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2. Dezember 2009 - LEIPZIG

Sächsischer Bischof plädiert für Zusammenarbeit von Wissenschaft und Glaube

Leipziger Thomaskirchenpfarrer kritisiert erneut Verhalten der Hochschule zum Universitätsjubiläum

Bild: Landesbischof predigt in St. Thomas Leipzig
Landesbischof predigt in St. Thomas

LEIPZIG - Der sächsische Landesbischof Jochen Bohl hat anlässlich des Leipziger Universitätsjubiläums dazu aufgerufen, eine Verknüpfung zwischen Wissenschaft und Glaube zuzulassen. "Der Glaube sucht nach Verstehen, nach Einsicht. Aber auch umgekehrt braucht die Vernunft den Glauben als ein kritisches Korrektiv", sagte der Bischof am 1. Dezember in einem ökumenischen Gottesdienst zum 600-jährigen Bestehen der Hochschule in der Leipziger Thomaskirche.

Manchen seien die Grenzen der Erkenntnis und das "nach wie vor unübersehbare Feld des Nichtwissens" aus dem Blick geraten. "Das kann zur Verblendung führen, große Gefahren heraufbeschwören und alles Leben gefährden", warnte Bohl.

Bohl kritisierte damit indirekt das angespannte Verhältnis zwischen der Landeskirche und der Universität, die am 2. Dezember ihren Geburtstag mit einem Festakt feiert. Daran nehmen unter anderen Bundespräsident Horst Köhler, Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung teil. Grund für den Streit ist der Universitätsneubau in der Innenstadt, der durch seine äußere Form an die 1968 auf Geheiß des SED-Regimes gesprengte Paulinerkirche erinnern und als Andachtsraum und Aula genutzt werden soll.

Besonders eine von der Hochschule geplante Glaswand, die beide Bereiche voneinander abtrennen soll, stößt bei Kirchenvertretern auf Ablehnung, auch weil sie das Aufstellen der aus der alten Universitätskirche geretteten Kanzel erschweren würde. Der sächsische Bischof hatte in der Vergangenheit appelliert, Raum und Kanzel für "geistliche und geistige Rede" gleichermaßen zu nutzen.

Auch der Pfarrer der Leipziger Thomaskirche, Christian Wolff, betonte vor dem Gottesdienst am Abend, dass der moderne Wissenschaftsbetrieb des 21. Jahrhunderts auf den kritischen Dialog von Glaube und Vernunft angewiesen sei. Wolff kritisierte dabei scharf, dass kein Vertreter seiner Gemeinde zum Festakt am Mittwoch eingeladen sei. Die Thomaskirche ist Gründungsort der Leipziger Hochschule.( Auszug epd© 1.12.09 )

Predigt des Landesbischofs

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