13. Dezember 2009 - KÖNIGSTEIN
Sachsen: Aufenthalt von Tschernobylkindern in Rosenthal gekürzt
Weißrussland erlaubt nur zweiwöchigen Aufenthalt in Schulzeit

Abendliches Singen mit Pfarrer Hartmann
KÖNIGSTEIN - Der jährliche Erholungsaufenthalt von Tschernobylkindern in Rosenthal (Sächsische Schweiz) muss im Januar um gut eine Woche gekürzt werden. Während der Schulzeit genehmigten die weißrussischen Behörden neuerdings nur noch Reisen bis zu zwei Wochen, sagte der frühere Rosenthaler Pfarrer Günter Hartmann auf epd-Anfrage am 10. Dezember. Ursprünglich sei der Aufenthalt vom 5. Januar bis 1. Februar vorgesehen gewesen, nunmehr kämen die 23 Kinder vom 3. bis 23. Januar. Ein Teil der Reise liege in den weißrussischen Neujahrsferien bis 11. Januar, hieß es.
Vor allem im vergangenen Jahr klagten Tschernobyl-Initiativen deutschlandweit über erhebliche Behinderungen durch den weißrussischen Staat. Hintergrund war die Weigerung von zwei Jugendlichen, von Erholungsaufenthalten aus Italien und den USA nach Weißrussland zurückzukehren. Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko verbot die Reisen daraufhin vorübergehend.
Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft "Den Kindern von Tschernobyl" ist der entsprechende Präsidenten-Erlass wieder außer Kraft. Dennoch sei mit der Zwei-Wochen-Frist in der Schulzeit eine neue bürokratische Hürde aufgebaut worden, sagte der Vorsitzende Burkhard Homeyer auf Anfrage in Münster. Zum Teil sei die Regelung zwar nachvollziehbar, andererseits würde aber neuer Druck aufgebaut. Der weißrussische Staat habe wenig Interesse daran, dass Kinder neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln könnten, betonte er.
Laut Hartmann werden die weißrussischen Kinder nach Rosenthal von einer Lehrerin begleitet. Sie erteile während des Aufenthalts regelmäßig Unterrichtsstunden. Auch in den vergangenen Jahren sei dies schon Praxis gewesen, sagte er. Am 17. Januar ist in Rosenthal ein "Tag der offenen Tür" und ein ökumenischer Gottesdienst mit den Tschernobylkindern geplant. ( Auszug epd© 10.12.2009 )


