26. Mai 2010 - GROSSENHAIN
Schadensbilanz nach Tornado im Kirchenbezirk Großenhain
Gedenk- und Fürbittengottesdienst am 28. Mai in Großenhain

GROSSENHAIN – Eine erste Bilanz nach dem schweren Wirbelsturm am Pfingstmontag im südlichen Brandenburg und in Sachsen ergab im Kirchenbezirk Großenhain zahlreiche Schäden an Kirchen, Gemeindehäusern und Friedhöfen.
AKTUELL
In der Kirche Walda fand am Sonntag, 6. Juni, ein Dank- und Fürbittgottesdienst statt, in dem Pfarrer Harald Pepel 40 kleine Apfelbäumchen als Ersatz für die vom Tornado entwurzelten Obstbäume vergab. Sie sollen für die Gemeinde ein Hoffnungszeichen nach dem verheerenden Wirbelsturm sein. Landesbischof Jochen Bohl unterstützte persönlich mit einem erheblichen Zuschuss diese mutmachende Aktion für die Opfer der Zerstörungen.
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Über 80 Prozent Kahlschlag nach Tornado
Der Tornado zog am Nachmittag des 24. Juni mitten durch den Kirchenbezirk eine Schneise der Verwüstung. Notfallseelsorger kümmerten sich um Verletzte und Evakuierte in Krankenhäusern und Turnhallen. Die Landeskirche wird die betroffenen Kirchgemeinden unterstützen.
Insbesondere die Stadt Großenhain hat es stark getroffen, wo neben Schäden am Dach und bei über 40 Prozent der neuen Fenster der Marienkirche, vor allem der kirchliche Friedhof (Öhringer Straße) betroffen ist. Hier sind 80 Prozent des Baumbestandes zerstört worden und der Friedhof ist seitdem geschlossen. Anlässlich des verheerenden Unwetters findet in der Marienkirche am Freitag, 28. Mai, um 18:00 Uhr ein Gedenk- und Fürbittengottesdienst statt. Das geplante „Fest der Sinne“ (4.-6. Juni) sowie der Ökumenische Gottesdienst im Stadtpark fallen aus.

Kirche in Radeburg
Beschädigungen an Kirchendächern führten auch schnell zu weiteren Schäden durch eindringendes Regenwasser. So sind die Kirchen in Radeburg, in Reinersdorf, Colmnitz und Walda davon betroffen und es wird noch geprüft, inwieweit die Orgeln in Mitleidenschaft gezogen worden sind. In das Dach der Radeburger Kirche wurde beispielsweise ein zwölf Quadratmeter großes Loch über der Orgelempore gerissen. In Bauda soll neben eingedrückten Fenstern und dem abgeknickten Turmknopf auch die Orgel beschädigt sein.
Weitere Zerstörungen an Fenstern sind in Colmnitz und Frauenhain zu beklagen. Vor allem Schäden an der Dachabdeckung an Pfarr- und Gemeindehäusern hat es in Bauda, Frauenhain und Großenhain gegeben. In Radeburg stürzte ein Schornstein vom Pfarrhausdach in den Garten und durchschlug das Dach an zwei Stellen. Auch hier sind auf dem Friedhof viele Bäume entwurzelt worden. Neben den Schäden an der Dachneueindeckung auf der Nordseite der Waldaer Kirche wurden jetzt auch Risse in der Sakristei der kürzlich erst sanierten Kirche entdeckt.
BITTE UM SPENDEN FÜR DIE STURMOPFER
Ein Tornado hat am Pfingstmontagnachmittag das Großenhainer Land heimgesucht und eine Spur der Verwüstung hinterlassen.
Zu beklagen ist ein sechsjähriges Mädchen, das in Großenhain durch einen umstürzenden Baum ums Leben gekommen ist. 30 – 40 Personen sind bei dem Unwetter verletzt worden, davon eine Person schwer.
Was in vielen Jahren mühselig aufgebaut worden war, wurde in weniger als zehn Minuten großflächig zerstört. Vorrangig gilt unsere Zuwendung jetzt den Menschen, die kein Dach mehr über dem Kopf haben und denen, deren Existenzen bedroht sind.
Die Notfallseelsorger sind seit Montag (vorrangig im Großenhainer Kranken-haus und in den Turnhallen, in denen die Evakuierten untergebracht wur-den) im Einsatz.
Darüber hinaus mühen wir uns die Schäden an den Kirchen in Colmnitz, Bauda, Walda, Großenhain, Reinersdorf und Radeburg einzugrenzen und zu beseitigen. An der Großenhainer Marienkirche sind 40 – 50 % aller Scheiben durch taubeneiergroße Hagel zerschlagen worden, in Walda wurde das im letzten Jahr eingedeckte Kirchendach erheblich beschädigt, ebenso die Dä-cher der in Radeburg, Colmnitz und Reinersdorf.
Auf vielen Friedhöfen bietet sich ein Bild der Verwüstung. 90 % der Bäume auf dem Großenhainer Friedhof wurden entwurzelt oder abgebrochen. Be-stattungen können in den nächsten zwei Wochen nicht stattfinden. Men-schen, die beim Aufräumen helfen, sind uns willkommen. Unsere Landeskir-che wird die betroffenen Kirchgemeinden ebenfalls unterstützen.
Für alle Soforthilfemaßnahmen bitten wir Sie um finanzielle Unterstützung. Während der verheerenden Elbeflutkatastrophe 2002 haben wir viel Unter-stützung und Beistand erfahren, bitte helfen Sie uns auch jetzt. Lassen Sie dem Wirbelsturm einen Sturm der Mithilfe folgen.
Spenden können Sie unter dem Kennwort „Tornado, RT 1600“ auf das Konto der Superintendentur Großenhain überweisen.
Spendenkonto: Kassenverwaltung Dresden
Konto 106 720 932
BLZ 850 951 64
LKG Sachsen
In dankbarer Verbundenheit
Ihr
Eckhard Klabunde,
Superintendent des Kirchenbezirks Großenhain
Großenhain, den 27.05.2010


