Navigation überspringen

Aktuelles

30. Dezember 2012 - PLAUEN

Jede Orgel bedeutet eine neue Herausforderung

Bild: Orgelbaumeister Thomas Wolf beim Orgelbau
Orgelbaumeister Wolf bei der Arbeit

Von Thomas Wolf, Orgelbaumeister

Seit Februar 2002 ist nach gut 100 Jahren Abstinenz wieder ein Orgelbauer im sächsischen Vogtland tätig. Ich, Orgelbaumeister Thomas Wolf, bin Chef der Firma „Vogtländischer Orgelbau“ und Gemeindeglied der katholischen Kirche in Netzschkau, wo ich seit 33 Jahren ehrenamtlicher Organist bin.
In den letzten Jahren ist die Firma immer mehr zum Familienbetrieb geworden, so arbeitet meine Frau im Büro und zwei meiner Kinder, Patricia (25) und Raphael (23), sind als Orgelbauer tätig.

Jedes unserer Instrumente ist ein Unikat und wird immer auf die Größe und Akustik des Kirchen- oder Konzertraumes abgestimmt. Bei der Restaurierung und Rekonstruktion gilt es, die ursprüngliche Handschrift des Orgelbauers zu erhalten und den verloren gegangenen Teil zu rekonstruieren. Eine ganz besondere Herausforderung ist eine neue Orgel zu bauen. Da stecken wir ein ganzes Stück Forschung und Entwicklung, praktisch unsere eigenen Ideen hinein. Am Ende steht die Qualität als Ziel. Dafür muss das Können aller Beteiligten in das harmonische Zusammenwirken der unterschiedlichen Materialien einfließen.

Seit diesem Jahr besteht unsere Werkstatt fünfzehn Jahre und davon sind wir seit zehn Jahren in Limbach ansässig. Inzwischen besitzen wir eine lange Referenzliste rekonstruierter und restaurierter Orgeln.
Auch in diesem Jahr konnten wir wieder bedeutende Arbeiten an Orgelinstrumenten zum Abschluss bringen. Dazu zählt die Rekonstruktion der Bärmig-Orgel von 1859 in der evangelischen Kirche zu Schöneck. Im Frühjahr dieses Jahres vollendeten wir die Rekonstruktion der Donati–Orgel von 1741 in der Schlosskapelle zu Lichtenwalde. Anerkennung erwarben wir uns im Jahr 2006 für den Bau der neuen Orgel in der Aula des Coburger musischen Gymnasium Albertinum.

Wir freuen uns besonders, wenn sich Menschen aus der Umgebung für unsere Arbeit und unsere Werkstatt interessieren. Vielen Besuchern zeigten wir schon die Vielseitigkeit des Berufes bei interessanten Gesprächen.
Trotz aller Freude über die geleisteten Arbeiten und des Erreichten, waren die bisherigen Jahre der Selbstständigkeit keineswegs immer einfach und so gab es Höhen und Tiefen.
Zum Schluss gebe ich der Hoffnung Ausdruck, dass es uns gelinge, im bisherigen Sinn und Geist fortzufahren, und dass der Segen Gottes, der unser Schaffen bisher begleitete, uns weiterhin beschieden sei.

Zimbel

Bild: Zimbelstern am Prospekt der Orgel in der Plauener Johanniskirche
Orgelprospekt der Plauener St. Johanniskirche

Von Norbert Siegert

Zimbeln (lat. cymbalum) sind kleine bronzene Handglöckchen, die schon in alttestamentarischer Zeit zur Begleitung von Psalmen und geistlichen Gesängen verwendet wurden. In vielen Kulturkreisen der Welt werden sie auch heute noch als Rhythmusinstrumente verwendet.

Der Zimbelstern ist ein zur Orgel gehörendes Glockenspielwerkregister. In der St. Johannis-Kirche in Plauen wurde 1965 durch die Dresdner Orgelbaufirma Jehmlich eine hervorragende Orgel mit 48 Registern und drei Manualen eingebaut.

Diese Orgel hat ein seltenes Zimbelsternregister, das bei besonderen Anlässen, zu Hochzeiten und zur weihnachtlichen Orgelmusik erklingt. Dazu dreht sich der Zimbelstern am Orgelprospekt. Bekannt ist dieser Stern auch noch in der Rundkirche in Seiffen.
Im ungarischen ist das Zymbal ein hellklingendes Saiteninstrument (Hackbrett). Kleine, sehr tonhohe Kirchenglocken werden ebenfalls als Zimbeln bezeichnet.

[Diese Beiträge sind u.a. kürzlich im Vogtland Anzeiger auf der Kirchenseite erschienen.]

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps