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Aktuelles

25. Mai 2010

Partnerschaften leben – Zukunft gestalten

Kirchgemeinde mit persönlichen, geistlichen und politischen Impulse

Bild: Einladungsflyer zur Tagung
Anmeldung bis 10. Juni

MORITZBURG – Zu Vorträgen, Zeitzeugenberichten und Erfahrungsaustausch über Kirchgemeindepartnerschaften werden auf einer Tagung in Moritzburg vom 2. bis 4. Juli Vertreter gemeindlicher Partnerschaftsarbeit der hannoverschen und der sächsischen Landeskirche erwartet. Dabei geht es um die 60-jährige Geschichte von innerdeutschen Partnerschaften, ihr Wandel nach der deutschen Wiedervereinigung und Beziehungen zu Gemeinden in West-, Mittel- und Osteuropa. Zu diesem außerordentlichen Treffen haben der Landesausschuss Kongress und Kirchentag in Sachsen sowie der Landesausschuss Hannover eingeladen, für das jetzt die Anmeldungen angelaufen sind.

Im letzten Jahr erinnerten Kirchgemeinden an die Maueröffnung vor 20 Jahren in Sonntagsgottesdiensten mit einem Kanzeltausch zwischen Partnergemeinden. Zu Zeiten der deutschen Teilung hatte im Grunde jede sächsische Kirchgemeinde Partnerschaften zu einer oder mehreren Gemeinden in den Landeskirchen Hannovers, Braunschweigs und der Kirche in Schaumburg-Lippe. Die Weichen dafür waren durch das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen in Deutschland im Jahre 1949 gestellt worden. Ausgehend von materieller Patenhilfe hatten sich bald Partnerschaften entwickelt, die nicht nur die Mauer durchlässiger werden ließen, sondern für viele Gemeinden persönliche, geistliche und politische Impulse gaben.

Vor 30 Jahren kam es auf Anregung niederländischer Gemeinden auch zu Partnerschaften dorthin. In den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts entstanden 88 Beziehungen zwischen sächsischen Kirchgemeinden und protestantischen – meist reformierten - Gemeinden in den Niederlanden, von denen derzeit die Hälfte den Kontakt aufrechterhält. Nach der friedlichen Revolution waren intensivere Kontakte und Hilfeleistungen zu Gemeinden nach Mittel- und Osteuropa möglich. Motivation war vielfach die vorher empfangene Hilfe denen weiter zu geben, die nach dem politischen Umbruchs schlechtere Voraussetzungen hatten oder die sich in einer Minderheitensituation befanden. Insbesondere zu den Böhmischen Brüdern in Tschechien, den Gemeinden der lettischen Partnerkirche, aber auch nach Polen, Rumänien und Russland entstanden projektbezogene Beziehungen.

Die Tagung Anfang Juli hat zum Ziel, diese vielfältigen und reichen Erfahrungen zwischen den Kirchgemeinden der Landeskirchen sowie mit den Kirchen in den östlichen Nachbarländern nachzuzeichnen, kritisch zu reflektieren und für neue Herausforderungen fruchtbar zu machen. Unter den Zeitzeugen wird auch der sächsische Pfarrer i.R. Günther Otto mit dabei sein, der zwischen 1968 und 1993 beim Hilfswerk die Partnerschaftsarbeit sowie besondere Geschäfte im Zusammenhang mit der Materialbeschaffung sowie Hilfen für Dritte-Welt-Länder organisiert hatte. Zum Schluss der Tagung geht es aber auch um grundsätzliche Fragen von Bildungsaufgaben für ein friedliches und solidarisches Europa angesichts sozialpolitischer und wirtschaftlicher Konfliktlagen mit Schwerpunkt Mittelosteuropa.

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