Navigation überspringen

Aktuelles

10. Dezember 2016 - PONICKAU

Landesbischof beim Brunnenwunder-Jubiläum

Am 19. Dezember ‚Bläserandacht am Tag der Rettung‘ auf dem Pfarrhof

PONICKAU – Östlich der Bundesautobahn A13 nach Berlin und hart an der Grenze zu Brandenburg liegt Ponickau mit seiner 800 Jahre alten Kirche. In ihr wird am morgigen 3. Adventssonntag, 11. Dezember, um 14:30 Uhr Landesbischof Dr. Carsten Rentzing aus Anlass des 150-jährigen Jubiläums des sogenannten Brunnenwunders predigen. In dem Gottesdienst soll zuvor das restaurierte Brunnenwunderbild von 1916 enthüllt werden.

Danach wird zu einer offenen Begegnung zwischen Gemeinde und Gästen eingeladen. In der Kirche ist seit dem Reformationsfest eine Ausstellung über das „Brunnenwunder“ zu sehen und der alte wiederentdeckte Brunnen im Pfarrhof (Rosenbornstraße 1) konnte durch Spenden im oberen Bereich wieder neu gefasst werden.

Bild: Gemälde zum Brunnenwunder (Foto: "Gott lebt". Web KG)

Ebenfalls auf dem Pfarrhof erinnert eine Stele an den Hintergrund des Jubiläums, die auf einen "Arbeitsunfall beim Brunnenbau" im Jahre 1866 verweist. Die Gebrüder Muschter aus Ponickau, ein Maurer und ein Zimmermann, seien am 8. Dezember 1866 beim Ausmauern des Pfarrbrunnens in ca. 20 Metern Tiefe verschüttet worden. Nach mehreren vergeblichen Rettungsversuchen habe man bereits alle Hoffnung  aufgegeben, sie noch lebendig zu bergen.

Es wurde ein Termin für die Trauerfeier am Brunnen festgelegt. Da habe der Mauermeister Böhmig aus Ortrand einen letzten Versuch auf eigenes Risiko unternommen. Nach den Berichten wollte er den Brüdern wenigstens  ein würdiges Begräbnis verschaffen. Nach elf Tagen nach dem Unglück habe man überraschend die Verschütteten gefunden und konnte sie lebend bergen.

„Der Alte Gott lebt noch!“ schrieb damals Pfarrer Auerswald über seinen Bericht zum Brunnenwunder, das er selbst sowohl als Glaubenskampf, wie auch als Wunder Gottes erlebte. Weit über die Grenzen Deutschlands  hinaus wurde das Heft damals als Glaubenszeugnis verbreitet. Heute ist das Heft als Nachdruck im Pfarrhaus erhältlich.

Das  großformatige Ölbild, das die Bergung der Verschütteten auf dem Pfarrhof zeigt, wurde 1916 zum 50-jährigen Jubiläum der Rettung durch den akademischen Maler Paul Herrmann geschaffen. Bis 1951 hing es im Altarraum der Kirche. Später fand es einen neuen Platz im Pfarrhaus. Die  Restaurierung des Bildes wurde neben Spenden auch aus Mitteln der Sparkassenstiftung finanziert.

Die vom Ortshistoriker Frank Schneider aus Linz vorbereitete Ausstellung mit zahlreichen Dokumenten und Gegenständen von den damaligen Vorkommnissen und den Umgang damit, ist noch bis zum 19. Dezember zu sehen. An diesem Tag wird um 17:00 Uhr eine ‚Bläserandacht am Tag der Rettung‘ mit anschließendem Imbiss im Pfarrhof Ponickau stattfinden.

Gott lebt – 150 Jahre Brunnenwunder von Ponickau

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps