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Aktuelles

13. Juli 2010

Zwei neue Pilgerwege in Sachsen gehen in Erprobung

Chemnitzer Jakobusfest 2010 mit Vorträgen, Führung und Orgelmatinee

Bild: St. Jakobus als Steinfigur
St. Jakobus

CHEMNITZ / GEITHAIN – Mit der Erstbegehung der 28 Kilometer langen Pilgerstrecke von Oederan nach Chemnitz am 24. Juli soll ein Teil der historischen Route des Jakobsweges auf der Frankenstraße wiederbelebt werden. Am nächsten Tag wird am Zielort in der Stadt- und Marktkirche St. Jakobi das Jakobusfest gefeiert. Während das kleine Teilstück der mittelalterlichen Route auf dem Weg ins ferne spanische Santiago de Compostela bereits vollständig mit der „Jakobsmuschel“ markiert ist, weist im Land des Roten Porphyrs gut 20 Kilometer nordwestlich von Chemnitz noch keine Beschilderung auf die dort geplante „Via Porphyria“.

Pilgern im Land des Roten Porphyr

Immerhin ist dieser 200 Kilometer lange Rundpilgerweg durch die Landschaft des Muldentals und entlang vieler geschichtlicher Bauwerke und Kirchen im romanischen, gotischen und barocken Stil, erst in der Erprobung. Vorbereitet wird die Pilgerstrecke mit ihren bisherigen zehn Stationen durch das Ev.-Lutherische Kirchspiel Geihainer Land zusammen mit dem Verein „Kirche im Land des Roten Porphyr e.V. von Geithain aus, wo auch die Wanderroute beginnt. Im Kloster Wechselburg endet die 7- oder 10-Tages-Tour, die mit Anmeldung nur als Führung durchgeführt wird.

Pfarrer Markus Helbig aus Geithain hebt vor allem die „guten geistlichen Erfahrungen“ hervor, die bei den bisherigen Pilgerwanderungen gemacht wurden. Das frühe Aufstehen mit anschließender Bibellese und Andacht gebe den „Input“ für den Tag. Das Schweigen beim Wandern endet am Abend ebenfalls mit einer biblischen Betrachtung. „Das Labyrinth, in der Vergangenheit der Pilgerweg des ‚kleinen Mannes’, gab unter anderem die Idee für das Vorhaben“, so Helbig. Im Einzugsbereich stünden rund 60 Kirchen, die natürlich nicht alle mit einer zehn- bis zwanzigköpfigen Gruppen besucht werden könnten. Die nächste Pilgerwanderung sei für den Zeitraum 9. bis 15. August geplant.

Bild: Eine durch gelbe Strahlen angedeutete Muschelform
Die Muschel als Zeichen der Pilger

Sächsischer Jakobsweg soll von der "Via Regia" abzweigen

Schon länger als Pilgerweg in Sachsen wieder neu entdeckt, ist das Wandern entlang der alten Handelsstraße Via Regia, dem Jakobsweg in ostwestlicher Richtung durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Der Ökumenische Pilgerweg führt von Görlitz über Bautzen, Kamenz, Großenhain, Wurzen nach Leipzig und dann weiter nach Westen. An ihm entstanden bereits verschiedene Herbergen, wo die Pilger gegen ein kleines Entgelt übernachten können.
Der Verein „Sächsischer Jakobsweg an der Frankenstraße e.V.“ hat sich zum Ziel gesetzt, einen Abzweig von Bautzen über Dresden, Freiberg, Chemnitz, Zwickau und Plauen ins fränkische Hof zu führen.

Bild: Jacobikirche in Wilsdruff bei Meißen
Die über 850 Jahre alte Jacobikirche in Wilsdruff wird heute als Autobahnkirche genutzt

Mit der Erstbegehung der Etappe „Oederan – Chemnitz“ des sächsischen Jakobswegs an der Frankenstraße, die von den Chemnitzer Jakobspilgern betreut wird, steht am Anfang dieses Vorhabens. Nach der Wanderung am 24. Juli steht am Abend in Chemnitz ein Vortrag zum Thema „Pilger auf dem Jakobsweg in und um Chemnitz – eine Spurensuche“ von Siegfried Bayer auf dem Programm.
Der Sonntag (25. Juli) beginnt mit einem Festgottesdienst, dem sich eine Orgelmatinee mit Kantor Steffen Walther anschließt.

Weitere Programmpunkte sind die Präsentation des Vereins „Sächsischer Jakobsweg an der Frankenstraße e.V.“, eine Führung mit dem Chemnitzer Türmer Stefan Weber zum Thema „Chemnitz im Spätmittelalter“ und die Wiederholung des Vortrages vom Vortrag. Jakobslegenden gelesen von Adela Sanchez und Dieter Ruby und Musik schließen das Fest ab. Die Veranstalter des Chemnitzer Jakobusfestes 2010 sind das Evangelische Forum Chemnitz zusammen mit den Chemnitzer Jakobspilgern und Ev.-Lutherischen St.-Jakobi-Johannis-Kirchgemeinde.

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