27. Oktober 2009
Landesbischof Jochen Bohl in den Rat der EKD gewählt
Landesbischof Bohl will auf EKD-Ebene am Reformprozess weiterarbeiten

Landesbischof Jochen Bohl
DRESDEN / Ulm – Landesbischof Jochen Bohl wurde am 27.Oktober in Ulm auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in den 15-köpfigen Rat der EKD gewählt. 145 Wahlberechtigte haben ihre Stimmen für die Besetzung des neuen Rates abgegeben. 21 Personen plus einer Nachnominierung nach dem 3. Wahlgang standen zur Wahl, von denen 13 von 14 Mitglieder gewählt wurden. Die Wahl des 14. Mitglieds wurde auf die Synode 2010 verschoben. Die Präses der Synode der EKD, Katrin Göring-Eckardt, ist kraft Amtes Mitglied im Rat, der wieder für sechs Jahre amtiert.
Am Sonntag, 25. Oktober, hatten sich die Kandidatinnen und Kandidaten den 126 Mitgliedern der 11. EKD-Synode und den Mitgliedern der Kirchenkonferenz der EKD vorgestellt. Landesbischof Bohl sprach vom zweifachen Glück, das ihm in den 59 Lebensjahren widerfahren sei. Dabei verwies er auf seine Herkunft, wo er im kurmärkischen Sauerland in einem elterlichen Handwerksbetrieb aufwuchs und äußerte sich zudem dankbar für die vier Aufgaben, die ihm die Kirche bisher übertragen hatte.
So begann er in den 70er Jahren als Gemeindepfarrer am Industriestandort im westfälischen Dortmund, wo er neben dem normalen Dienst seine Schwerpunkte in der Jugendarbeit setzte. Später ging er als Jugendpfarrer in das Saarland und leitete das dortige Evangelische Jugendwerk mit einem starken „sozialdiakonischen Anteil“, wie er sagte. Wie schon in der Gemeindearbeit zuvor, unternahm Bohl auch hier Fahrten mit Jugendlichen in die damalige DDR. Nach neunjähriger Tätigkeit begann 1995 seine nächste Aufgabe als Leiter der Diakonie in Sachsen.
Ab da sei es eine „unglaublich spannende Zeit“ gewesen, sagte er mit Blick auf die Aufbauphase der staatlichen Institutionen in Sachsen aber auch des beginnenden allgemeinen Umbaus des Sozialstaates. „Damals habe ich sehr stark mit dem sozialpolitischen Mandat der Kirche zu arbeiten gelernt“, so Bohl. Es sei dann darauf angekommen die Diakonie als sozialpolitischen Akteur in diesem Geschehen zu profilieren.
Seit fünf Jahren ist Jochen Bohl Landesbischof der sächsischen Landeskirche, wo er für die Kirche in erster Linie die missionarische Situation definiert. Das zielorientierte Handeln auf allen Ebenen sollte daher dem Zuwachs dienen, betonte er. Auf EKD-Ebene werde er am Reformprozess weiterarbeiten.
Der Rat leitet die EKD in allen Angelegenheiten, die nicht ausdrücklich anderen Organen vorbehalten sind. Insbesondere soll er für die Zusammenarbeit der kirchlichen Werke und Verbände in allen Bereichen sorgen, die evangelische Christenheit in der Öffentlichkeit vertreten und zu Fragen des religiösen und gesellschaftlichen Lebens Stellung nehmen.
Der oder die Vorsitzende des Rates sowie die Stellvertretung werden auf Vorschlag des Rates von Synode und Kirchenkonferenz gewählt. Der neue Rat wird im Abschlussgottesdienst der Synode am Mittwoch, 28. Oktober, in sein Amt eingeführt.


