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1. März 2010 - CHEMNITZ

Chemnitzer Gedenken um den 5. März an die Zerstörung vor 65 Jahren

Friedensbilder von Kindern sind ein Jahr lang auf einem Stadtbus zu sehen

Bild: Friedentagslogo 2010

CHEMNITZ - Aus Anlass des Gedenkens an die Bombardierung der Stadt Chemnitz vor 65 Jahren begehen die Stadt und ihre Bürger am 5. März den „Chemnitzer Friedenstag 2010“, wo es um 21:00 Uhr wieder ein Gedenk- und Gebetsgeläut Chemnitzer Kirchen geben wird. Um den 5. März wird zu verschiedenen Veranstaltungen eingeladen. So finden ein so genannter Friedenspfad, Ausstellungen, Lesungen Friedensgottesdienste und Konzerte statt. Die Verleihung des Chemnitzer Friedenspreises mit Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig erfolgt am Freitag (16:00 Uhr) in der Volksbank Chemnitz unter der Schirmherrschaft des Bürgervereins FUER CHEMNITZ e.v.

Einen Tag zuvor am 4. März wird in der Stadt- und Marktkirche St. Jakobi eine Ausstellung mit 200 Friedensbildern von Kindern eröffnet, die zuvor in den Kinder- und Jugendgruppen der Kirchgemeinden des Ev.-Luth. Kirchenbezirkes Chemnitz gemalt wurden. 40 ausgewählte Bilder werden einen Stadtbus der Chemnitzer Verkehrs AG zieren. Der Gelenkbus soll mindestens ein Jahr lang auf unterschiedlichen Chemnitzer Stadtlinien verkehren. Das Motto der Ausstellung wie auch der Aktion heißt „Frieden auf der ganzen Linie“. Nach der Ausstellungseröffnung in der Jakobikirche um 15:00 Uhr wird der Bus eine Stunde später an der Haltestelle Roter Turm im Beisein der Oberbürgermeisterin präsentiert und mit Kindern auf eine kleine Stadtrundfahrt geschickt.

Bild: Bus mit Friedensbildern

Nach dem etwa fünfzehnminütigen Geläut erklingt Vokalmusik des 20. und 21. Jahrhunderts in der St. Markuskirche, Chemnitz-Sonnenberg (Pestalozzistr. 1). Es musiziert der Kammerchor Chemnitz unter der Leitung von Wolfgang Richter. Hinzu kommen Michael Rentzsch (Schlagwerk) und Sebastian Schilling (Orgel). Pfarrer Tilo Jantz liest biblische Texte. Zu Beginn des Konzertes steht die Motette „Wie liegt die Stadt so wüst“ von Rudolf Mauersberger (1889-1971), welche im Frühjahr 1945 unter dem unmittelbaren Eindruck der Zerstörung Dresdens entstand und am 4. August 1945 durch den Kreuzchor in der ausgebrannten Dresdner Kreuzkirche uraufgeführt wurde. Weiterhin kommen das „De profundis“, die Vertonung des 130. Psalms in lateinischer Sprache, des estnischen Komponisten Arvo Pärt (geb. 1935) sowie die Uraufführung der Motette „Von der Heimsuchung, Schändung und Zerstörung einer beliebigen Stadt in einem beliebigen Krieg zu einer beliebigen Zeit“ des Magdeburger Komponisten Jens Klimek (geb. 1984) zur Aufführung. Am Ende des Konzertes werden Spenden zu Gunsten des Opferfonds der "RAA-Sachsen e.V.: Opferberatung - Beratung für Betroffene rechtsextremer und rassistischer Gewalt" gesammelt.

Bild: Kinderbilder auf Stadtbus

Aus der ev.-methodistischen Friedenskirche (Kaßbergstr. 30) wird am Sonntag, 7. März (10:00 Uhr), unter dem Titel „Bewahrt“ ein Fernsehgottesdienst live durch das MDR-Fernsehen übertragen. Der Fernsehgottesdienst erinnert an die damaligen Ereignisse und lässt Zeitzeugen ebenso zu Wort kommen wie die beiden heutigen Partnergemeinden aus Russland und den USA. In der Bombennacht blieb die Friedenskirche wie durch ein Wunder verschont.
Vom 6. Februar bis zum 11. April 1945 rollten insgesamt 10 Luftangriffe gegen Chemnitz. Die 2.881 Bomber warfen 7.716 Tonnen Sprengmittel und Brandsätze über dem Stadtgebiet ab. Bei diesen Luftangriffen kamen etwa 3.600 - 4.000 Menschen in Chemnitz ums Leben, über 2.100 davon alleine in der Nacht vom 5. auf den 6. März. Die Innenstadt von Chemnitz wurde zu 80 Prozent zerstört.

Chemnitzer Friedenstag 2010

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