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23. Oktober 2009

Kirchenleitungserklärung zur UN-Weltklimakonferenz in Kopenhagen

Appell an Kirchgemeinden sich für Klimagerechtigkeit einzusetzen

Bild: Banner zu Kopenhagen

DRESDEN – Die Kirchenleitung der sächsischen Landeskirche hat auf ihrer Sitzung am 19. Oktober eine Erklärung zur 15. UN-Weltklimakonferenz in Kopenhagen verfasst, die den Kirchgemeinden zur Kenntnis gegeben sowie dem Bundeskanzleramt zugesandt wird.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche Dänemarks hat in Zusammenarbeit mit der Nordelbischen Kirche einen Aktionsplan zum Weltklimagipfel erstellt. Er wird von „Brot für die Welt“ und dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) weiter verbreitet und unterstützt.
Die Landeskirche bittet die Kirchgemeinden, sich die Erklärung zu eigen zu machen und es wird im Zusammenhang mit dem Aufruf empfohlen, am 13. Dezember (3. Advent) um 15:00 Uhr in Gebetsandachten um das Gelingen der Klimakonferenz zu bitten.

Erklärung der Kirchenleitung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens zur 15. UN-Weltklimakonferenz in Kopenhagen

Der Klimawandel betrifft uns alle. Er wird uns alle betreffen. Die Zeit der Beschwichtigung ist vorbei. Um der Bewahrung der Schöpfung und um der Menschen willen erwarten wir von der Weltklimakonferenz in Kopenhagen ein gerechtes und wirksames Klimaabkommen. Die Hauptleidtragenden sind die Ärmsten der Armen in den Ländern des Südens. Unsere Partnerkirchen in Tanzania, Indien und Papua Neuguinea sind von den katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels in jeweils besonderer Weise betroffen.

Unsere Hoffnung ist, dass alle Teilnehmerstaaten einmütig die notwendigen raschen Lösungen auf den Weg bringen.
Wir appellieren an die Verantwortlichen der Bundesrepublik Deutschland, für weiterreichende Maßnahmen für den Klimaschutz als bisher einzutreten. Damit schließen wir uns dem internationalen Aufruf des Ökumenischen Rates der Kirchen und dem Aktionsprogramm „Countdown to Copenhagen“ an, das von Kirchen in allen Erdteilen getragen und in Deutschland insbesondere vom Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) und der Aktion „Brot für die Welt“ unterstützt wird.

Da die reichen Länder, zu denen wir gehören, die Hauptverursacher des Klimawandels sind, sollen sie sich aufgrund ihrer Verantwortung für den Klimawandel und ihrer höheren Finanzkraft dazu verpflichten, ihre eigenen Treibhausgasemissionen bis 2020 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Die Entwicklungsländer brauchen finanzielle und technologische Unterstützung, damit diese eine klimagerechte Entwicklung einschlagen und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels bewältigen.

Diese Forderungen stellen auch Anforderungen an uns selbst und an unsere Lebensweise. Wir appellieren an die Kirchgemeinden, den Einsatz der kirchlichen Entwicklungsdienste und anderer Organisationen für Klimagerechtigkeit und für eine Politik, die diese Einsichten umsetzt, zu unterstützen.
Es muss stärker ins Bewusstsein treten, dass Klimaschutz, nachhaltige Entwicklung und globale Gerechtigkeit zusammen gehören und sich wechselseitig bedingen. Wir bitten die Kirchgemeinden, ausgehend von der Freude an der Schönheit und dem Reichtum der Schöpfung und angesichts der katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels, die eigene Mitverantwortung für die Bewahrung der Schöpfung wahrzunehmen, auch im Unterricht und in der Erwachsenenbildung.
Gemeinsam sind der eigene Lebensstil und der Umgang mit Ressourcen in unseren Kirchgemeinden zu überprüfen und im Sinne einer nachhaltigen Lebensgestaltung zu ändern. Wir bitten die Kirchgemeinden und kirchlichen Einrichtungen, die Angebote der Landeskirche zum Umwelt- und Energiemanagement aufzugreifen, um Energie zu sparen und die Energieeffizienz zu steigern.
Der Dank für die Gaben der Schöpfung und das Gebet für Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung und Frieden müssen zu einem starken inneren Anliegen werden, auch um der kommenden Generationen willen.

Landesbischof Jochen Bohl
Vorsitzender 

Dresden, am 19. Oktober 2009

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