23. März 2010
Konfirmationen mit Rückenwind
An den Konfirmationssonntagen werden auch zahlreiche Jugendliche getauft

Landesbischof Bohl begrüßt besonders einen Konfirmanden nach dem Gottesdienst
DRESDEN - In den nächsten Wochen bis zum Pfingstfest werden in den Kirchgemeinden der sächsischen Landeskirche rund 4.400 Jugendliche meist im Alter von 14 Jahren konfirmiert. Den Auftakt bildet der Palmsonntag am 28. März, der in vielen ländlichen Gemeinden und Gemeinden insbesondere des Erzgebirges weiterhin als traditioneller Konfirmationstag gefeiert wird.
Nach dem Tiefstand in den letzten beiden Jahren von zwischen 4.000 und 4.200 Konfirmanden zeichnet sich ein weiterer Anstieg ab. Die Talsohle der geburtenschwachen Jahrgänge ist damit durchschritten. In deutlich mehr Kirchenbezirken sind Zuwächse zu verzeichnen als im vorigen Jahr. Die diesjährigen Jugendlichen spiegeln die Jahrgänge 1995/96 wider.

Der Tiefstand der letzten Jahre hing mit dem drastischen Rückgang der Geburten Anfang der 90-er Jahre zusammen. So hatte sich im Vergleich der beiden Jahre 1990 und 1994 die Zahl der Geborenen auf dem Gebiet der Landeskirche von 43.770 auf 20.460 mehr als halbiert. 1994 war das geburtenschwächste Jahr in Sachsen seit Beginn der Aufzeichnungen.
Unabhängig von der Bilanz in der Bevölkerungsentwicklung wird der prozentuale Anteil von ungefähr 20 Prozent der Konfirmanden in dieser Altersgruppe wieder dem Verhältnis der letzten Jahre entsprechen. Vor gut 20 Jahren lag der Anteil dagegen bei nur 14 Prozent.
Von den 20 sächsischen Kirchenbezirken weisen 16 ein Plus auf. Deutliche Anstiege werden in diesem Jahr in Dresden, Pirna, Leipzig und Plauen erwartet. In den beiden Dresdner Kirchenbezirken sind Steigerungen von 459 auf 544 festzustellen, wobei alleine im Kirchenbezirk Dresden Nord 65 Jugendliche mehr konfirmiert werden dürften.

"Konfirmand sein ist schön"
Es zeichnet sich aber ein unterschiedliches Bild: So stagnieren die Zahlen in den ländlichen Bereichen der Landeskirche. So bestätigten Pfarrer und Pfarrerinnen dass Kinder, die noch hier getauft wurden, nicht mehr da seien und mit ihren Eltern weggezogen sind. Rückgänge sind beispielsweise in diesem Jahr im Kirchenbezirk Bautzen-Kamenz zu erwarten.
Palmarum, der letzte Sonntag vor dem Osterfest, stand zu früheren Zeiten nach Beendigung der Volksschule als Termin für die Konfirmationen und war zugleich die Möglichkeit für die Konfirmanden, zum ersten Mal am Abendmahl zum Ende der Passionszeit teilnehmen zu können. Heute wählen viele Gemeinden auch die Sonntage nach Ostern für das Fest der Einsegnung. Häufig sind die Konfirmationsgottesdienste mit der Bekräftigung des christlichen Bekenntnisses in einer für Jugendliche ansprechenden Form gehalten.

So werden neuere Lieder gesungen oder die „Älteren“ der Jungen Gemeinde beteiligen sich an der Gottesdienstgestaltung.
Als Ergebnis einer über zweijährigen Erhebungs- und Studienphase in allen Kirchenbezirken hatte im Januar diesen Jahres in Dresden zum ersten Mal ein Zukunftskongress zur Konfirmandenarbeit stattgefunden, wo beispielhafte Modelle gelungener Arbeit mit heranwachsenden Jugendlichen vorgestellt wurden. Es geht darum, die Qualität zu prüfen und zu entwickeln, Chancen wahrzunehmen und zu nutzen sowie Modelle zu konzipieren und zu realisieren.
Die gesetzten Impulse sollen letztlich dazu führen, dass Konfirmandenarbeit auch für Jugendliche attraktiv ist, die noch nicht mit der Kirche in Berührung kamen. Offene Jugendarbeit mit Verbindlichkeit, Gemeinschaft und mit Erlebnischarakter soll stärker auf die Bedürfnisse junger Heranwachsender ausgerichtet sein. Meist durch Freunde mit eingeladen, nehmen bereits viele nichtgetaufte Jugendliche an den Treffen vor der Konfirmation teil. So ist an den Konfirmationssonntagen zu beobachten, dass sich zwischen 10 bis 15 Prozent gleichaltrige Jugendlichen taufen lassen.

Konfirmationsgottesdienste finden zu Palmarum u.a. im erzgebirgischen Annaberg und in umliegenden Kirchgemeinden sowie in Oederan und Riesa statt. In anderen Kirchgemeinden stellen sich an diesem Sonntag die angehenden Konfirmanden der Gemeinde vor und werden später konfirmiert.
Nach der Konfirmation gibt die Junge Gemeinde Hilfestellung, damit sich eigenverantwortliches Handeln in klaren sozialen Bezügen in Gemeinde und Lebensumwelt der Jugendlichen entwickeln kann. Mit der Jungen Gemeinde ergeben sich auch mehr Außenkontakte zu anderen christlichen Gruppen und zur Ökumene durch gemeinsame Ferienrüstzeiten und größere Jugendtreffen.


