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Aktuelles

18. September 2016 - CROSTAU

„Orgel des Monats September 2016“

Ein Silbermann-Instrument in „neuen klanglichen Sphären“

Bild: Silbermann-Orgel in Crostau zur Wiedereinweihung (Foto: KG)

CROSTAU - Die von Gottfried Silbermann im Jahr 1732 geschaffene Orgel in der evangelischen Kirche Crostau gilt als wertvollste Barockorgel Ostsachsens. Mit einem Festgottesdienst ist das Instrument, das die Stiftung Orgelklang als „Orgel des Monats September 2016“ würdigt, Anfang des Monats wieder eingeweiht worden. Die vorausgegangene Sanierung hat die Stiftung Orgelklang mit 7.500 Euro gefördert.

Schon in den vergangenen Jahren war abzusehen, dass das Instrument in Crostau eines Tages würde saniert werden müssen. Beschleunigt wurden diese Absichten durch den hartnäckigen Schimmelbefall auf den Holzpfeifen. „Irgendwann ist dann die Substanz des Materials bedroht“, erklärt Kantor Lucas Pohle. Den Eigenanteil für die Sanierung erwirtschaftete die Gemeinde insbesondere durch viele Benefizkonzerte. Zugunsten der Orgel wurden auch regionale Produkte wie Nüsse, Säfte und Gurken verkauft. Als besonders einträglich erwies sich darüber hinaus der Verkauf von 100 mit dem Bild des Instruments verzierten „Orgeltassen“.

Im April dieses Jahres konnte die Sanierung des Silbermann-Instruments beginnen. Nachdem die Kirche eine automatisierte Lüftungsanlage erhalten hatte, wurde im Laufe der folgenden Monate die Traktur restauriert, die undichten Windladen überarbeitet, alle Holzteile dekontaminiert und gegen Schimmel imprägniert. Fachleute entfernten seitliche Anbauten, die dem Instrument 1933 im Zuge einer „Modernisierung“ hinzugefügt worden waren. Die Orgel, ohnehin zu einem Anteil von 95 Prozent original erhalten, wurde der Silbermann‘schen Urform weiter angeglichen. Dazu gehörte auch die Nachintonation hin zum originalen hohen Chorton. Insgesamt kostete die Wiederherstellung der Orgel rund 200.000 Euro.

Lucas Pohle ist mit dem Ergebnis hoch zufrieden. Klanglich könne die Orgel „jetzt noch ganz andere Sphären erreichen“. Der Kantor hofft, dass sich die Nachricht von der jetzt noch schöner klingenden Orgel schnell verbreitet. „Wir haben eine recht große Kirche, da passen gut noch ein paar mehr Menschen hinein.“

Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) ist eine Stiftung der EKD und der evangelischen Landeskirchen. Seit 1999 hat sie Zusagen für Sanierungsvorhaben in Höhe von 29 Millionen Euro geben können. Für dieses Jahr hat die KiBa bereits Förderzusagen über mehr als 1,8  Millionen Euro vorgesehen. Mehr als 3.000 Mitglieder engagieren sich bundesweit im „Förderverein der Stiftung KiBa e.V.“. Weitere Informationen unter www.stiftung-kiba.de.

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