Navigation überspringen

Aktuelles

7. Oktober 2016 - DRESDEN | PIRNA

Reimer Mager – engagierter Christ gegen „Irrlehre und Tyrannei“

Er stand für den evangelischen Widerstand gegen die Gleichschaltung der Nazis

Bild: Porträt Reimer Mager (Quelle: Landeskirchenamt)
Raimer Mager

DRESDEN | PIRNA – Der Ev.-Luth. Kirchenbezirk Pirna erinnert an den 50. Todestag von Reimer Mager am 10. Oktober, dessen Name das Rüstzeitheim des Kirchenbezirks in Rosenthal trägt. An diesem Tag werden Mitarbeiter des Kirchenbezirkes um 14:30 Uhr auf dem Friedhof in Dresden-Lockwitz in einer Andacht an den ehemaligen aufrechten Bekenner und Kirchenmann gedenken.

1948 wurde Reimer Mager Präsident der Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem Tod 1966. 1949 wurde er in den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) berufen und 1955 ein Kanditat für das Amt als Präses. Mager organisierte 1954 den vielbeachteten gesamtdeutschen Kirchentag in Leipzig.

Er wollte durch seine Arbeit Menschen ermutigen und befähigen, ihren Glauben offen zu bekennen. Er richtete sich dabei an alle Gemeindeglieder. Seinem Anliegen fühlen sich die Mitarbeitenden des Kirchenbezirks verpflichtet im Rüstzeitheim „Reimer Mager“.
Der verheiratete Vater von drei Kindern wurde vor 50 Jahren am 10. Oktober durch einen Herzinfarkt mitten aus seiner Arbeit gerissen. Die Losung seines Todestages kennzeichnet sein Leben und Wirken: „Ich rede von deinen Zeugnissen vor Königen und schäme mich nicht.“ (Psalm 119, 46).

Reimer Mager wurde 1906 in Köln geboren. Er kam aus einer Arbeiterfamilie und erlernte den Beruf des Webers. Seit seiner Kindheit war er in der evangelischen Kirche verwurzelt. Über verschiedene Stationen in der Gewerkschaftsarbeit kam er nach Sachsen und wurde Landesgeschäftsführer des Gesamtverbandes christlicher Gewerkschaften in Sachsen. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden die Gewerkschaften zerschlagen, er selbst arbeits- und wohnungslos und zum Staatsfeind erklärt. Mehrfach wurde er inhaftiert.

Durch Empfehlungen wurde er Geschäftsführer der Bekennenden Kirche in Sachsen unter der Leitung des späteren sächsischen Landesbischofs Hugo Hahn. Er organisierte den evangelischen Widerstand in Sachsen, die Tagungen der Notbundpfarrer und gab eine Schriftenreihe heraus. Außerdem war er an mehreren Bekenntnissynoden beteiligt.

1940 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. 1946 kam er aus amerikanischer Gefangenschaft zurück. Er begann unmittelbar wieder mit seiner kirchlichen Tätigkeit bei der Bekennenden Kirche und übernahm auch politische Aufgaben beim Aufbau der Gesellschaft nach dem Krieg, bevor er das höchste Ehren- und Laienamt in der sächsischen Landeskirche als Synodalpräsident übernahm.
Die Hamburger Theologische Fakultät verlieh ihm für seinen Widerstand „gegen Irrlehre und Tyrannei“ 1961 die Ehrendoktorwürde.

Rüstzeitheim

Im Jubiläumsjahr 2014 schaute in der Sächsischen Schweiz das Rüstzeitheim „Reimer Mager“ in Rosenthal südlich von Pirna auf seine 25-jährige Geschichte zurück. Das in Trägerschaft des Ev.-Luth Kirchenbezirkes Pirna befindliche Rüstzeitheim mit 13 Zimmern und 33 Betten wurde seit 2001 umfassend saniert, erweitert und an die modernen Anforderungen für die Gäste unterschiedlichen Alters angepasst.

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps