29. September 2009
Eröffnungsgottesdienst vor konstituierender Sitzung im Landtag
Der Glaube ist ein Licht und sollte öffentlich bezeugt werden

DRESDEN – Vor der konstituierenden Sitzung des 5. Sächsischen Landtages am 29. September in Dresden hatten die evangelische und die katholische Kirche in die Unterkirche der Frauenkirche zu einem Eröffnungsgottesdienst eingeladen. Geleitet wurde der Gottesdienst für die Abgeordneten und Vertreter der Staatsregierung durch Landesbischof Jochen Bohl und Weihbischof Georg Weinhold (Bistum Dresden-Meißen). Am Gottesdienst nahmen auch Stanislaw Tillich teil, der an diesem Tag zur Wahl zum Ministerpräsidenten steht, sowie Matthias Rößler.

In seiner Eröffnung sprach der Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt die Wertschätzung der Kirchen gegenüber den Parlamentariern aus und begrüßte die Besucher in der Unterkirche. Sie sei „fest verwurzelt in der Landeshauptstadt“. „Vereint sind wir nun hier auf eine Mitte orientiert“, aus der Kraft für die anstehenden Aufgaben geschöpft werde könne, so Feydt.
Weihbischof Weinhold sprach den heutigen Namenstag des Heiligen Michael an, der als Erzengel im Kampfe mit dem Bösen stand. Übersetzt aus dem Hebräischen bedeutet der Name „Wer ist wie Gott? Auch die Politik stünde in der Herausforderung den richtigen Weg zu gehen. Politiker dürften sich nicht selbst „weiden“, sondern müssten für andere da sein. Sie seien verpflichtet für das Wohl des Volkes, so Weinhold. Dabei gehe es nicht nur um die spätere Rente, sondern auch um den Einsatz für Werte.

So wie das Licht des Glaubens nicht versteckt werden solle, würde in einer Demokratie auch das politische Handeln in aller Öffentlichkeit stattfinden, sagte Landesbischof Jochen Bohl in seiner Predigt. Beides brauche einen fruchtbaren Boden. Unter der Überschrift „das Leben gestalten“ verwies er auf den Beginn der Legislatur und auf die Blicke, die nach vorne gerichtet seien. Bohl äußerte Dankbarkeit über eine „überaus gute Entwicklung unseres Landes in den letzten 20 Jahren“.
Aber erinnerte auch an die Tatsache, dass viele Menschen in Angst lebten und sich ausgeschlossen fühlten. Das würde zu „Desinteresse“ bis hin zu „Ablehnung“ der Politik führen. „Viele erwarten mehr“, sagte Bohl. Daher sei auch im politischen Vorfeld eine „gute Bildung und Erziehung“ wichtig. Die zweite Priorität sei, Menschen Arbeit zu geben. Der christliche Glaube sei kein „Heilsbringer“ in der Politik, allerdings sollte „das Göttliche im Heute und Jetzt bewahrt werden. Der Glaube sei ein Licht und sollte öffentlich bezeugt werden, so der Landesbischof.
Am Ausgang wurde die Kollekte für die Opfer des Tropensturms "Ketsana" auf den Philippinen gesammelt.


