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Aktuelles

22. August 2015

Bischofseinführung am 29. August in der Dresdner Kreuzkirche

Nach dem Gottesdienst ein Fest vor der Kirche mit Gelegenheit zum Gespräch

Bild: Der Altar der Dresdner Frauenkirche (Foto: Rainer Oettel)

DRESDEN – In einem Festgottesdienst in der Dresdner Kreuzkirche wird am Sonnabend, 29. August 2015, Dr. Carsten Rentzing (47) als 8. Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens eingeführt. In diesem, ab 14:00 Uhr live vom MDR-Fernsehen übertragenen Gottesdienst wird zuvor Landesbischof Jochen Bohl nach über elf Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet. In den Sonntagsgottesdiensten wird am 23. August in Fürbitte des Bischofswechsels gedacht und für den Landesbischof und dessen Wirken im Amt und Dienst gebetet.

Die Einführungshandlung im Gottesdienst wird der leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands und erster Bischof der Nordkirche, Gerhard Ulrich (Schwerin), vornehmen.

Bild: Blick in den Innenraum der Dresdner Kreuzkirche

Durch Bischof Ulrich erfolgt auch die Übergabe der Amtskette an den neuen Landesbischof. Zuvor erteilen die assistierenden leitenden Geistlichen anderer Kirchen nach dem Einführungsgebet den Segen. Nach der Einführung wird der Landesbischof Dr. Rentzing die Predigt halten.

Neben allen Pfarrerinnen und Pfarrern, den Superintendenten, den Mitgliedern der Landessynode, des Landeskirchenamtes und der Kirchenleitung sind zum Festgottesdienst weitere Besucher herzlich willkommen. Es werden zahlreiche Ehrengäste aus der Ökumene sowie Gäste aus der Bundes- und Landespolitik erwartet. Der Gottesdienst wird musikalisch vom Dresdner Kreuzchor, der Sächsischen Posaunenmission und vom Kreuzkirchenorganisten Holger Gehring gestaltet.

 

Bild: Vor der Kreuzkirche mit buntem Programm für alle

Aus dem Bereich der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) werden neben Gerhard Ulrich (Nordkirche), Bischof Dr. Markus Dröge von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz, der den EKD-Ratsvorsitzenden vertritt, sowie Vertreter anderer Gliedkirchen erwartet. Aus der hiesigen Ökumene werden Erzbischof Dr. Heiner Koch (Apostolischer Administrator des Bistums Dresden-Meißen), sein sächsischer Amtsvorgänger Bischof i.R. Joachim Reinelt und der ACK-Vorsitzende Pfarrer Jens Schmidt (Alt-Katholische Kirche) am Gottesdienst teilnehmen. Gäste aus der weltweiten Ökumene und den Partnerkirchen kommen aus England, Indien, Lettland, Russland, Schweden und den Nachbarländern Tschechien und Polen.

Nach dem Gottesdienst geht es in einen bunten Nachmittag vor und an der Kreuzkirche über, wo die Möglichkeit besteht, mit den Bischöfen ins Gespräch zu kommen. Die Evangelische Jugend organisiert hier u.a. ein großes Café auf der sogenannten Lustgartenwiese. Um 17:00 Uhr endet das Programm, wenn an diesem feierlichen Tag in der Kirche die traditionelle Kreuzchorvesper unter Leitung von Kreuzkantor Roderich Kreile beginnt.

Bild: Synodalpräsident Otto Guse, Dr. Carsten Rentzing, Landesbischof Jochen Bohl
(v.l.n.r.) Synodalpräsident Guse, Dr. Carsten Rentzing, Landesbischof Bohl nach der Wahl

Zur gleichen Zeit wird es in einem Dresdner Hotel einen Empfang der Kirchenleitung und eine Grußstunde für die Ehrengäste des Tages geben. Eingeladen hatte dazu der Stellvertretende Vorsitzende der Kirchenleitung, Synodalpräsident Otto Guse. Von der Staatskanzlei ist ein Grußwort des Sächsischen Ministerpräsidenten angekündigt.

