9. August 2010
Landesbischof Jochen Bohl zum Mordanschlag auf Mitarbeiter der Hilfsorganisation in Afghanistan
DRESDEN - Mit Betroffenheit und Abscheu reagierte Landesbischof Bohl auf die Nachricht vom Mordanschlag auf Mitarbeiter einer christlichen Hilfsorganisation in Afghanistan. Sein Mitgefühl gilt besonders den Angehörigen der dabei getöteten, aus Sachsen stammenden Mitarbeiterin und den Trauernden in ihrer Kirchgemeinde.
Bohl zollte der selbstlosen Haltung der Ermordeten hohen Respekt, in ein gefahrvolles Land wie Afghanistan zu gehen, um dort Leidenden zu helfen. "Die Helfer sind zwar aus ihrer Glaubenshaltung heraus, aber nicht zum Missionieren nach Afghanistan gereist“, so Bohl zur Erklärung der Taliban, ihre Opfer seien als christliche Missionare getötet worden. Die IAM halte sich an die Verhaltensprinzipien des Internationalen Roten Kreuzes, des Roten Halbmonds und von Nichtregierungsorganisationen, wonach medizinische oder soziale Hilfe nicht dafür eingesetzt werden darf, um eine religiöse Haltung zu propagieren. Der brutale Mord mache darum die verbrecherische Haltung der terroristischen Gruppen wie der Taliban in ihrem ganzen Ausmaß deutlich.
Alle Hilfsorganisationen seien nun vor die Frage gestellt, ob sie ihr Engagement in dem Land am Hindukusch überhaupt fortführen können. Die Bundesregierung sehe Bohl aufgefordert, eine grundsätzliche Diskussion um den Afghanistan-Einsatz zu führen, dessen Ziele für ihn nach wie vor nicht erkennbar sind. Angesichts der festzustellenden Zunahme der Gewalt in diesem Jahr erscheine dies immer dringlicher. Insofern sei seit der Dresdner Neujahrspredigt der früheren Ratsvorsitzenden der EKD, Margot Käßmann, „nichts besser geworden in Afghanistan“.


