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Aktuelles

5. Oktober 2011 - DRESDEN

„Dresdner Anstöße“ erinnern an Aufbruch 1989

Kreuzchor-Konzert und Ansprache zum örtlichen Gedenktag am 8. Oktober

Bild: Blick in die vollbesetzte Kreuzkirche

DRESDEN - Am Sonnabend, 8. Oktober 2011, wird in und vor der Kreuzkirche an die revolutionären Ereignisse im Herbst 1989 gedacht. Auftakt ist um 17:00 Uhr die Aufführung des Oratoriums „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Das Werk erzählt in einer mitreißenden musikalischen Komposition die Geschichte des Propheten Elias, der zeitlebens versuchte, das israelitische Volk vom Glauben an falsche Götter abzubringen. Der Dresdner Kreuzchor und die Solisten werden begleitet durch die Dresdner Staatskapelle unter Leitung von Kreuzkantor Roderich Kreile.

Im Anschluss an das Konzert können die Besucherinnen und Besucher durch das Südportal der Kreuzkirche hinaustreten und sich an dem am 8. Oktober 2010 eingeweihten Denk- und Mahnmal „Steine des Anstoßes“ gemeinsam mit anderen Interessierten versammeln. Um 18:45 Uhr wird der ehemalige Bundesminister und gebürtige Dresdner Gerhart Baum unter dem Motto „Dresdner Anstöße“ eine öffentliche Ansprache halten.

Bild: Denk- und Mahnmal vor der Kreuzkirche

Daran anschließend berichtet Oberlandeskirchenrat i.R. Harald Bretschneider von der Überreichung der Plakette „Schwerter zu Pflugscharen“ in Beit Jala bei Bethlehem (Israel) an die evangelische Schule „Talitha Kumi“.
Bretschneider hatte ab 1980 als sächsischer Landesjugendpfarrer die Aufnäher mit dem Symbol »Schwerter zu Pflugscharen« erfunden und die erste Friedensdekade organisiert.

Der 8. Oktober erinnert an das wunderbare Ereignis 1989, als in Dresden das Gesprächsangebot der gewaltlosen Demonstranten und der Kirche über die Gewaltbereitschaft der Machthaber durch Polizei und Armee siegte. Die Schilde und Helme wurden abgelegt und Waffen kamen nicht mehr zum Einsatz. In der Überzeugung, dass dieser Kulminationspunkt der revolutionären Ereignisse von 1989 sowohl für Dresden als auch für das ganze Land zentrale Bedeutung hat, erklärte der Dresdner Stadtrat den 8. Oktober zum "Örtlichen Gedenktag zur Erinnerung an die friedliche Revolution des Jahres 1989".

Bild: Demonstration mit "Schwerter zu Pflugscharen"

Das Denk- und Mahnmal „Steine des Anstoßes“ gibt der Bewegung „Schwerter zu Pflugscharen“ seit dem Jahr 2010 eine sichtbare und bleibende Erinnerung:
Die jeweils sieben Tonnen schweren Quader bildeten seit 1897 das Fundament des ehemaligen Baldachins über dem Hochzeitsportal der Kreuzkirche. Diese Granitblöcke trugen nicht nur die Brandspuren von 1945. Seit 1982 wurden am 13. Februar immer wieder Kerzen darauf abgestellt. Maßgeblich haben Lothar Beck und Ole Götsche das Mahnmal „Steine des Anstoßes“ gestaltet. Sie haben den "Aufnäher" als Metallguss tief in Erinnerung gebracht.

Beeindruckend stehen nun beide Würfel auf einem der alten Standorte übereinander. Sicher sind die Interpretationen wie bei jedem Denk- und Mahnmal offen. Aber das Fundament mit der biblischen Botschaft steht ziemlich fest. Die gesellschaftliche Situation und die menschliche Umsetzung dieser Botschaft ist oft in der Achse verdreht und steht auf der Kippe.

Monumental künden die steinernen Zeugen von dem großartigen Mut und der beeindruckenden Zivilcourage, mit der Menschen dem biblischen Friedenszeugnis mit der Option der Gewaltlosigkeit Hände und Füße gegeben haben. Manche haben dabei auf ihre Karriere verzichtet, waren sogar zu leiden bereit. Es erinnert an Aufbrüche, wie die Ökumenische Versammlung, die sich oft mit der Kreuzkirche verbanden. Schließlich führte die prophetische Vision zur friedlichen Revolution "ohne Gewalt" und zum Ende der DDR-Diktatur.

www.kreuzkirche-dresden.de

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