragen. Auch in diesem Jahr soll mit dieser Aktion allen Dresdnern die Gelegenheit gegeben werden, ihrem stillen Gedenken einen sichtbaren Ausdruck zu verleihen. Gleichzeitig setzt die Aktion „Weiße Rose“ ein Zeichen für ein wahrhaftiges Erinnern und gegen jede Form der ideologischen Vereinnahmung und Verfälschung des Gedenkens an den 13. Februar 1945.

Rund 10 000 von Kunstblume Sebnitz gefertigte weiße Rosen sind für 1,25 € pro Stück im Besucherzentrum Frauenkirche (im Kulturpalast), beim Besucherdienst & Ticketservice der Stiftung Frauenkirche Dresden (Georg-Treu-Platz 3), in den Dresdner Treffpunkten der Sächsischen Zeitung (Karstadt, Altmarkt-Galerie, Elbepark, Seidnitz-Center, Haus der Presse, Sparkassenhaus am Güntzplatz), in der Kontaktstelle Kirche „K-Punkt“ (An der Kreuzkirche 6) sowie im Mobilitätszentrum der Dresdner Verkehrsbetriebe (Wilsdruffer Straße 24) erhältlich.

„13. Februar 2009: wahrhaftig erinnern – versöhnt leben“

Aufruf zum gemeinsamen Gedenken

Am 13. Februar 2009 gedenken Menschen in aller Welt der Zerstörung Dresdens vor 64 Jahren. Wir rufen die Bürgerinnen und Bürger auf, an diesem Tag um 19 Uhr zum gemeinsamen Gedenken „13. Februar 2009: wahrhaftig erinnern – versöhnt leben“ an die Frauenkirche zu kommen.

„Wahrhaftig erinnern“ bedeutet, die Bombardierung Dresdens als Folge der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu sehen. 1938 brannte die Synagoge auf dem Dresdner Hasenberg. Ein Jahr später begann Deutschland einen Krieg, der nie gekanntes Leid über die Völker Europas brachte. „Wahrhaftig erinnern“ meint, sich gegen jede Form der ideologischen Vereinnahmung und Verfälschung des Gedenkens zu wenden.

„Versöhnt leben“ heißt, in den Schrecken der Vergangenheit eine Verpflichtung zu sehen und in der Gegenwart und Zukunft für Frieden und die Geltung der Menschenrechte einzutreten. Die Versöhnung zwischen ehemaligen Gegnern prägte die Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Dresdner Frauenkirche ist dafür ein weltweit beachtetes Symbol. Sie zeigt, dass Hass und Gewalt überwunden werden können.

Am Abend des 13. Februar 1982 entzündeten junge Menschen an der Ruine der Frauenkirche Kerzen, um an die Zerstörung der Stadt zu erinnern und für Frieden zu mahnen. An diese Tradition anknüpfend, gedenken wir der Menschen, die am 13. und 14. Februar 1945 bei der Bombardierung Dresdens ihr Leben verloren und würdigen die Überlebenden, die oft das Leid und den Schmerz bis heute in sich tragen.

Dr. Hans-Jochen Vogel, Bundesminister a. D. und Ehrenkurator der Stiftung Frauenkirche Dresden, hält die Gedenkrede. Der Kammerchor der Frauenkirche unter der Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert ist unter anderem mit Rudolf Mauersberger „Wie liegt die Stadt so wüst“ zu hören.
Das Gedenken wird von der Stiftung Frauenkirche Dresden und der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. veranstaltet und von der Landeshauptstadt Dresden unterstützt.

Wir rufen die Bürgerinnen und Bürger Dresdens auf, wahrhaftig auf die Vergangenheit und im Geist der Versöhnung in die Zukunft zu blicken.
Heinz-Joachim Aris, Vorsitzender des Landesverbandes Sachsens der Jüdischen Gemeinden
Jochen Bohl, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens
Dr. E. h. Eberhard Burger, Ehrenbürger der Stadt Dresden
Claus Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden
Bodo Finger, Präsident der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft
Prof. Ludwig Güttler, Vorsitzender der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V.
Christine Hoppe, Schauspielerin
Prof. Hermann Kokenge, Rektor der Technischen Universität Dresden
Hanjo Lucassen, Vorsitzender des DGB, Bezirk Sachsen
Dr. Peter Meis, Superintendent des Kirchenbezirks Dresden Mitte
Helma Orosz, Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Dresden
Joachim Reinelt, Bischof Bistum Dresden Meißen
Klemens Ullmann, Dekan des Dekanates Dresden
Jan Vogler, Solocellist
Bernhard Walter, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Frauenkirche Dresden
Prof. Elisabeth Wilke, Kammersängerin
Prof. Udo Zimmermann, Präsident der Sächsischen Akademie der Künste

Kirchliche Veranstaltungen am 13. Februar sowie vor und danach

13. Februar - 15:00 Uhr: Feierhalle des Johannisfriedhofes, Wehlener Str. 13

Gedenkveranstaltung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und der Evangelisch-Lutherischen Kirche
Superintendent Dr. Peter Meis wird sprechen. Es gibt eine Lesung von Schülerinnen und Schülern. Nach einer Kranzniederlegung an der Ruhestätte der Bombenopfer und der Totenehrung wird unter dem Motto „Gravuren des Krieges“ das 64. Mahndepot versenkt. Darin befinden sich Erklärungen zum Johannisfriedhof in Bezug zur Geschichte Dresdens im Zweiten Weltkrieg und eine aktuelle Fotografie.

