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13. Januar 2010 - DRESDEN

Friedensgebet für Menschenwürde

Kirchlicher Beitrag als wesentlicher Bestandteil zivilgesellschaftlicher Aktivitäten gegen Rechtsextremismus, für Demokratie und Menschenrechte

Bild: Logo der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste

DRESDEN - Die leitenden Geistlichen Dr. Salomon Almekias-Siegl, Landesrabbiner von Sachsen, Jochen Bohl, Landesbischof der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, Friedbert Fröhlich, Superintendent und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen im Freistaat Sachsen und Joachim Reinelt, Bischof des Bistums Dresden-Meißen, sowie mehr als 30 Theologen, Professoren und Politiker aus Sachsen und dem Bundesgebiet rufen auf zum „Gebet für Frieden und Menschenwürde“ und „sicht- und hörbarem Widerstand gegen extrem rechte Aufmärsche“ .

Mit einem Aufruf zu einem Friedensgebet für „alle Menschen guten Willens“ unter dem Motto „Am 13. Februar 2010 in Dresden – Erinnern und Handeln“ haben sich die vier leitenden Geistlichen Dr. Salomon Almekias-Siegl, Jochen Bohl, Friedbert Fröhlich und Joachim Reinelt sowie u.a. die RBB-Intendantin Dagmar Reim, der Präsident der Akademie der Künste Klaus Staeck, Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD), Dr. Andreas Nachama (Direktor der Stiftung Topographie des Terrors), der Stadtjugendpfarrer von Dresden, der Leiter der evangelischen Erwachsenenbildung in Sachsen, zahlreiche EKD-Synodale sowie Pfarrerinnen und Pfarrer und Theologen aus Sachsen und dem gesamten Bundesgebiet an die Öffentlichkeit gewandt.

Bild: Traditionelles Gedenken mit Kerzen an der Frauenkirche

In dem Aufruf heißt es u.a.: „Wir beten für Frieden und Menschenwürde, für gleiche Rechte aller Menschen ohne Ansehen der Religion, der Nationalität, der Hautfarbe, des Geschlechts und des Standes, für Stärkung gesellschaftlichen Engagements gegen Menschenfeindlichkeit und Gewalt. ... Wir halten öffentlich sicht- und hörbaren Widerstand gegen extrem rechte Dominanzbestrebungen und Aufmärsche für unverzichtbar, um deutlich zu machen, dass diese gesellschaftlich zu ächten sind.“

Initiiert und organisiert wird das Friedensgebet, das am 13. Februar 2010 in Dresden auf den Straßen von Dresden stattfinden wird, vom zivilgesellschaftlichen Bündnis der AG „Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus der sächsischen Landeskirche“, Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, der Amadeu Antonio Stiftung und dem Kulturbüro Sachsen e.V.. Die beteiligten Initiativen setzen sich seit Jahren kontinuierlich mit Rechtsextremismus auseinander und beteiligen sich seit langem an den Protesten gegen den alljährlich in Dresden anlässlich des Jahrestags der Bombardierung der Stadt stattfindenden Neonaziaufmarsch. Erstmalig wird dies nun von den drei leitenden Geistlichen der Kirchen in Sachsen unterstützt.

„Wir halten den Protest in Sicht- und Hörweite der Neonazis für dringend notwendig,“ sagt eine Sprecherin von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. „Das Friedensgebet steht in der Tradition der DDR-Protestbewegungen und ist entsprechend offen für alle Menschen, die sich mit uns für dieses Ziel einsetzen wollen.“ Deutlich werde mit dem Aufruf auch, dass das Engagement kirchlicher Gruppen und Initiativen sowie Vertreter der Kirchen ein wesentlicher Bestandteil zivilgesellschaftlicher Aktivitäten gegen Rechtsextremismus und für Demokratie und Menschenrechte sei.

Am Vorabend des 13. Februar 2010 findet darüber hinaus in Dresden auch die Gründungsveranstaltung der „Bundesarbeitsgemeinschaft Kirchen für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ statt.

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste

Gedenkveranstaltungen zum 13. Februar an der Frauenkirche

Sonnabend, 13. Februar 2010

15:00 - 22:00 Uhr

Stilles Gedenken vor der Frauenkirche.
Eine Veranstaltung der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e.V.

19:00 Uhr

Gedenkveranstaltung
"13. Februar 2010: Wahrhaftig erinnern - Versöhnt leben"
Gedenkrede von Gerhard Baum, Bundesinnenminister a.D.
Kammerchor der Frauenkirche singt unter Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert "Wie liegt die Stadt so wüst" von Rudolf Mauersberger

22:00 - 1:00 Uhr

Nacht der Stille
"Wachen und beten für den Frieden in der Welt"
In Kooperation mit dem Stadtjugendpfarramt Dresden

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