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Aktuelles

11. September 2009

Christliche Freizeitheime weiter auf Qualitätskurs

Mitgliederzahl Christlicher Freizeitheime in letzten drei Jahren verdreifacht

Bild: Gruppe von Vertretern der Freizeitheime nach der Zertifizierung

DRESDEN - Qualität ist ein schlagkräftiges Argument, das einen Gast überzeugt. Sowohl im Ambiente als auch in der Servicequalität gilt es, ständig am Ball zu bleiben. Denn gute Qualität von heute kann morgen schon Mittelmaß sein. Neun christliche Freizeitheime in Sachsen haben sich nun die Kundenbrille aufgesetzt, ihre Qualität gegenüber Gästen und Kunden genau hinterfragt. Um Servicelücken aufzudecken und den eigenen Service zu verbessern, nahmen sie an der Initiative ServiceQualität Deutschland in Sachsen teil. Mit Erfolg.

Bild: Geschäftsführer Alfred Debus bei der Begrüßung
Landesgeschäftsführer Alfred Debus

Dafür wurden sie am 11. September mit dem Qualitätssiegel ServiceQualität Deutschland, Stufe I, ausgezeichnet. Die Ehrung nahm in Dresden Manfred Böhme, Direktor des Landestourismusverbandes Sachsen e.V. (LTV), in der Evangelischen Jugendbildungsstätte Bad Weißer Hirsch vor.

Alfred Debus, Landesgeschäftsführer des Landesjugendpfarramtes, begrüßte diese Initiative der Freizeitheime, die in einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen sind. Die Bibel sei voll mit Geschichten, wo Menschen in Bewegung gewesen seien, sagte er zur Begrüßung und las für den den Tag aus dem Herrnhuter Losungsbuch Losung und Lehrtext vor. Der Vers aus dem Lukasevangelium „Wer im Geringsten treu ist, der ist es auch im Großen“, sei für ihn Ausdruck von „biblischer Servicequalität“. Wer im Gastgewerbe im Kleinen aufmerksam und hilfsbereit sei, werde auch im Großen eine gute Arbeit machen, so Debus.

Bild: Oberlandeskirchenrat Kersten beim Vortrag
OLKR Reinhard Kersten

„Rüstzeitenheime waren ein zentraler Bestandteil kirchlicher Arbeit in der DDR“, erinnerte Oberlandeskirchenrat Reinhard Kersten in seinem Vortrag. Es sei ein begehrtes Gemeinschaftserlebnis von jungen Christen entgegen der Vereinzelung in Schulklassen gewesen. „Rüstzeitenheime waren immer Inseln der Hoffnung und Orte des gelebten Glaubens, deren Häuser mit Kreativität und Engagement erhalten wurden“, weiß er aus eigener Erfahrung. Er ging auf die Veränderungen nach 1990 ein, wo wegen der wieder gewonnenen Reisefreiheit die Buchungszahlen sanken. Außerdem lernten die Menschen einen „anderen Komfort jenseits christlicher Bescheidenheit kennen“.

Dennoch fasste man Mut, die Häuser wirtschaftlich auf eigene Füße zu stellen - eine in Auftrag gegebene Studie gab dazu positive Signale. 1993 gründete sich zunächst in der Landeskirche die Arbeitsgemeinschaft Rüstzeitenheime, in dessen Folge für ganz Sachsen die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Freizeitheime ihre Mitgliederzahl in den letzten drei Jahren verdreifachen konnte. Mit 2.500 Betten stünden diese Häuser nach den Jugendherbergen (DJH) in Sachsen an zweiter Stelle, weiß Kersten zu berichten. „Die Landeskirche unterstütze die Initiative „Q“.

Bild: Übergabe der Zertifizierung an die Vertreter der Häuser
LTV-Direktor Manfred Böhme (l.) bei Auszeichnung

LTV-Direktor Manfred Böhme sagte für seinen Bereich, dass bis heute sachsenweit 1.460 Qualitäts-Coaches ausgebildet worden seien. Fast 700 Einrichtungen seien in der Initiative beteiligt, und 211 Unternehmen von ihnen würden das Qualitätssiegel ServiceQualität Deutschland tragen. Für ihn sei es ein gutes Signal, denn die Ansprüche der Gäste an die Qualität im Tourismus seien hoch. „Doch jede Investition lohnt sich“, so LTV-Direktor Manfred Böhme. „Tourismus ist eine Chance für Arbeit und Beschäftigung und zugleich eine Möglichkeit, die Lebensqualität in den Städten und Regionen zu erhöhen. Qualität und Service, Innovation und Kreativität seien zentrale Themen der Zukunft. Das bedeute für die Tourismuswirtschaft in Sachsen: Stärken ausbauen und Chancen nutzen.“

Eine solche Chance sei beispielsweise die Lutherdekade – für alle touristischen Anbieter und besonders für die Christlichen Freizeitheime. Die Verbindung von Reisen und Bildung, Interesse für Geschichte und die Diskussion zu Werten gelte es zu nutzen. „Das lutherische Werteverständnis ist aktueller als je zuvor. Martin Luther war ein Mann der Erneuerung. Er hat sich „ausgesetzt“, um Missstände zu kritisieren“, so Manfred Böhme.

Bild: Außenansicht Fachwerkhaus Rüstzeitheim in Zehren
Evangelisches Rüstzeitheim "Meißner Land"

„Luther begehrte als Reformer friedlich auf, genau wie viele Sachsen vor 20 Jahren. Auch sie strebten nach Veränderungen, um frei denken, handeln und nicht zuletzt reisen zu können. Ihnen ist es zu verdanken, dass wir in Sachsen und ganz Ostdeutschland die Welt frei entdecken dürfen und Gäste aus aller Welt empfangen können.“

Dafür gilt es, sich bestens aufzustellen. Selbstverständliches oder auch Basisqualität ist dabei nicht mehr genug. Es kommt auf Begeisterung an. Wer bereit ist, den eigenen Service zu verbessern, ist richtig bei der Initiative ServiceQualität Deutschland in Sachsen. Vor allem für kleine und mittelständige Unternehmen bietet sie das passende Werkzeug, die eigene Dienstleistungskompetenz zu steigern. Mit Unterstützung des Freistaates Sachsen hat der Landestourismusverband Sachsen e.V. 2003 die Serviceinitiative ins Leben gerufen.

ServiceQualität Deutschland

Christliche Freizeitheime in Sachsen

Christliche Freizeitheime beteiligen sich an ServiceQualität

Ev. Freizeitheim Röhrsdorfer Park-Rehgarten
Rüstzeitheim "Meißner Land"
Wanderquartier "Gesindehaus"
Freizeit- und Pfadfinderheim Höfgen e.V.
Tagungs- und Erholungsheim Herrnhut
Freizeitheim "Hütte Hartha"
Ev. Freizeit- und Bildungsstätte Lückendorf
Jugend- und Familienhaus der Benediktiner
Rüstzeitheim "Zum guten Hirten" Wohlbach

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