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Aktuelles

14. September 2009

Einführung des Beauftragten beim Freistaat

Im Gottesdienst wurde Oberkirchenrat i.R. Eduard Berger verabschiedet

Bild: Erste Reihe in der Dreikönigskirche mit Landesbischof Bohl (l.)

DRESDEN – Oberkirchenrat Christoph Seele (45) wurde in einem Gottesdienst am 14. September in der Dresdner Dreikönigskirche durch Landesbischof Jochen Bohl in das Amt des Beauftragten der Evangelischen Landeskirchen beim Freistaat Sachsen eingeführt. Unter den zahlreichen Gästen aus Politik, der Verwaltung und den Verbänden waren auch Landtagspräsident Erich Iltgen, die Sächsischen Staatsminister Frank Kupfer (Umwelt-/Landwirtschaft), Geert Mackenroth (Justiz), Roland Wöller (Kultus) sowie Vertreter der Nachbarkirchen, deren Gebiete sich z.T. auf das des Freistaates erstrecken.

Bild: Eduard Berger vor dem Altar wird verabschiedet
Verabschiedung von Eduard Berger

Pfarrer Christoph Seele übernahm das Amt des Beauftragten von Oberkirchenrat i.R. Eduard Berger (65), der am 30. Juni dieses Jahres nach acht Jahren seines Dienstes in den Ruhestand ging und während des Gottesdienstes offiziell verabschiedet wurde.

Der Beauftragte mit Dienstsitz in Dresden vertritt neben den Interessen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, die der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Die Kirchen hatten auch durch ihre Kirchenleitungen zur Verabschiedung des alten und zur Einführung des neuen Beauftragten eingeladen. In seiner Funktion unterhält und pflegt der Beauftragte die Beziehungen der Kirchen zu Landtag und Regierung, zu den Parteien sowie zu maßgeblichen Verbänden und Gruppierungen der sächsischen Gesellschaft.

Bild: OKR Christoph Seele während der Predigt
Predigt von Oberkirchenrat Seele

„Die Demokratie könne keine Untertanen gebrauchen, sondern brauche die verantwortliche Mitarbeit der Bürger“, sagte Landesbischof Bohl in seiner Einführungsansprache. So rufe die evangelische Kirche ihre Mitglieder auf, ihr aktives und passives Wahlrecht wahrzunehmen. Es bleibe allerdings - und gerade für die in der Politik Tätigen - eine Spannung zwischen den „Erfordernissen des Seins in der Welt“ und der „Verantwortung vor Gott“. „Diese Spannung muss aufrecht erhalten bleiben“, hob Bohl hervor. Die Kirche wolle nicht die Welt regieren und sehe ihre Aufgabe in der kritischen Solidarität, sich in bestimmte Gesichtspunkte einzumischen, aber auch zuzuhören und die Politiker zu begleiten.

Oberkirchenrat Seele ging in seiner Predigt auf die globalisierte und rastlose Welt mit den Gefahren der zunehmenden Beschleunigung ein. „Rastlosigkeit erzeugt Turbulenzen, in denen wir untergehen“, warnte er, und plädierte für eine bewusste „Entschleunigung unserer Zeit, wo wir von Getriebenen zu Gelassenen werden“.

Bild: Justizminister Geert Mackenroth mit Grußwort der Staatsregierung

Das könne Gelingen, wenn man gemeinsam unterwegs sei und Courage zeige. Er verwies auf Kraft die des Glaubens und bot den gesellschaftlich Verantwortlichen an, sie seitens der Kirchen auf ihrem Weg zu begleiten.

Beim anschließenden Empfang überbrachte Staatsminister Mackenroth Grüße von Ministerpräsident Stanislaw Tillich und würdigte Eduard Berger als einen „angenehmen Gesprächspartner“, der durchaus auch seelsorgerliche Aufgaben wahrnahm. Mackenroth dankte Berger für das „vertrauensvolle Miteinander in den letzten acht Jahren“ und wünschte seinem Nachfolger, Christoph Seele, Gottes reichen Segen in dem „Pfarramt zwischen Kirche und Welt“. „Setzen Sie den Dialog fort“, ermutigte Mackenroth.

Zu den Personen:

Bild: Porträt Eduard Berger
Eduard Berger

Bevor der jetzt verabschiedete Eduard Berger am 1. Februar 2001 seinen Dienst als Beauftragter in Dresden aufnahm, war er zehn Jahre Bischof der Pommerschen Evangelischen Kirche (Greifswald). Vor seiner Wahl zum dortigen Bischof war er von 1983-1990 Superintendent des Kirchenbezirks Meißen.
Eduard Berger, 1944 in Posen geboren, wuchs nach dem Krieg im altmärkischen Gardelegen auf. Nach einer Lehre als Elektroinstallateur besuchte er 1961 das Kirchliche Proseminar in Naumburg. Von 1964-1970 studierte er dann in Halle und Berlin Evangelische Theologie und war anschließend bei gleichzeitigem Gaststudium in den Fächern Germanistik und Geschichte Inspektor in einem Studentenwohnheim für angehende Theologen in Halle. Nach Beendigung des kirchlichen Vorbereitungsdienstes und seiner Ordination 1973 übernahm Berger eine Pfarrstelle im altmärkischen Kakerbeck, bevor er nach Sachsen kam und 1978 die 1. Pfarrstelle an der Weinbergskirche in Dresden-Trachenberge antrat.
Derzeit nimmt Berger noch die EKD-Beauftragung für die evangelische Seelsorge im Bundesgrenzschutz wahr, die er 1999 übernommen hatte.

Bild: Christoph Seele vor der Segung am Altar
Sendung und Segnung

Pfarrer Christoph Seele, der seit September 2000 seinen Dienst als persönlicher Referent des Landesbischofs in der Bischofskanzlei ausübte, war nach seiner Ordination 1997 Pfarrer in der Kirche zu Naunhof-Steinbach (Kirchenbezirk Großenhain) und später in der Apostelkirchgemeinde Dresden-Trachau.
1964 in Radebeul geboren, absolvierte Seele nach der Schulzeit eine Lehre als Klempner und Installateur und war dann bis 1990 acht Jahre in einer privaten Handwerksfirma tätig. In den letzten Berufsjahren als Handwerker nahm er am kirchlichen Fernunterricht teil. Nach einer Übergangszeit als technischer Mitarbeiter einer Kirchgemeinde studierte er in Berlin Theologie (1991-1995), bevor er in Sachsen den Vorbereitungsdienst antrat.

Bild: Erste Reihe u.a. mit den Staatsministern und Landtagspräsident (r.)

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