Navigation überspringen

Aktuelles

21. August 2009

Andacht und Grüße aus Anlass des 70. Geburtstages von Landesbischof i.R. Volker Kreß

Kreß war in aller Verhaltenheit das Gewissen für die Menschen im Osten

DRESDEN – In der Dresdner Dreikönigskirche hatte am 21. August eine Andacht aus Anlass des zurückliegenden 70. Geburtstags von Landesbischof i.R. Volker Kreß stattgefunden, an der auch der sächsische Landtagspräsident Erich Iltgen und der Staatsminister für Justiz, Geert Mackenroth, teilnahmen. In seiner Begrüßung wies Landesbischof Jochen Bohl darauf hin, dass Kreß in seinem Bischofsamt in „bewegter Zeit“ immer mit der notwendigen Klarheit auf die geistliche Dimension bezogen hätte. Es sei in jener Zeit der Veränderungen und Anpassungen vieles „fraglich und umstritten“ gewesen. Kreß war als Vorgänger von Bohl von 1994 bis 2004 Landesbischof.


Prof. Lux, Präsident Hofmann, Frau Kreß, Landesbischof i.R. Kreß, Landesbischof Bohl

Einige Mitglieder des Kreuzchores unter Leitung von Kreuzkantor Roderich Kreile gestalteten diese Andacht musikalisch mit und sangen Motetten von Max Bruch und Charles Villiers Standford, bevor beim anschließenden Empfang der Festvortrag des Leipziger Professors Rüdiger Lux im Mittelpunkt stand. Zuvor begrüßte Synodalpräsident Otto Guse die Gäste im Festsaal und wies auf die Bedeutung des Hauses (Dreikönigskirche) und die gemeinsamen Stationen hin. Guse erinnerte auch an die Bischofswahl von Kreß durch die Landessynode im Haus der Kirche sowie an dessen Verabschiedung. In diesem Hause schlössen sich Kreise, sagte Guse.

Bild: Professor Lux gratuliert Kreß
Volker Kreß und Rüdiger Lux

Professor Lux sprach in seinem Vortrag unter dem Titel „Man lobt dich in der Stille…“ Ps. 65,2 über Gott und das Schweigen in den Psalmen. Die Hinführung zu diesem Thema war wohl nicht ganz zufällig gewählt, da der Alttestamentler auf die Wesensart von Kreß einging und annahm, dass er seine Kraft aus der Stille schöpfte. Immerhin konkurrierte Kreß nicht mit den lautesten Stimmen. Lux ging in seinem Vortrag der Frage nach, ob es in den Psalmen neben Klage und Lobpreis noch etwas anderes gebe. Er bezeichnete das Schweigen als einen „Nebenton“ und suchte nach dem Ort des Schweigens und der Stille.

Bild: Justizminister Mackenroth hält Grußwort
Geert Mackenroth

In der Hinführung erläuterte er die Entwicklung der Glaubensäußerung des Volkes Israel zuerst in einer lärmenden Konkurrenz zu anderen Gottheiten, und dann aber im Metamorphosen eines „Gottes, der aus der Stille heraus agiert“. Natürlich ließ der Professor in den ausführlichen Erläuterungen keine Seitenbezüge zur heutigen Zeit aus, wo dem Lärmen und gegenseitige Übertönen kaum zu entrinnen sei. Wie verhielte sich da Kirche? Lux fragte nach verlorenen Orten der Stille beispielsweise in Gottesdiensten. Durch die bewusste Erlebnisorientierung und die Eventkultur würden solche Plätze im Übertönen untergehen.
Der Empfang wurde musikalisch durch ein Streicherensemble von Freunden und Weggefährten begleitet, um dem Cellisten Kreß eine überraschende Freude zu bereiten.

Bild: Präsident Hofmann gratuliert Volker Kreß
Hans-Dieter Hofmann und Volker Kreß

Staatsminister Mackenroth überbrachte herzliche Grüße des Ministerpräsidenten und der Staatsregierung und hob die Leistungen des Altbischofs hervor. Sein Engagement für Kirche und Menschen in Sachsen verdiene hohen Respekt, so Mackenroth. Er erinnerte an dessen aktive Begleitung des Wiederaufbauwerks der Dresdner Frauenkirche.
Die frühere sächsische Synodalpräsidentin Gudrun Lindner überbrachte als Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Grüße vom Rat der EKD. Auch für sie sei der Wiederaufbau der Frauenkirche ein „sichtbarer Ausdruck seiner Amtszeit“. Auf EKD-Ebene als stellvertretender Ratsvorsitzender sei er in aller „Verhaltenheit“ und „Zuversicht“ das „Gewissen für die Menschen im Osten“ gewesen. Der Präsident des Landeskirchenamtes, Hans-Dieter Hofmann, stellte den Inhalt einer hölzernen Geschenkebox für den Musikliebhaber mit CDs vor. Die bestehende und umfangreiche Sammlung von Kreß sollte mit seltenen und z.T. unveröffentlichten Aufnahmen Ergänzung erfahren. So waren von Stationen seiner Dienstzeit in Stollberg/Erz., Jugendpfarramt, Bautzen bis Dresden mit Kreuz- und Frauenkirche Klangbeispiele von Orgel, Band, Orchester und Gesang mit dabei.

Zum 70. Geburtstag

Bild: Streicher-Ensemble

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps