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Aktuelles

30. Juli 2015

Landesbischof Bohl zu Protesten gegen Flüchtlinge in Sachsen

Bischof Bohl sieht "ernstes Problem" - (epd-Gespräch)

epd-Gespräch: Katharina Rögner

DRESDEN (epd). Sachsens evangelischer Landesbischof Jochen Bohl ruft angesichts wachsender Proteste gegen Flüchtlingsunterkünfte zum "Gebot der Nächstenliebe" auf. Er sei "tief traurig und betrübt über dieses Maß an Ablehnung und sogar Feindseligkeit gegenüber den Menschen, die zu uns kommen", sagte Bohl am Mittwoch in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Mit Blick auf die Proteste und Gewalttaten fügte er aber auch hinzu: "Das ist für Sachsen inzwischen ein ernstes Problem geworden."

Für die Flüchtlinge sei das "furchtbar und entwürdigend". Hass und Einschüchterung geschähen "in einer Weise, wie ich mir das vorher gar nicht vorstellen konnte", sagte Bohl. Auch seien Zeltstädte für Asylbewerber nur eine vorübergehende Lösung für den Sommer.

"Das Asylrecht ist ein sehr hohes Gut", so der Bischof weiter. Über die politische Ausgestaltung des Asylrechts müsse jedoch "mit Ruhe und mit Nüchternheit diskutiert werden können". Es gebe viele Bewerber, auf die das Asylrecht nicht zutrifft, vor allem Menschen aus den Balkanländern. Es müsse deutlich unterschieden werden, wo es politische Verfolgung gebe, wie etwa in Syrien, und wo nicht: "Einwanderung ist etwas anderes als Flucht." (© epd, 29.07.2015)

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