23. Juni 2010
Friedhofsandachten und Gemeindefeste am Johannisfest
Auf der Höhe des Naturjahres Erinnerung an die Vergänglichkeit des Lebens
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DRESDEN - Drei Tage nach Sommeranfang feiern Christen den Johannistag (24. Juni) und gedenken der Geburt Johannes des Täufers, der später als Bußprediger am Jordan auch Jesus getauft hat. Am Johannistag gibt es insbesondere in Sachsen die evangelische Tradition zu Friedhofsandachten einzuladen. Sie finden meist am späten Nachmittag oder am Abend statt und werden musikalisch meist von Posaunenchören begleitet.
In Chemnitz-Kappel St. Nikolai wird zudem zu einer historischen Führung über den St. Nikolaifriedhof (19:00 Uhr) eingeladen, wo wie in einem Geschichtsbuch zahlreiche Grabstätten an Chemnitzer Stadtpersönlichkeiten erinnern. In der Stadt- und Marktkirche St. Jakobi erklingt zuvor um 18:00 Uhr barocke Kammermusik. Zur gleichen Zeit findet in Chemnitz-Harthau auf dem Friedhof oberhalb der Lutherkirche eine musikalisch gestaltete Johannisandacht statt.
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Auch in Dresden laden Kirchgemeinden zu Andachten auf Friedhöfen und zu anschließenden Johannisfeuern ein. So beginnt um 18:00 Uhr auf dem Bergfriedhof Cossebaude ein Wandelgottesdienst. Dabei wird die Gemeinde über den Friedhof gehen, um an verschiedenen Grabmalen zu verweilen und über die eingemeißelten Sprüche zu meditieren. Musikalisch begleitet wird diese besondere Form des Gottesdienstes vom Posaunenchor der Gemeinde. Anschließend ist bei schönem Wetter ein gemeinsamer Grillabend geplant.
Weitere Andachten sind auf dem Johannisfriedhof in Dresden-Tolkewitz, auf dem Striesener Friedhof, dem Äußeren Plauenschen Friedhof und dem Cottaer Friedhof. In der Christuskirche Dresden-Strehlen beginnt um 19:00 Uhr ein Ökumenischer Gottesdienst. Im Anschluss wird zum Zusammensitzen am Johannisfeuer eingeladen. Ein weiterer Gottesdienst mit anschließendem Lagerfeuer findet zeitgleich in der Johanneskapelle Radebeul statt. Umrahmt wird der Gottesdienst von Posaunen- und Chormusik. Zur gleichen Zeit treffen sich die Gemeinden zu Andachten auf dem Lockwitzer Friedhof und auf dem Obergorbitzer Friedhof.
Die Johannisandacht auf dem Friedhof Dresden-Loschwitz (19:30 Uhr) wird von der Kantorei der Gemeinde musikalisch gestaltet. Eine Andacht mit anschließendem Volksliedersingen beginnt 20:00 Uhr in der Emmauskirche Dresden-Kaditz. Die Leubnitzer und die Prohliser Kantorei laden gemeinsam mit dem Dresdner Chor „Hanns Eisler“ zum Volksliedersingen am Heiligen Born ein.
Posaunenchöre sind unter anderem auf dem Hauptfriedhof Radebeul (17:00 Uhr), dem Friedhof Dresden-Löbtau (19:00 Uhr), dem Alten Friedhof Dresden-Klotzsche (19:30 Uhr), sowie auf dem Friedhof Dresden-Bühlau zu hören (19:30 Uhr).
In Leipzig wird am Johannistag um 17:00 Uhr zu einem Freiluftgottesdienst für Familiengottesdienst mit Johannisfeuer und Grillen in die Fahrradkirche Zöbigker eingeladen. In der Kirche Drewitz bei Taucha erklingt ab 19:00 Uhr Posaunenmusik.
Zur gleichen Zeit trifft sich die Gemeinde in Podelwitz zu einer Andacht und entzündet anschließend im Pfarrgelände ein Johannisfeuer. Weitere Andachten finden in Aue, Colmnitz bei Freiberg, Gelenau, Niederfrohna, Nossen, Ruppendorf, Steinbach und vielen anderen Ort statt.

Die Andachten auf den Friedhöfen, wie auch die anschließenden Gemeindefeiern zeigen, dass dieser Johannistag sehr unterschiedliche und miteinander verwobene Akzente hat. So gedenken hier die Christen des Lebens und der Vergänglichkeit auf der Höhe des Jahres, wenn der Sommer gerade begann, aber die Tage wieder kürzer werden. An diesem Tag wird in zweifacher Hinsicht an den Täufer Johannes gedacht: Als Wegbereiter Jesu sowie an Johannes gewaltsamen Tod - aber auch an seine Geburt.
So sei Johannes ein halbes Jahr älter als Jesus. Tod und Leben gehören nach christlicher Überzeugung zusammen. Keines von beiden ist ausschließlich und ohne das andere vorstellbar. Leben angesichts des Todes. Die Feier auf dem Friedhof verbindet den Johannistag als Scheitelpunkt des Jahres auch mit dem Ewigkeitssonntag als den Abschluss des Kirchenjahres. Hier nun hört die Gemeinde naturnah das Zeugnis des Johannes: „Er [Jesus] muss wachsen, ich aber muss abnehmen“ (Joh. 3, 30).


