23. August 2010 - LEIPZIG
Gustav-Adolf-Werk besorgt über Sparmaßnahmen bei evangelischen Schulen
Eine vor 21 Jahren gewonnene Bildungsfreiheit würde jetzt gefährdet
LEIPZIG - Der Generalsekretär des GAW, Pfarrer Enno Haaks: "Bildung ist eine urprotestantische Sache und wir brauchen gerade heute die protestantischen Stimmen in diesem Bereich. Es ist Vielfalt, nicht Vereinheitlichung, die einer demokratischen Gesellschaft gut tut." In einem Brief an Sebastian Gemkow (CDU), Mitglied des Sächsischen Landtages, verlieh Haaks der Sorge des GAW Ausdruck und bat darum, dass Gemkow sich dieser Sorge annimmt.
Der Sächsische Landtag soll in den kommenden Monaten eine Gesetzesvorlage beraten und beschließen, die die Kürzung von Geldern für freie Schulen und erschwerte Zulassungsbedingungen vor allem für freie Mittelschulen und Gymnasien vorsieht. Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Jochen Bohl, sieht ein Schulsterben der freien Schulen als unvermeidliche Folge, sollte diese Gesetzesvorlage so beschlossen werden. Auch der Vorsitzende des GAW in Sachsen, Pfarrer Dr. Arndt Haubold, warnt vor dem Sparen an der falschen Stelle: "Damit werden die vor 21 Jahren gewonnene Bildungsfreiheit und der jetzt nötige Bildungsaufschwung gefährdet." Experten befürchten zudem, dass Neugründungen freier Schulen kaum noch finanzierbar sein werden.
Das Gustav-Adolf-Werk e.V. unterstützt die Gründung evangelischer Schulen vor allem in den östlichen Bundesländern. In Sachsen hat das GAW zwischen 2000 und 2010 evangelische Schulen in Leipzig, Frankenthal, Schweta, Gersdorf, Tharandt und Milkau mit insgesamt rund 140.000 Euro gefördert.
Gustav-Adolf-Werk e. V. ist das älteste evangelische Hilfswerk in Deutschland. Es wurde 1832 in Leipzig gegründet. Heute wird die Arbeit von bundesweit 24 Hauptgruppen und 17 Frauengruppen getragen. Das GAW hilft seinen Partnerkirchen in Europa, Lateinamerika und Nordasien beim Gemeindeaufbau, bei der Renovierung, beim Kauf und beim Neubau von Kirchen und Gemeinderäumen, bei sozialdiakonischen und missionarischen Aufgaben, bei der Aus- und Weiterbildung von kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern u. a. Jährlich werden verschiedene Projekte mit insgesamt 3 Mio. Euro unterstützt, davon 1,6 Mio. mit dem Projektkatalog.


