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Aktuelles

28. August 2009

Kirchen gedenken des Kriegsbeginns vor 70 Jahren

Im gemeinsamen Gebet um Frieden und Versöhnung

Bild: Gedenkweg in Dresden

DRESDEN – Mit ökumenischen Friedensandachten, Gottesdiensten und Gedenkwegen erinnern die christlichen Kirchen in Sachsen am 1. September an den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren. Zu entsprechenden Veranstaltungen, die dem Friedengedanken dienen, riefen die christlichen Kirchen im Vorfeld die Gemeinden auf. Im Jahr des Gedenkens an die friedliche Revolution vor zwanzig Jahren soll das gemeinsame Gebet um Frieden und Versöhnung am 1. September eine markante Station sein.

In Dresden laden anlässlich des 70. Jahrestages dieses historischen Datums die Dresdner Nagelkreuzzentren Diakonissenanstalt, Kreuzkirche, Frauenkirche und die Schifferkirche "Maria am Wasser" am am 1. September zu einer gemeinsamen Veranstaltung ein. „Erinnern – Versöhnen – Begegnen“: Unter diesem Thema wird der ökumenische Gedenkweg stehen, der von Polen und Deutschen zusammen beschritten wird. Zuvor findet um 12:00 Uhr in der Dresdner Frauenkirche eine Andacht mit Landesbischof Jochen Bohl, Bischof Joachim Reinelt und Pfarrer Holger Treutmann statt.
 
Der Auftakt für den Gedenkweg um 16:30 Uhr in der katholischen Kathedrale Ss. Trinitatis (in polnischer Sprache) und in der evangelischen Dreikönigskirche (in deutscher Sprache) erinnert an den Anlass des Tages. Gegen 17:15 Uhr werden sich die beiden Gruppen auf der Augustusbrücke begegnen und die Versöhnungsliturgie von Coventry in polnischer und deutscher Sprache beten. Um 18:00 Uhr findet ein Ökumenischer Gottesdienst in der Frauenkirche statt, der unter anderem vom Synagogalchor aus Wroclaw gestaltet wird. Auch dieser Gottesdienst wird zweisprachig sein.
Anschließend wird es auf dem Neumarkt bis zum Abend ein deutsch-polnisches Begegnungsfest mit verschiedenen Programmpunkten geben. Den Abschluss des Tages bildet ein literarisch-musikalisches Programm in der Unterkirche der Frauenkirche um 21:00 Uhr. Gelesen werden Auszüge aus Briefen polnischer Soldaten sowie Texte von Janusz Korczak, Edith Stein und anderen.

Bereits einen Tag zuvor (31. August) wird um 20:00 Uhr im „Metropolis“ der Film „Morgen gehen wir ins Kino“ (Polen 2007, OmU und deutscher Übersetzung) gezeigt.
Das Nagelkreuz von Coventry ist ein Versöhnungssymbol der englischen Stadt Coventry. Unter dem Zeichen dieses besonderen Kreuzes sammeln sich weltweit über 160 Gemeinschaften. Die Schirmherrschaft für den Deutsch-polnischen Gedenkweg haben Landesbischof Jochen Bohl, Bischof Joachim Reinelt und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Sachsen Superintendent Friedbert Fröhlich übernommen.
 
Auch in anderen Kirchen der Stadt kommen wie in der Schlosskirche Dresden-Lockwitz (12:00 Uhr), zuvor im benachbarten Röhrsdorf (8:30 Uhr), und in der Alten Kirche Dresden-Klotzsche (19:00 Uhr) Christen zu Friedensgebeten zusammen.
In Chemnitz werden am Morgen des 1. September um 5:45 Uhr in den Gemeinden des Kirchenbezirks die Kirchenglocken läuten. Sie sollen die Menschen im Gedenken an damaliges und gegenwärtiges Kriegsgeschehen in Gotteshäusern und überall da, wo das Geläut gehört wird, zum Gebet für den Frieden aufrufen. Zu einer zentralen Friedensandacht wird an diesem Tag um 12:00 Uhr in die Stadt- und Marktkirche St. Jakobi eingeladen.

