Navigation überspringen

Aktuelles

18. Februar 2014

Evangelische Schullandschaft in Sachsen zeigt Gesicht

Landesbischof Jochen Bohl eröffnete die Kampagne „Hauptfach Mensch“

Bild: Präsentation der Konzeption und der Marke "Hauptfach Mensch" in Meißen
Präsentation der Kampagne durch die Vorstände der Schulstiftung Martin Herold (l.v.) und Volker Schmidt (m.)

DRESDEN / MEISSEN – Die Evangelischen Schulen und die Schulstiftung der sächsischen Landeskirche wollen mit einer am 18. Februar in Meißen vorgestellten Kampagne die Blicke und das Interesse auf die Evangelische Schullandschaft Sachsens lenken. Es gehe um mehr Bekanntheit, Akzeptanz und Möglichkeiten der Kommunikation, sagte Volker Schmidt, Vorstand der Schulstiftung. Gezeigt wurden unter dem Leitmotto „Hauptfach Mensch“ Gesichter von Personen, die die Evangelische Schullandschaft stellvertretend porträtieren.

Bild: Porträtbeispiele hängen und Vorstellung der geplanten Online-Plattform
www.evangelische-schulen-sachsen.de/

So stehen nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch Lehrer, Eltern und Förderer für das Hauptfach: Mensch. Jeweils ein Gesicht auf weißen Karten und Plakaten sind Hingucker und Botschafter für die Sache, um die es geht.

Neben Aufmerksamkeit und Interesse durch das Material erhoffen sich die Organisatoren durch eine entstehende Online-Plattform mehr Vernetzung zwischen den 54 Evangelischen Schulen, aber auch Informationen und Erfahrungsaustausch in eine breite Öffentlichkeit hinein. Diese Basis-Plattform mit den Hauptthemen „Mensch“, „Glauben“ und „Schule“ ist Programm und Aufforderung zugleich, dass Schüler, Lehrer und Eltern einbezogen werden, um neue Impulse durch Texte, Bilder oder Filme zu setzen und ins Gespräch zu kommen. Landesbischof Jochen Bohl richtete in seinem Wortbeitrag den Aufruf und die Bitte zur Mitwirkung an die 60 Vertreter der Schul- und Gemeindepädagogik, der Schulträger sowie an engagierte Eltern, die zuvor in Meißen an einer Akademie-Tagung zu Bildungsfragen teilnahmen.

Bild: Landesbischof Bohl zu christlichem Menschenbild
Landesbischof Jochen Bohl

„Hauptfach Mensch ist eine gute Sache“, sagte Bohl und erläuterte den geistlichen Hintergrund durch Wesensmerkmale des christlichen Menschenbildes. So sei die von Gott gegebene Würde des Menschen zu achten. „Ohne Vorbedingung ist der Mensch angenommen.“ Ebenfalls müsse die geschenkte Verschiedenheit, die Heterogenität, des Menschen akzeptiert werden. In der Einmaligkeit und Unverwechselbarkeit könnten sich die Talente entfalten. Trotz dieser Individualität sei jeder ein Teil der Gemeinschaft und es gelte ihn zu integrieren und niemanden auszuschließen. Da Menschen soziale Wesen seien, stehe das Wir im Vordergrund. Neben dem Gegebenen hob der Landesbischof auch die Verantwortung und den Auftrag zur Gestaltung hervor, „sich nicht zufrieden zu geben, sondern über die Grenzen des Vorfindlichen hinauszudenken“.

Dazu sind dem Menschen die Gaben und Talente gegeben, die sich durch Vertrauen (Zutrauen) und Freiheit entwickeln können. „Die Freiheit ist Begleiterin des Vertrauens“, so Bohl. „Wir sollten mit unserem Leben Gott eine Antwort geben“.

Bild: OLKR Burkart Pilz
Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz

Das Handeln führe aber auch zu Fehlern, die in der Natur des Menschen liegen würden. Die Bibel zeichne hier ein realistisches Bild, dass der Mensch nicht perfekt sei. Im Licht und Dunkel des Menschen, gebe es aber auch immer die Möglichkeit der Umkehr, sagte er. Ein weiteres Kennzeichen für das Handeln sei die Leistung, die staunen lasse, was alles möglich ist. Bohl warnte vor zu viel Leistungsdenken, das unbarmherzig sein und zum Verlust der Würde führen könne. Das käme einer Absage an das christliche Menschbild gleich. Er verwies auf die Möglichkeit der Gnade, und dass „Leistung nicht alles ist“.

Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz, Bildungsdezernent im Landeskirchenamt, plädierte für die Einordnung der Kampagne in die Landeskirche. „Sie ist gut gelungen in den Themen“ und passe in den Kontext von „glauben – leben – lernen“. „Evangelischer Glaube ist gebildeter Glauben“, sagte Pilz und äußerte die Hoffnung, dass durch die neue Plattform die „Schulen innerhalb eines solidarischen Netzes näher zusammenrücken“. Die Kampagne lebe aber vom Mitmachen. Die Kirche brauche evangelische Schulen. Er bezeichnete sie als „großen Reichtum“ und es sei „wesentlich und wichtig, dass es sie gibt“, nicht zuletzt, weil auch nach der Verfassung des Freistaates, keine „Monokultur“ gewollt sei.

Bild: Von den 80 Tagungsteilnehmern war der Größteil auch zur Präsentation gekommen

Das Kick-off für die Kampagne stand zum Abschluss einer gut besuchten Tagung zur christlichen Bildungsarbeit für Fachkräfte der Bildungsarbeit, die in der Evangelischen Akademie Meißen am 17. Februar unter dem Titel „Zwischen den Zeilen. Theologie und Pädagogik – Diskurs eines Bildungsverständnisses“ begann. Veranstaltet wurde die Tagung zur christlichen Bildungsarbeit von der Evangelischen Akademie in Zusammenarbeit mit der Schulstiftung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Am Vortag sprach Professor Dr. Frank Michael Lütze, Institut für Religionspädagogik an der Universität Leipzig, über „Bildungsgerechtigkeit? Ein Kommentar zur Bildungskonzeption“. Es folgten Arbeitsgruppen und Plenumsphasen zum Thema „Ein-Bildung“, Bildungs- und Pädagogikzugänge im Spannungsfeld von Gemeindeaufbau und gesellschaftspolitischem Wirken. Am heutigen Dienstag standen vormittags die Themen „Glauben als Option? Christliche Bildungsarbeit als wachsende Nische?“, „Mitwirkung in und Gestaltung von Kirche in Bildungslandschaften“ sowie „Vereinbarungen zur Weiterarbeit“ auf dem Programm.

Schulstiftung der Landeskirche


Kartenmotiv zur Kampagne Hauptfach: Mensch - Link zur Seite www.evangelische-schulen-sachsen.de

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps