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Aktuelles

5. Oktober 2016 - ZWICKAU

Kolloquium: Luther in Zwickau

Wissenschaftliches Kolloquium zum reformatorischen Umbruch in Zwickau

Bild: Cover zur Einladung zum Kolloquium

ZWICKAU – Ein zweitägiges wissenschaftliches Kolloquium beginnt morgen, 6. Oktober, in Zwickau unter der Überschrift „Martinus halbenn…“. In mehreren Fachvorträgen werden in Zwickau der reformatorische Umbruch in den Fokus der Betrachtungen gerückt, die in großer Breite die damaligen gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen, Kunst und Kultur sowie die der kirchlichen Verhältnisse um das Reformationsgeschehen aufgreifen.

Die Fachtagung am 6. und 7. Oktober im Bürgersaal des Zwickauer Rathauses ((Hauptmarkt 1) beginnt moderierend mit Dr. Lutz Mahnke, Leiter der Ratsschulbibliothek Zwickau. Am zweiten Tag führt der Leiter des Kulturamtes  Zwickau, Dr. Michael Löffler, durch das Programm. Basierend auf dem aktuellen Forschungsstand reflektieren namhafte Historiker anhand von Streiflichtern quer durch die Geschichte Zwickaus des beginnenden 16. Jahrhunderts, wie es dazu kam, dass die Reformation hier schon frühzeitig so erfolgreich verlaufen konnte.

Nach sieben Vorträgen zum damaligen Geschehen, dem Zwickauer Umfeld und der historisch greifbaren Persönlichkeiten der Stadt, endet der erste Tag mit einem Orgelkonzert und einer Führung durch den Dom St. Marien. Nach den Vorträgen am zweiten Tag wird Resümee gezogen und der Beauftragte des Freistaates Sachsen für das Reformationsjubiläum, Landrat a.D. Christian Otto, wird sich mit einem Schlusswort an die Teilnehmer wenden. Danach wird zu einer Stadtführung eingeladen, die auch die Besichtigung der Katharinenkirche einschließt.
Veranstalter der Fachtage sind das Zwickauer Stadtarchiv und die Stadt Zwickau (Verwaltung und Kulturamt).

*Das Tagungsmotto bezieht sich auf eine Eintragung im Ratsprotokoll vom 28. April 1522.

PROGRAMM

Luther in Zwickau (Hintergrund)

In diesem Jahr wurde Zwickau das Prädikat „Reformationsstadt Europas“ verliehen. Zwickau, im 16. Jahrhundert eine der bedeutendsten Städte im Kurfürstentum Sachsen, gilt nach Wittenberg als die zweite Stadt weltweit, in der sich die Reformation dauerhaft durchsetzen konnte. Hier erwuchs der Drang nach grundlegenden gesellschaftlichen Veränderungen aus den Reihen eines selbstbewussten Bürgertums und eines humanistisch orientierten Rates, der im engen Kontakt zu den Wittenberger Reformatoren stand. Luthers 95 Thesen sorgten für genügend Zündstoff in der Stadt, die zunehmend im Spannungsfeld religiöser, sozialer und politischer Auseinandersetzung stand.

Hier wirkten Persönlichkeiten wie Johannes Wildenau (Egranus), Georgius Agricola, Stefan Roth, Thomas Müntzer, Nikolaus Hausmann und Martin Luther, hier lagen die Wurzeln der Zwickauer Propheten. Im religiösen Leben spielte neben den Stadtkirchen das Franziskanerkloster eine zentrale Rolle und die Zwickauer Schule verfügte über einen exzellenten Ruf als humanistische Bildungsstätte weit über die Grenzen der Stadt hinaus.

Aufgrund der Bedeutung Zwickaus im Reformationsgeschehen hatte die sächsische Landeskirche im Januar letzten Jahres in Zwickau das Themenjahr „Reformation – Bild und Bibel“ der Lutherdekade eröffnet. Der Start in die Lutherdekade begann für Sachsen im Oktober 2008 in einem Festgottesdienst im Zwickauer Dom aus Anlass der damaligen Tagung der Generalsynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

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