In Leipzig hat der dortige Stadtökumenekreis das Läuten der Gebetsglocken in den Gemeinden am 1. September um 5.45 h angeregt sowie für das persönliche Gedenken das Versöhnungsgebet von Coventry verteilen lassen. Am Nachmittag um 17:00 Uhr lädt er zu einem Ökumenischen Friedensgebet in die Nikolaikirche ein, das von Superintendent Martin Henker, Superintendent i. R. Friedrich Magirius,  Pfarrer Roman Pracki aus Krakau, Propst Lothar Vierhock, Reverend Martin Reakes-Williams (Leipzig Englisch Church), Schüler des Bischöflichen Maria-Montessori-Schulzentrums Leipzig und Nikolaikantor Jürgen Wolf gestaltet wird. Schüler des Evangelischen Schulzentrums werden Tagebuchtexte und andere Aufzeichnungen von damaligen Zeitzeugen vortragen.

Auch an vielen anderen Orten, in Kleinstädten und Landgemeinden wird des 70. Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkrieges gedacht. Am Morgen wird beispielsweise in der Grimmaer Elisabethkapelle ein Friedensgebet um 8:15 h stattfinden. Um 12:00 Uhr laden Christen in Plauen in die Johanniskirche, in Frohburg bei Borna in die St. Michaeliskirche sowie die Stadtmission Zwickau in den Andachtsraum des Marthaheimes zu einem Mittagsgebet für den Frieden ein. In die Peter-Pauls-Kirche in Sebnitz ist um 18:00 Uhr ein Friedensgebet.

Im Foyer des Rathauses im vogtländischen Plauen wird um 17:00 Uhr eine Ausstellung zur Friedensbewegung in der DDR unter dem Motto „Schwerter zu Pflugscharen“ mit Oberlandeskirchenrat i.R. Harald Bretschneider eröffnet.
„Gegen das Vergessen – Erinnerungen leben“ heißt eine Ausstellung in der Stadtkirche von Oederan über ehemalige jüdische Zwangsarbeiterinnen, die an diesem Tag im Rahmen einer Begegnungs- und Projektwoche um 14:00 Uhr eröffnet wird. Am 10. September werden Holocaustopfer als Zeitzeugen im Pfarrsaal der Gemeinde zu Gast sein.

Im ostsächsischen Bautzen und in Löbau wird zu abendlichen Andachten und Vorträgen eingeladen. Ein Friedensgebet beginnt im St. Petri-Dom um 18:00 Uhr mit anschließendem Vortrag des Kirchenhistorikers Dr. Gerhard Lindemann zum Thema “Evangelische Kirche und Versöhnung zwischen Deutschen und Polen nach 1945“.
In der Löbauer Nikolaikirche beginnt das Friedensgebet um 19:00 Uhr und danach referiert im Diakonatssaal Benjamin Krohn, Dresden, über die Entwicklung des kirchlichen Lebens in Löbau in der NS-Zeit. Im Rahmen seiner Forschungsarbeit zu sächsischen Kirchgemeinden im Nationalsozialismus hatte er auch im Löbauer Gemeindearchiv recherchiert.
In Annaberg-Buchholz findet in der Bergkirche (19:30 Uhr) ein Ökumenischer Bibelabend unter dem Titel „Glauben im Angesicht des Todes“ statt.

Die Kirchgemeinde Colditz-Lastau und das „Colditzer Bündnis vielfältig, demokratisch, weltoffen“ laden am 1. September im Rahmen der Friedensgebete zu einem Konzert in die Stadtkirche St. Egidien ein. Das Konzert ZWEI & FREI mit den bekannten Musikern und Klangkünstlern Günther Baby Sommer und Warnfried Altmann im Duo für Saxofon und Schlagwerk beginnt um 19:30 Uhr. Das Konzert findet im Rahmen des Aktionsjahres der Landeskirche „Nächstenliebe verlangt Klarheit. Kirche in Sachsen für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ statt.

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