Der bisherige Markneukirchner Pfarrer Dr. Carsten Rentzing wurde am 31. Mai durch die sächsische Landessynode mit 40 von 78 gültigen Stimmen zum neuen Landesbischof der sächsischen Landeskirche gewählt. Bereits bei allen vier Wahlgängen am ersten Wahltag (30. Mai) lag er vor den damaligen drei Mitbewerbern. Nach seiner Wahl dankte Dr. Rentzing allen Synodalen, die ihm das Vertrauen geschenkt hatten. Er sagte zu, für "jeden ein offenes Ohr und Herz" zu haben. Er reiche allen die Hand und bitte um ein "Quäntchen" Vertrauen, das jeder nötig habe, der ein solches Amt neu beginne.

Bild: Amtskette mit Kreuz des sächsischen Landesbischofs
Kette mit Amtskreuz des Landesbischofs

Dr. Rentzing war seit 2010 Pfarrer in Markneukirchen im Vogtland. Zuvor hatte er für elf Jahre die Pfarrstelle im erzgebirgischen Annaberg-Buchholz inne. Er war Mitglied der 26. Landessynode, sächsischer Vertreter in der 11. EKD-Synode und Vizepräsident der 11. Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Er gehörte der derzeitigen 27. Landessynode an und vertritt die sächsische Landeskirche in der 12. EKD-Synode und der 12. Generalsynode der VELKD.

Carsten Rentzing stammt aus Berlin (West), wo er am 27. September 1967 im Stadtteil Spandau geboren wurde. Nach der Schulzeit studierte er Rechtswissenschaften und Philosophie an der Freien Universität Berlin und begann nach seiner Glaubensentscheidung das Studium der Evangelischen Theologie (1989). Rentzing schloss das Studium der Theologie und Philosophie in Berlin, Frankfurt/M. und Oberursel mit dem Ersten Theologischen Examen ab und bewarb sich um ein Vikariat in Sachsen. Von 1997 bis 1999 absolvierte er die Vorbereitungszeit mit Gemeindepraktikum in den Kirchgemeinden Oelsnitz und Zwota.

Bild: Dr. Carsten Rentzing wird sächsischer Landesbischof

Nach dem Zweiten Theologischen Examen (1999) in Dresden wurde er in Annaberg-Buchholz ordiniert und war bis 2010 dortiger Pfarrer. In der Anfangszeit promovierte Rentzing an der Universität Leipzig über das Thema „Die Rede vom Bösen bei Karl Barth und Martin Luther“, bevor er ins vogtländische Markneukirchen wechselte. Dr. Rentzing war Vorsitzender des Vereins für Gemeindediakonie Markneukirchen und als solcher ehrenamtlicher Geschäftsführer ihrer verschiedenen Einrichtungen.
Er ist verheiratet mit der Pfarrerin Maria Rentzing. Sie haben gemeinsam vier Kinder.

Dr. Carsten Rentzing möchte ein gemeindebezogener Bischof für alle sein, wohlwissend, dass er es in diesem Amt nicht allen recht machen kann. Er wünscht sich eine Kirche mit Kontur und dies auch in größeren Zusammenhängen. Erfahrungen konnte er in der Gremienarbeit der Kirchenbünde EKD und VELKD machen, wo es auch immer um Außenwirkung von evangelischer Kirche ging. Mit dem Etikett, ein Konservativer zu sein, hat Dr. Rentzing kein Problem, wenn damit Bodenständigkeit sowie das Erhalten von Bewährtem verbunden ist. Er möchte aber auch nach vorne schauen, Problemlagen und aktuellen Fragen nicht aus dem Wege gehen und dabei mit Offenheit allen Meinungen begegnen und die Gewissensfreiheit achten, die er auch für sich in Anspruch nimmt. Mit seiner Familie und den bisherigen Gemeindeerfahrungen sieht er sich mit einem festen Gottvertrauen mitten im Leben stehend.

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