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Aktuelles

19. Juni 2010

Beitritt der Landeskirche zur Klimaplattform „Klima der Gerechtigkeit“

Bildungsangebote, Praxistage und Überprüfungen für ein besseres Klima

Bild: Windanlage

DRESDEN – Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens ist der Entwicklungspolitischen Klimaplattform der Kirchen, Entwicklungsdienste und Missionswerke beigetreten. Das Anliegen dieser Plattform unter dem Motto „Klima der Gerechtigkeit“ ist es, sich damit in ein breites gesellschaftliches Bündnis für den Klimaschutz einzubringen. Bis jetzt haben sich 23 Kirchen und Organisationen, darunter u.a. auch die Entwicklungsdienste Brot für die Welt und Misereor, zusammengefunden.

Bild: Praxistag für Energiemagement
Praxistag 2009 für Umweltmanagement

Von den bisher entwickelten Leitbildern und Positionen der kirchlichen Entwicklungs-, Missions- und Partnerschaftsarbeit wurden auch politische Forderungen abgeleitet, die zum größten Teil von der sächsischen Kirchenleitung unterstützt werden. Die Zustimmung zum Beitritt in die Klimaplattform der Kirchen auf ihrer letzten Sitzung steht damit in Konsequenz zur Erklärung, die die Kirchenleitung im letzten Oktober im Vorfeld der Kopenhagener UN-Umweltklimakonferenz abgegeben hatte. Hier wurden explizit der Lebensstil und der Umgang mit Ressourcen in den Kirchgemeinden angesprochen und dazu aufgerufen, Angebote zum Energiesparen aufzugreifen.

Neben der bundesweiten Klimaplattform der Kirchen, die sich der Themen Armutsbekämpfung, Ernährungssicherheit und Klimaschutz zuwendet, sind in der sächsischen Landeskirche entsprechende Projekte und Angebote entstanden. Nicht zuletzt eine Erklärung der Landessynode aus dem Jahre 2007 hatte einiges angestoßen. Neben der Prüfung einer kontinuierlichen Mitarbeit in einem Bündnis, regte sie an, der kirchlichen Partnerschaftsarbeit mit Menschen in ärmeren Ländern größere Aufmerksamkeit zu schenken und das Thema „Klimawandel“ stärker in die Bildungsarbeit der Landeskirche einzubringen.

Im Rahmen eines Pilotprojektes fand im letzten Jahr der erste „Praxistag“ statt, wo es um das Energiemanagement in Kirchgemeinden ging. Es folgten Klimaschutz-Teilkonzepte für viele Kirchgemeinden sowie Anregungen, zu Ökostromanbietern zu wechseln. Daran beteiligte sich zu Jahresbeginn beispielgebend das Landeskirchenamt in Dresden und jetzt das Regionalkirchenamt in Chemnitz. Neben dem Umgang mit Energie wurde das zertifizierte Umweltmanagement in Kirchgemeinden und kirchlichen Einrichtungen nach der EU-Umweltverordnung („Grüner Hahn“) vorgestellt und die Ausbildung von „Umweltauditoren“ begonnen.

Das Thema „Öko und Fair“ wurde ebenfalls seitens der Landessynode unter dem Leitwort „Sachsen kauft fair“ mit einer Erklärung (November 2008) unterstützt. Es folgten Rahmenverhandlungen zwischen der Diakonie Sachsen und F.A.I.R.E. Dresden sowie die Mitarbeit und Beteiligung beim sächsischen Kooperationsbündnis (www.sachsen-kauft-fair.de) durch die Arbeitsstelle Eine Welt (Leipzig). Ebenfalls fortgeführt wurden nachhaltige Projekte außerhalb Deutschlands durch den „Solidaritätsbrief Eine Welt“ und der Aktion „Hoffnung für Osteuropa“. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit über das Leipziger Missionswerk entstanden Kontakte und Netze nach Tansania, Papua-Neuguinea und Indien.

Themenfelder wie Gentechnik auf Kirchenland, Hinweise zum Natur- und Umweltschutz auf kirchlichen Friedhöfen sowie die verstärkte Zusammenarbeit mit anderen Landeskirchen längs der Elbe betreffen wiederum den eigenen Raum und werden aktuell diskutiert. Ein Arbeitskreis „BodenKultur“, bei der Evangelischen Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis beschäftigt sich mit der zunehmenden Versiegelung und Umnutzung natürlicher Böden. Das führte im März 2010 zur „Kohrener Erklärung“. Flankiert zu Podien und Arbeitsgruppen bieten zur Gesamtproblematik von Klimawandel und zu Fragen der globalisierten Welt das Ökumenischen Informationszentrum Dresden und die Arbeitsstelle Eine Welt Fortbildungen und Materialien an. Entsprechende Bildungsarbeit leisten auch die Evangelische Akademie Meißen, die Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis sowie der Umweltbeauftragte der Landeskirche, Joachim Krause.

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