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17. Oktober 2011 - BORNA

Martin-Luther-Denkmal in Borna enthüllt

Die lebensgroße Plastik stellt Luther in seiner inneren Entwicklung dar

Bild: Blick auf den Martin-Luther-Platz

BORNA – Nach einem festlichen Sonntagsgottesdienst in der Bornaer Marienkirche wurde am Nachmittag des 16. Oktober das neugeschaffene Martin-Luther-Denkmal auf dem Martin-Luther-Platz eingeweiht. Es steht vor der Stadtkirche St. Marien und neben der Emmauskirche, die 2007 vor den vorrückenden Braunkohlebaggern in einer spektakulären Fahrt per Tieflader von Heuersdorf nach Borna transportiert wurde.

Bild: Luther-Plastik

Das Denkmal von Hilko Schomerus, der aus dem Hannoverschen stammt, lässt Luther aus einem Portal treten, die eine Hand offen, die andere zur Faust geballt. Nun steht das vom Burgdorfer Künstler konzipierte Denkmal nicht wie andere Skulpturen auf einem Sockel, sondern ebenerdig. Die Darstellung und Gestaltung hält vor Augen, dass schon eine lange Zeit seit den früheren Einweihungen von Lutherdenkmalen in Deutschland vergangen sein müsse.

Das über den Leipziger Südraum hinaus bedeutsame Ereignis füllte denn auch den Platz neben der Marienkirche mit Menschen, die neugierig auf die Enthüllung warteten. Für Superintendent Matthias Weismann, der in Sichtweite zu den beiden Kirchen und dem neuen Denkmal wohnt, ist die Aufstellung der lebensgroßen Figur Luthers ein Beitrag der Ortskirchengemeinde zum Lutherjubiläum. Immerhin liege Borna mit seinem Anteil am damaligen reformatorischen Geschehen am heutigen sächsischen Lutherweg, so Weismann.

Bild: Zahlreiche Menschen auf dem Borner M.-Luther-Platz

Martin Luther besuchte Borna mehrfach und hielt engen Kontakt zu seinem Freund und Geleitsmann Michael von der Straßen. Die Stadt lag für ihn günstig auf dem schmalen Korridor des ernestinisch-kursächsischen Besitzes. Die benachbarten Gebiete des albertinischen Herzogtums Sachsen durfte der unter Reichsacht stehende Luther nicht betreten. Er predigte in jener Zeit mehrfach in der Stadtkirche, beriet die aufgeschlossenen Bornaer Bürger in ihren jahrelangen Auseinandersetzungen mit dem Patron der Bornaer Kirche, dem Abt des Pegauer Klosters, und verhalf ihnen bereits 1519 zu einem ersten evangelischen Prediger.

Die lebensgroße Plastik stellt Luther in seiner inneren Entwicklung dar. Von einer in sich verkrümmten Kreatur als Kind seiner Zeit und Kirche entfaltet sich seine Persönlichkeit durch seine Glaubenserfahrung. Als freier Christenmenschen tritt er als Junker Jörg aus einem Portal in Borna an die Öffentlichkeit. Die Kernaussage evangelischen Glaubens und einer in Borna gehaltenen Predigt und eines Aschermittwochbriefes verorten das Denkmal unverwechselbar in der Stadt.

„Angesichts einer dem Untergang geweihten (Emmaus) Kirche in unmittelbarer Nachbarschaft, die sich ja ebenfalls zu neuer Bedeutung entfaltet, wird dieses Ensemble die Botschaft transportieren, dass sich auch die Menschen der geschundenen Bergbauregion mit ihren nicht selten verkrümmten und aussichtslos erscheinenden Biographien durch die Kraft des Glaubens bewegen und zu ihrer wirklichen Bestimmung entfalten können“, so Superintendent Weismann.

Kirchenbezirk Leipziger Land

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