8. März 2010 - DRESDEN / ROM
Landesbischof Bohl bei Glockenweihe in Rom
Landesbischof hält Festgottesdienst in evangelischer Kirche von Rom

Turm der Christuskirche in Rom
DRESDEN / ROM - Der sächsische Landesbischof Jochen Bohl hat bei der Wiedereinweihung der Glocken in der evangelisch-lutherischen Christuskirche in Rom die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, gewürdigt. Die nach einer Alkoholfahrt zurückgetretene Landesbischöfin habe im Umgang mit ihrer Tat ein "klares und unbeirrtes Verhalten" gezeigt, sagte er am 7. März bei einem Festgottesdienst. Christen seien nicht an Fehlerlosigkeit erkennbar, sondern an der Art, wie sie mit ihrer Schuld umgingen.
Der sächsische Landesbischof wies bei der Wiedereinweihung des Geläuts der evangelisch-lutherischen Kirche auf dessen Bedeutung im katholischen Rom hin. "Die Christus, die Luther- und die Wittenbergglocke" stünden in der Papststadt für das "Eigene unser Konfession". Die Taufglocke künde von dem Ort, an dem die Reformation ihren Ausgang nahm und von der Beteiligung aller Gemeindemitglieder am Auftrag der Kirche.
Die 1913 im thüringischen Apolda von der Hofglockengießerei Franz Schilling nach dem Vorbild des Geläuts der Wittenberger Schlosskirche gegossenen Glocken wurden unmittelbar vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs im Turm der neu errichteten Christuskirche aufgehängt. Anstelle der stählernen Aufhängung wurde bei mehrjährigen Renovierungsarbeiten ein Glockenstuhl aus sächsischem Eichenholz in den Turm eingesetzt. Die Baukosten verdoppelten sich wegen eines Unfalls auf 200.000 Euro. ( Auszug ©epd 7.3.2010 )


