23. Dezember 2009 - DRESDEN
Wie wir miteinander umgehen können
Geschenk der Weihnacht mit der Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit

Landesbischof Bohl, Ministerpräsident Tillich und Prof. Güttler
DRESDEN – Zur traditionellen Weihnachtlichen Vesper am 23. Dezember kamen wieder Tausende Dresdner und Gäste der Stadt auf den Dresdner Neumarkt vor die Frauenkirche. Nach einem musikalischen Vorprogramm durch die vereinigten Posaunenchöre der Sächsischen Posaunenmission begann die 17. Weihnachtliche Vesper unter der musikalische Gesamtleitung von Professor Ludwig Güttler. An der Vesper wirkten Landesbischof Jochen Bohl, Ministerpräsident Stanislaw Tillich, Oberbürgermeisterin Helma Orosz, Superintendent Dr. Peter Meis und die Frauenkirchen-Pfarrer Sebastian Feydt und Holger Treutmann mit.

In seiner Predigt auf der Bühne an der Frauenkirche erinnerte Landesbischof Jochen Bohl an die Situation vor 20 Jahren, als der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl an diesem Ort vor einer unübersehbaren Menschenmenge sprach. „Es war der Tag, der zur Klarheit führte und das Ziel vor aller Augen stellte“, so Bohl zu der damals scheinbar realen Möglichkeit der deutsche Einheit.
Seitdem habe sich mit dem Wiederaufbau der Frauenkirche und zuletzt der Neumarktsbebauung, den Lebensverhältnissen allgemein, aber auch politisch durch die Auflösung der sich damals gegenüber stehenden Machtblöcken, viel verändert.
Trotz aller positiven Entwicklungen sei auch die heutige Zeit nicht „ohne Nöte“ bei Menschen, die keinen Anteil daran hätten. Die neuen Spaltungen in arm und reich sowie die Abwanderung junger Menschen ließen „nicht ohne Sorge in die Zukunft sehen“. „Geiz und Gier sind starke Antriebskräfte, und darüber nehmen viele das Materielle wichtiger als es ist; sie sehen nicht, wie es die Gemeinschaften schwächt, ohne die wir nicht leben können“, gab der Landesbischof zu bedenken. Auch dieses Weihnachten sei so wie es immer war, wo das Kind von Bethlehem in eine Welt hineingeboren sei, „wo Gutes und Böses nah beieinander wohnen“.

Sächsische Posaunenmission ist immer dabei
Im Geschenk der Weihnacht mit der Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit erstrahle das Licht durch Gottes Sohn heller als alle Dunkelheiten und überstrahle „die Ichsucht, es funkelt durch Geiz und Gier hindurch“ und könne nicht „erstickt“ werden, so Bohl. Das Leben Jesu Christi stifte an zu Werken der Barmherzigkeit und gebe einen Eindruck davon, „wie wir miteinander umgehen können“. So könnten wir zu „Friedensstiftern“ werden, sagte er, und verwies auf den Besuch von Präsident Obama in der Frauenkirche sowie dessen Vision von einer atomwaffenfreien Welt. Vor den Besuchern auf dem Neumarkt zog der Landesbischof daraus die Konsequenz und forderte dazu auf, die letzten verbliebenen Nuklearsprengköpfe aus Deutschland abzuziehen und zu vernichten.


