21. Dezember 2009
Landeskirche fordert den Abzug der Atomwaffen aus Deutschland
Der Abzug der noch verbliebenen Atomwaffen wäre ein bedeutsamer Schritt
DRESDEN – Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen fordert die Bundesregierung auf, den begonnenen Weg der atomaren Abrüstung international weiter zu forcieren. Der Brief an die Bundeskanzlerin Angela Merkel, der von Landesbischof Jochen Bohl unterschrieben wurde, zielt auf den Abzug der noch verbliebenen Atomwaffen in Deutschland. Dies sei „ein bedeutsamer Schritt“ sowie „ein überzeugendes Zeichen dafür, dass die Einbindung in ein regionales Sicherheitsnetz nachhaltiger ist als eine sich immer weiter aufschaukelnde Rüstungskonkurrenz“, so das Schreiben.
Hintergrund der Initiative von sächsischer Landessynode und Kirchenleitung sei der Rückblick auf die Ereignisse des Jahres 1989, die als Verpflichtung für das kirchliche Handeln in der Gegenwart angesehen werden. Insbesondere schaue man in Sachsen mit besonderer Dankbarkeit auf die damalige Ökumenische Versammlung in Dresden zurück: „Sie hat durch die ‚vorrangige Option für Gewaltfreiheit’ Grundlegendes zum Verlauf der ‚friedlichen Revolution’ beigetragen“, heißt es.
Daraus ergebe sich, dass gewaltfreie Konfliktregelung zuerst durch politische Vernunft und nicht durch gegenseitige Abschreckung erreicht werden solle. Bestrebungen einiger Länder, zu einer militärisch gestützten Außenpolitik zurückzukehren, müsse „in jedem Fall eine Absage erteilt werden“, so die Position der Landeskirche. Sie unterstütze das durch US-Präsident Obama, der im Juni diesen Jahres Dresden und die Frauenkirche besucht hat, formulierte Ziel einer atomwaffenfreien Welt sowie entsprechende Aussagen im Koalitionsvertrag und ermutige die Bundesregierung zu Initiativen, „die Bündnispartner zum vollständigen Abzug der Atomwaffen aus Deutschland zu bewegen“.


