20. Oktober 2009
Zwei Kandidaten für das Präsidentenamt im Landeskirchenamt
Kirchenleitung beschließt Wahlvorschlag
DRESDEN – Auf der diesjährigen Herbsttagung der Evangelisch-Lutherischen Landessynode Sachsens (13.-16. November) in der Dresdner Dreikönigskirche (Haus der Kirche) findet auf einer Sondersitzung am Sonnabend, dem 14. November, die Wahl des neuen Präsidenten des Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamt Sachsens statt. Der Gewählte tritt die Nachfolge von Präsident Hans-Dieter Hofmann (62) an, der auf eigenen Wunsch mit Wirkung vom 1. Dezember diesen Jahres seinen Ruhestand antritt. Seine feierliche Verabschiedung erfolgt am 2. Advent (6. Dezember).
Die Kirchenleitung hat auf ihrer Sitzung am 19. Oktober Dr. Johannes Kimme, Vizepräsident der Landesdirektion Leipzig, der Landessynode zur Wahl vorgeschlagen. Außerdem kandidiert Oberkirchenrat Thomas Schlichting, Leiter des Regionalkirchenamtes Leipzig, der von zehn Synodalen zur Wahl vorgeschlagen wurde. Am Vorabend der Wahl (13. November) werden sich beide Kandidaten den Landessynodalen vorstellen.
Der Präsident des Landeskirchenamtes hat den Vorsitz im Kollegium, die Dienstaufsicht über dessen Mitglieder und die Mitarbeiter des Landeskirchenamtes und ist Mitglied der Kirchenleitung. Er wird für eine Amtszeit von 12 Jahren gewählt.
Für die Wahl ist in den ersten beiden Wahlgängen eine Mehrheit von zwei Dritteln erforderlich. Sollte es zu einem dritten Wahlgang kommen, genügt die Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen.
Zu den Personen:

Dr. Johannes Kimme
Dr. Johannes Kimme (55) ist seit Jahresbeginn Vizepräsident der Landesdirektion Leipzig (ehemals Regierungspräsidium). Zuvor war er langjähriger Präsident (1990-2008) des Sächsischen Landesamtes zur Regelung offener Vermögensfragen in Dresden.
Der gebürtige Leipziger Pfarrerssohn wurde nach seiner Facharbeiterlehre für Datenverarbeitung Programmierer im Leipziger VEB Energiekombinat West, bevor er 1975 in die Bundesrepublik übersiedelte.
Nach Erlangung der Hochschulreife in Mainz studierte er Rechtswissenschaften an der dortigen Johannes-Gutenberg-Universität (1977-1982) mit der Spezialisierung auf Völker- und Europarecht. Nach der Ersten juristischen Staatsprüfung schloss sich das dreijährige Referendariat in Mainz und Bonn an, das er mit der zweiten Staatsprüfung 1986 abschloss. Anschließend arbeitete Kimme als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Mainz (1984-1988). 1987 promovierte er über die repräsentative Demokratie. Danach begann er als Richter am Verwaltungsgericht Wiesbaden. Dr. Kimme wirkte im Jahre 1990 in Bonn an der Erstellung des Einigungsvertrags mit, bevor er im Dezember 1990 seinen Dienst im Sächsischen Landesamt begann. Johannes Kimme ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Thomas Schlichting
Thomas Schlichting (55), Leiter des Regionalkirchenamtes Leipzig, wurde im Dezember 2005 als Kirchenamtsrat von Leipzig Chef der dortigen regionalen kirchlichen Verwaltung nachdem er zuvor eine solche Funktion in Bautzen ausübte.
Der gebürtige Regensburger studierte nach Abitur und anschließendem Wehrdienst Evangelische Theologie, Politische Wissenschaften und Rechtswissenschaften in München, Wien und Regensburg (1974-1982). Nach der Ersten juristischen Staatsprüfung begann er das Referendariat bei bayrischen Gerichten und Behörden, das er mit der Zweiten juristischen Staatsprüfung 1985 abschloss. Nach einer wissenschaftlichen Mitarbeit am Lehrstuhl für öffentliches Recht an der Universität Regenburg übernahm er von 1991 bis 1994 als Regierungsrat Aufgaben als Justitiar an der Martin-Luther-Universität Halle, bevor er in den Dienst in der sächsischen Landeskirche trat. Als juristischer Referent im Landeskirchenamt in Dresden war Schlichting dann bis 2001 tätig, anschließend wurde er zur Kirchenamtsratsstelle in Bautzen abgeordnet.

Hans-Dieter Hofmann vor dem Landeskirchenamt
Hans-Dieter Hofmann, Präsident des Ev.-Luth. Landeskirchenamtes, leitet als Kirchenjurist seit fast 20 Jahren die oberste kirchliche Verwaltungsbehörde und vertritt die Landeskirche rechtlich nach außen. Er hat den Vorsitz im zehnköpfigen Kollegium des Landeskirchenamtes.
1947 im erzgebirgischen Beierfeld geboren, kam Hofmann später als Mitglied des Kreuzchores nach Dresden. Nach dem Abitur an der Kreuzschule durchlief er ab 1967 eine kirchliche Verwaltungsausbildung. Nach Beginn seiner Beamtenlaufbahn in Leipzig bekam er die Möglichkeit einer berufsbegleitenden Ausbildung für den höheren kirchlichen Verwaltungsdienst.
Nach dem Referendariat in Dresden und Radebeul war er 1981 nach der Zweiten juristischen Prüfung zunächst im damaligen Landeskirchlichen Amt für Innere Mission tätig und wechselte 1983 in das Landeskirchenamt. 1984 wählte ihn die Kirchenleitung zum Mitglied des Landeskirchenamtes. Als Oberlandeskirchenrat leitete Hofmann das Finanzdezernat, bevor er im Herbst 1989 durch die sächsische Landessynode zum Präsidenten gewählt wurde. Der Beginn seiner Amtszeit fiel im Januar 1990 in die Vorbereitungen auf die angestrebte Vereinigung des DDR-Kirchenbundes mit der EKD sowie die Neustrukturierung und Anpassung der Kirchenverwaltung in der Nachwendezeit.


