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Aktuelles

29. September 2016 - DRESDEN

Zelt der Religionen auf dem Tag der Deutschen Einheit

»Dresdner Wort der Religionen« für Sonntag, 2. Oktober, angekündigt

Bild: Ausschnitt aus der Postkarte zum Zelt der Religionen

DRESDEN - Unter dem Motto »Verschieden glauben — Gemeinsam leben« wird beim Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit vom 1. bis 3. Oktober in Dresden die religiöse Vielfalt Sachsens zu erleben sein. Vertreter der Religionen, darunter Bahá'í, Buddhisten, Christen, Juden, Muslime und Sikhs, wollen in einem Zelt der Religionen mit Besuchern über ihren Glauben ins Gespräch kommen. Das Zelt steht neben der Kreuzkirche und wird zwischen 11:00 und 20:00 Uhr geöffnet sein.

Die Christen in Sachsen werden an einem Stand unter dem gemeinsamen Dach durch Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK Sachsen) vertreten sein. Die Präsentation im Zelt ermöglicht das gemeinsame Gespräch. Die Religionsgemeinschaften wollen zeigen, dass trotz unterschiedlicher Bekenntnisse und Glaubensauffassungen ein friedliches Miteinander möglich ist und bereits an vielen Stellen praktiziert wird.

Bild: Hoang Thanh An (l.) und Elisabeth Naendorf (r.); Foto: Bistum Dresden-Meißen, Michael Baudisch
Hoang Thanh An (l.) und Elisabeth Naendorf (r.)

Der buddhistische Vertreter Hoang Thanh An vom Vietnamesisch-Buddhistischen Kulturzentrum Dresden sagte bei der Vorstellung des gemeinsamen Projekts, dass er Glück und Dankbarkeit empfinde, den Glauben als freier Bürger leben zu können. Er sei bereits seit 40 Jahren in Dresden und jetzt in der Wasser- und Abwasserwirtschaft tätig. Er hoffe auf mehr Verständigung mit den Bürgerinnen und Bürger der Stadt auf dem Bürgerfest.

Die katholische Theologin Elisabeth Naendorf vom Ökumenischen Informationszentrum Dresden, die auch die hiesige Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen vertritt, verwies auf Erfahrungen mit dem interreligiösen Dialog. Obwohl es sich beim Tag der Deutschen Einheit um ein „Fest der Gesellschaft“ handele, gehöre aber auch die Religion dazu. Hier seien Christen wie die anderen Religionsgemeinschaften in der Minderheit. Durch die Friedensarbeit definierten die Religionen ihre Daseinsberechtigung. Daher sei das erwartete „Dresdner Wort der Religionen“ so wichtig.

Bild: Dr. Nora Goldenbogen und Dr. Muhammed R. Wellenreuther (Foto: Bistum Dresden-Meißen)
Dr. Nora Goldenbogen und Dr. Muhammed R. Wellenreuther

Für die Jüdische Gemeinde Dresden ist das am kommenden Wochenende beginnende (jüdische) Neujahrsfest eines der höchsten Feste. Trotz der gemeindlichen Einbindung in den beginnenden Festkreis sei man präsent, sagte Dr. Nora Goldenbogen. So gebe es am Stand im Zelt Unterstützung von Vertretern der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit und der Freunde der Synagoge. Sie verwies auf eine lange Tradition im interreligiösen Dialog.

Dr. Muhammed R. Wellenreuther vom Marwa Elsherbiny Kultur- und Bildungszentrum Dresden ist seit neun Jahren in Dresden. In dieser Zeit habe sich der muslimische Verein von 150 Mitgliedern auf jetzt 3.500 Mitgliedern aus ungefähr 30 Nationen erhöht. Der muslimische Vertreter stammt ursprünglich aus dem katholischen Umfeld von Mannheim und kam durch berufliche und private Kontakte zur türkischen Kultur zum islamischen Glauben. Auch für ihn sei interkulturelle Arbeit wichtig, nach seiner Überzeugung seien die Gemeinsamkeiten der Religionen höher und wichtiger als das Trennende. Dr. Wellenreuther beschrieb die große Unwissenheit über den Islam. Hier gelte es aufzuklären.

Bild: Baljit Singh Bhullar
Baljit Singh Bhullar

Baljit Singh Bhullar, Präsident und Dresdner Vertreter der Sikhs, einer im 15. Jahrhundert in Indien durch Gurus gegründete Religion, hob das traditionelle Gebet der Sikhs hervor, das die Friedfertigkeit der Welt zum Anliegen hat. Ein Wort aus dem Heiligen Buch ist symptomatisch dafür: „Ich bin ein Fremder für niemanden und niemand ist ein fremder für mich“ (Guru Grant Sahib).

Die junge Vertreterin der Bahá'í, Ritika Ghose, erzählte von den 25 Mitgliedern in Dresden und der erst im 19. Jahrhundert im persischen Kulturkreis gegründeten Religion. Dessen verbindlichstes Motto lautet: „ Einheit Gottes – Einheit der Menschen – Einheit der Religionen“

 

Bild: Tabea Köbsch und Ritika Ghose
Kirchenrätin Tabea Köbsch und Ritika Ghose

Kirchenrätin Tabea Köbsch, Leiterin Stabsstelle für Kommunikation und Koordination im Landeskirchenamt, die maßgeblich in die Organisation des gemeinsamen Zeltes einbezogen war und voran trieb, kündigte ein gemeinsames Wort der Religionen auf dem Bürgerfest auf der Bühne an der Kreuzkirche an. Das »Dresdner Wort der Religionen« solle am Sonntag um 13:00 Uhr auf der Bühne von 20 Vertretern der sechs in Sachsen beheimateten Religionen offiziell verlesen und unterzeichnet werden. Der Text könne nach der Verlesung im Zelt sowie im Internet von Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnet werden. Eine Internetseite (http://www.dresdner-wort.de/) wird dazu am 2. Oktober freigeschaltet. Ebenso kann das Dresdner Wort als Faltblatt mitgenommen und verteilt werden.

Bild: Die Vertreter der Religionen

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