19. Mai 2010 - BAUTZEN
Zwei im Jemen entführte deutsche Mädchen wieder frei
Schicksal von Eltern und Bruder weiter unklar - Außenminister besorgt
BAUTZEN - Zwei vor elf Monaten im Jemen entführte deutsche Kinder sind wieder auf freiem Fuß. Lydia (6) und Anna (4) wurden offenbar von der saudi-arabischen Armee befreit. Die beiden Mädchen waren zusammen mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder verschleppt worden. Deren Schicksal war am 18. Mai weiter ungewiss.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärte in Berlin, die beiden Mädchen befänden sich in der sicheren Obhut saudischer Behörden. Es gebe noch keine Gewissheit und keine belastbaren Informationen über das Schicksal der übrigen Familienmitglieder und des mit ihnen entführten Briten. "Ihre Lage erfüllt uns mit großer Sorge bei aller Freude darüber, dass die beiden Mädchen nun in sicherer Obhut sind", sagte Westerwelle.
Die Familie kommt aus Meschwitz bei Bautzen. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), die sächsische Landeskirche sowie der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Martin Schindehütte, reagierten trotz aller Erleichterung auf die Rettung der Kinder besorgt über den Verbleib der übrigen Geiseln. "Ich empfinde Freude und Hoffnung, Trauer und Schmerz zugleich", erklärte Schindehütte.
Ähnlich äußerte sich der sächsische Landesbischof Jochen Bohl. "Unser Mitgefühl gilt den Eltern und Geschwistern", sagte er. "Freude, Trauer und Sorge liegen hier dicht beieinander." Der Landesbischof rief zur Fürbitte für die Geiseln wie für die befreiten Mädchen auf. Zugleich bat er die politisch Verantwortlichen in Deutschland und im Jemen um angemessene und umsichtige Bemühungen bei der Befreiung der noch Verschleppten. ( AUSZUG ©epd 18.05.2010 )


