15. Februar 2010
Mit Aschermittwoch beginnt die siebenwöchige Passionszeit
Kirchgemeinden in Sachsen begehen am 17. Februar den Frühjahrsbußtag

DRESDEN – Am Aschermittwoch (17. Februar) beginnt die siebenwöchige Passionszeit. Dieser Tag, der mit Abendgottesdiensten und Andachten begangen wird, wird in Sachsen zugleich als Frühjahrsbußtag gefeiert.
In den 40 Tagen vor dem Osterfest finden wöchentliche Passionsandachten statt, sowie zahlreiche Konzerte, auf die sich die Chöre in den Kirchgemeinden derzeit vorbereiten. Insbesondere in der Karwoche kurz vor Ostern werden bekannte Passionen beispielsweise die von Johann Sebastian Bach aufgeführt. Mit Aschermittwoch ist somit nicht alles vorbei, sondern ein gestärktes Bewusstsein führt zu einer erneuerten Einstellung und aktivem Handeln.
Mit Beginn der Passionszeit beteiligen sich wieder Christen in Deutschland an der evangelischen Fastenaktion „7 Woche Ohne“. Der Auftaktgottesdienst findet in diesem Jahr am Sonntag, dem 21. Februar, um 9:30 Uhr in der Erlöserkirche in München-Schwabing statt und wird erstmals live im ZDF übertragen.

Die Fastenaktion „7 Wochen Ohne“ ruft im 27. Jahr ihres Bestehens ihre Teilnehmer zum Wagnis und zum Luxus leibhaftiger Nähe auf: Die Welt wird zum globalen Dorf, wer sich einsam fühlt, chattet – notfalls mitten in der Nacht. Doch trotz aller virtuellen Kontakte fühlen sich mehr Menschen einsamer als je zuvor. Und dass Einsamkeit krank macht, ist wissenschaftlich belegt. Die Aktion regt an, die sieben Wochen vor Ostern bewusst zu erleben und zu gestalten.
Auch in einigen sächsischen Gemeinden beteiligen sich Christen an dieser Aktion. Entweder beschäftigen sie sich individuell mit dem umfangreichen Themen-Material oder sie finden sich zu Fastengruppen zusammen bzw. organisieren Gemeindeveranstaltungen.
Als Zeit des Gedenkens an den Leidensweg Christi ist die Passionszeit eine stille Zeit, die Gelegenheit bietet, über sich selbst, sein Leben und Glauben nachzudenken. Passionsspiele und Passionskonzerte laden dazu ein, sich intensiver mit der biblischen Geschichte zu beschäftigen. So bieten viele Gemeinden in dieser Zeit auch Glaubenskurse an.
Besinnungstage, sogenannte Exerzitien im Alltag, laden ein, zur Ruhe zu kommen und sich intensiver mit dem eigenen Glauben zu beschäftigen. Unter dem Motto „Atem holen“ haben Interessierte während der Fastenzeit vom 23. Februar bis zum 16. März dazu in Leipzig in der Kirchgemeinde Lützschena (Schlossweg 4) die Möglichkeit.
Frühjahrsbußtag in Sachsen
Der sächsische Frühjahrsbußtag steht seit der Reformation in der Nachfolge zahlreicher Bußtage in der Vergangenheit. Seit 1830 waren nur noch zwei Landesbußtage im Frühjahr und Herbst angesetzt worden. In Sachsen ist der Buß- und Bettag im Herbst ein staatlich geschützter und arbeitsfreier Feiertag geblieben und bildet gleichzeitig den Abschluss der Friedensdekade. Der Frühjahrsbußtag, seit 1996 auf Aschermittwoch festgelegt, ist im Gesetz über Sonn- und Feiertage im Freistaat Sachsen ausdrücklich als religiöser Feiertag genannt.
In den Handreichungen für den kirchlichen Dienst geht in diesem Jahr der frühere Beauftragte der evangelischen Kirchen bei Freistaat, Oberkirchenrat i.R. Jürgen Bergmann, in einer Predigmeditation auf den Frühjahrsbußtag ein. Der Landesbischof hat – der Perikopenordnung folgend – als Predigttext für diesen Tag die Lesung des 1. Petrusbriefes (Kap. 2,11-17) als Predigttext für den Frühjahrsbußtag gewählt, der u.a. das Verhalten der Christen den politisch Verantwortlichen gegenüber thematisiert.