Dresden 1945 Gravuren

13. Februar - 8:00 Uhr: Kathedrale, Schlossplatz – Gedenkgottesdienst

Der Gottesdienst beginnt in der Gedächtniskapelle der Kathedrale, die den Opfern der 13. Februars 1945 und aller ungerechten Gewalt geweiht ist. Vor dem Bild der Pieta, die der Dresdener Bildhauer Friedrich Press 1976 als Mahnmal geschaffen hat, wird das Versöhnungsgebet von Coventry gesprochen. Danach zieht die Gemeinde in das Hauptschiff der Kathedrale. Einen besonderen Akzent setzt der Friedensgruß: Dann werden weiße Rosen als Zeichen der Bereitschaft zu Frieden und Versöhnung ausgeteilt.

13. Februar - 19:00 Uhr: Bühne vor der Frauenkirche, Neumarkt

Wahrhaftig erinnern – versöhnt leben
Gedenkrede aus Dresden
Es spricht Dr. Hans-Jochen Vogel, ehemaliger Münchner Oberbürgermeister und Bundesminister a.D..
Musikalisch umrahmt die Gedenkrede der Chor der Frauenkirche Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert u. a. mit Rudolf Mauersbergers „Wie liegt die Stadt so wüst“. Eine überdimensionierte brennende Kerze wird auf die Frauenkirche projiziert.

13. Februar - 19:00 Uhr: Trinitatiskirchruine, Trinitatisplatz

Andacht zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens mit Pfarrer Bernd Scheifler
Bitte Kerzen mitbringen!

13. Februar - 20:00 Uhr: Keller der Trinitatiskirchruine, Trinitatisplatz

Konzert mit Studierenden der Hochschule für Musik
Veranstalter: Aktives Leben e.V.
Eintritt frei.

13. Februar - 20:30 Uhr: Kathedrale, Schlossplatz

Ökumenischer Gottesdienst Der anglikanische Pfarrer und ehemalige Leiter des Versöhnungszentrums der Kathedrale von Coventry, Paul Oestreicher, wird predigen. Bischof Dr. Christopher Cocksworth spricht ein Gebet.

13. Februar - 22:00 Uhr Frauenkirche, Neumarkt

Nacht der Stille – Wachen und Beten für den Frieden
In Zusammenarbeit mit Ev.-Luth. Stadtjugendpfarramt

Vor und nach dem 13. Februar:

Bereits am Sonnabend, 7. Februar, beginnt um 17:00 Uhr in der Kreuzkirche am Altmarkt ein Gedenkkonzert zur Erinnerung an den 13. Februar 1945. Aufgeführt wird Rudolf Mauersbergers "Wie liegt die Stadt so wüst" und Wilfried Krätzschmars Werk, "Doch es wird nicht dunkel werden" für Chor und Schlagwerk. Letzteres ist eine Uraufführung. Ausführende sind das Percissimo Schlagzeug-Ensemble der Hochschule für Musik Weimar (Einstudierung: Alexander Peter) und der Dresdner Kreuzchor unter Leitung von Kreuzkantor Roderich Kreile.

Am Donnerstag, 12. Februar, 20:00 Uhr, heißt es im Rahmen der Reihe "Literatur in der Frauenkirche" in der Unterkirche der Frauenkirche "Der Engel dieser Stadt hielt die Hände über Blut und Asche". Matthias Neutzner und Jost Hasselhorn gestalten ein literarisch-musikalisches Programm zum Jahrestag "13. Februar 1945".
 
Am Sonnabend, 14. Februar, beginnt um 10:00 Uhr eine Schabbatfeier in der Synagoge am Hasenberg. Um 10.30 Uhr finden in der Frauenkirche, in der Kathedrale und in der Kreuzkirche Friedensgebete statt. Die Besucher der Friedensgebete gehen dann zum Altmarkt. Um 11.45 Uhr übergibt Dresdens Oberbürgermeistern Helma Orosz im Rahmen eines kurzen Gedenkakts das alte Pflaster und eine Gedenkinschrift zu den Verbrennungen im Februar 1945.

Am Sonnabend, 14. Februar, erklingt um 19:30 Uhr in der St. Jakobuskirche Pesterwitz ein Requiem. Weiterhin a-cappella-Werke der Frührenaissance, u.a. von Josquin Desprez, Johannes Ockeghem, Alexander Agricola und Pierre de la Rue. "flamboyant" ist ein Doppelquartett junger Männer, die sich auf die Vokalpolyphonie des 13. bis 16. Jhs. spezialisiert haben.

Am Sonntag, 15. Februar, beginnt um 10:00 Uhr in der Schifferkirche „Maria am Wasser“ Dresden-Hosterwitz, Kirchgasse 6, ein Gedenkgottesdienst.

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps