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Aktuelles

18. April 2011 - BAUTZEN

Die via regia im Bautzener Land

Bautzen erhielt Mitgliedsurkunde des Netzwerks „VIA REGIA – Kulturstraße des Europarates“

Bild: Blick in die Ausstellung im Nicolaiturm (Foto: Stadt Bautzen)

BAUTZEN - Seit 2006 beschäftigt sich ein Projekt des Kulturbüros der Stadtverwaltung Bautzen mit der Geschichte der via regia. Zunächst beschränkte sich die Arbeit auf die Stadt, später auf das Bautzener Land. Ziel war die Erarbeitung einer Ausstellung und einer Publikation. Am 14. April 2011 eröffnete im Bautzener Nicolaiturm das erste sächsische und mitteldeutsche Museum zur Geschichte der via regia.

Der Nicolaiturm und die Nicolaipforte sind über die Nicolaistufen direkt mit der Gerberstraße, der alten via regia, verbunden. Der Turm als genius loci ist für eine Ausstellung zur Geschichte der via regia im Bautzener Land also wie geschaffen, denn mit der Benennung nach dem Hl. Nikolaus von Myra ist der Schutzheilige der Seefahrer, Kaufleute und Händler angesprochen. Über die sechs Geschosse des 1998 sanierten Nicolaiturmes erstreckt sich die Ausstellung. Mit Themen, wie das Bild und die Nutzung der Straße, wird in allgemeiner Form eingeführt. Es wird knapp dargelegt, wie eine Straße entsteht und wie sich deren Wandel bis in die Gegenwart vollzieht. In der Beschreibung der Nutzung werden Transportzwecke und Mittel erwähnt, die Fragen des Straßenbaues nach sich ziehen. Mit dem Thema Krieg und Straße wird bewusst ein deutlicher Schritt weg von der üblichen Straßennutzung gemacht, um die komplexe Rolle von Straßen anzudeuten. Und schließlich wird ein Ausblick in die Zukunft gewährt, wenn jener Planungsraum anklingt, der mit dem Titel VIA REGIA den Verkehrskorridor III der Europäischen Union beschreibt.

Zwei weitere Geschosse der Ausstellung gehen auf den Verlauf der via regia ein. Auf historischen Karten ist er mit westlicher und östlicher Begrenzung im Bautzener Land markiert, und partiell durch Luftbilder in der gegenwärtigen Situation sichtbar gemacht. Bei der Beschreibung des Verlaufs in der Stadt Bautzen werden auch Zeugnisse ihrer erforderlichen Infrastruktur dargestellt. Ein wesentlicher Aspekt in der Herausbildung der Bedeutung der via regia ist ihre herrschaftliche Stellung. Durch Verordnungen der Landesfürsten wird ihr Status als „Königsstraße“ über Jahrhunderte reguliert und in der Durchsetzung dieses Status sind auch die Städte eingebunden. Hierauf geht die Ausstellung in Beispielen ein. Am Ende der Besteigung wird der Nicolaiturm selbst vorgestellt und es bietet sich zudem ein traumhafter Blick auf die via regia und das Bautzener Land.

Die Ausstellung zur via regia im Bautzener Land ist ein Angebot für Bautzener Bürger und Besucher der Stadt und Region, die sie in die Geschichte und Zukunft eines Verkehrsweges einführt. Der Besuch der Ausstellung im Nicolaiturm von Bautzen soll einen ersten Einblick in ein sehr komplexes und weitreichendes Thema städtischer und regionaler Entwicklung geben. Der Besuch der Ausstellung ist in Führungen möglich, die in der Regel über das Museum Bautzen angeboten werden und dort auch beginnen. Zu besonderen Anlässen, wie zum Beispiel dem Tag des offenen Denkmals, ist die Ausstellung auch ohne Terminabsprache geöffnet.

Ziel des Projektes ist zudem eine dauerhafte Verknüpfung des Bautzener Angebotes mit überregionalen und internationalen Partnern und Netzwerken. Schwerpunkt der internationalen Einbindung bildet die Mitwirkung im Netzwerk „VIA REGIA – Kulturstraße des Europarates“, das vom Europäischen Kultur- und Informationszentrum in Thüringen aufgebaut wurde und koordiniert wird. Ein Resultat dieses Netzwerkes ist die Errichtung des „Erlebnisradweges VIA REGIA“ durch Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Schlesien im Jahr 2011 – an dem die Stadt Bautzen mitwirkt und in den die Bautzener Ausstellung im Nicolaiturm eingebunden ist. Caroline Fischer, Geschäftsführerin des Europäisches Kultur- und Informationszentrum in Thüringen und Leiterin des Projektes Erlebnisradweg überreichte im Rahmen einer Pressekonferenz im Nicolaiturm die Mitgliedschaftsurkunde an Oberbürgermeister Christian Schramm.(PM Stadt Bautzen)

Stadt Bautzen

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