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Aktuelles

16. Dezember 2016 - ROSENBACH bei Plauen

Vorstellung der Heidenreich-Orgel in Leubnitz

Aufgrund der positiven Resonanz erfährt die Reihe 2017 eine Neuauflage

ROSENBACH - Mit einem Konzert in der Kirche von Leubnitz, ein Ortsteil im vogtländischen Rosenbach, am 18. Dezember um 17:00 Uhr wird für dieses Jahr die neue kirchenmusikalische Reihe „Sächsische Orgel des Monats“ beschlossen. Wie in den Monaten zuvor, stellt Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger in einem Konzert eine kürzlich sanierte Orgel vor. In diesem Fall handelt es sich um eine Orgel der Gebrüder Heidenreich (ca. 1809-1852). Er spielt Werke von Dietrich Buxtehude, Johann Pachelbel, Johann Sebastian Bach, Gottfried August Homilius, Felix Mendelssohn Bartholdy und Joseph Gabriel Rheinberger. Zudem sind die Besucher zum Mitsingen von Adventsliedern eingeladen.

Bild: Heidenreich-Orgel in der Kirche von Leubnitz
Heidenreich-Orgel in Leubnitz

Im oberfränkischen Hof bestand von 1765 an über drei Generationen die Orgelwerkstatt Heidenreich. Der Gründer Friedrich H. hatte die Firma von seinen Lehrmeistern Johann Ritter und Johann Jacob Graichen übernommen, die beide zeitweilige Mitarbeiter u.a. von Gottfried Silbermann und Heinrich Gottfried Trost waren. Seine Söhne Georg Christian (1779-1851) und Georg Adam (1782-1853) firmierten etwa ab 1809 als Gebrüder Heidenreich und bauten eine ganze Reihe mittelgroßer Instrumente in Franken und dem Vogtland, darunter auch 1826 bis 1828 die Orgel in Leubnitz bei Plauen.

Der Geschichte der Werkstatt entsprechend, vermischen sich in den handwerklich hervorragenden und klanglich originellen Werken sächsische, thüringische und fränkische Traditionen, wobei der Leubnitzer als am vollständigsten erhaltener Heidenreich-Orgel besondere Bedeutung zukommt. Das Hauptwerk mit einer lückenlosen Prinzipalpyramide steht ganz in der Nachfolge Silbermanns, die um eine Terz bereicherte Mixtur ersetzt dabei das obligatorische Cornett. Bei der 2015 erfolgten Restaurierung wurden die Prospektpfeifen und die nicht mehr in originaler Bauart vorhandene Quinte 1 1/3‘ im Oberwerk neu gebaut.

In der bisherigen Reihe erklangen Orgeln in musikalischen Festgottesdiensten und Konzerten. Dabei handelte es sich um eher kleinere und unbekannte Instrumente in sächsischen Kirchen, die kaum je ihre klanglichen und gestalterischen Eigenheiten in Konzerten oder auf CDs zu Gehör bringen konnten, aber doch ein Bestandteil des Reichtums der sächsischen Orgellandschaft ausmachen. Häufig vor kurzem gereinigt oder restauriert, sind es diese Orgeln wert, vorgestellt und beschrieben zu werden sowie konzertant das Kirchgemeindeleben zu bereichern.

Der landeskirchliche Fachbeauftragte für das Orgelwesen, Tobias Haase, fertigte in geschichtlicher, baulicher und klanglicher Hinsicht eine Beschreibung an, die vor Ort der Gemeinde und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird. Zudem stand LKMD Leidenberger nach einer geistlichen Musik dem interessierten Publikum zu einem Gespräch an der Orgel zur Verfügung stehen. Nach der sehr positiven Resonanz dieser Reihe haben viele Gemeinden von sich aus Interesse an diesen Konzerten angemeldet, die im nächsten Jahr fortgesetzt werden sollen.

Sächsische Orgel des Monats

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