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Aktuelles

23. Dezember 2016

Die eigentliche Sehnsucht nach tieferen Inhalten des Lebens

Landesbischof: Maßlose und zornige Kritik werde die Situation nicht verbessern

Bild: Landesbischof Dr. Carsten Rentzing (mdr fernsehen)

DRESDEN - Neben der menschlichen Sehnsucht nach Frieden und Ruhe trete in manchen Regionen der Welt noch die Sehnsucht nach dem Überleben in bedrängender Weise hinzu, verwies Landesbischof Dr. Carsten Rentzing auf die Opfer derzeitiger Kriegsgebiete. In seinem Geistlichen Wort zur Weihnachtlichen Vesper am 23. Dezember vor der Dresdner Frauenkirche sah er in dem schutzlosen Kind in der Krippe der Weihnachtsgeschichte einen „Anwalt der schutzlosen Kinder von Aleppo und anderen Orten“. Die Botschaft des Weihnachtsfestes gebe den Sehnsüchten der Menschen Maß und Mitte und begrenze das Maßlose.

Trotz der empfundenen Wut nach den Bildern vom Anschlag in Berlin dürfe man auch hier nicht Maß und Mitte verlieren. Das Mitgefühl gelte den Opfern. Der Anschlag habe der Weihnachtsbotschaft in diesem Land gegolten, deshalb sei es die beste Antwort, „dass wir uns um diese Botschaft sammeln“, sagte Dr. Rentzing.
Generell auf das Leben bezogen, erlebe er Maßlosigkeit in den Ansprüchen an das Leben. Wenn die Ansprüche nicht zu erfüllen sind, dann münde dies manchmal in maßlose Kritik oder maßlosem Zorn. Das könne den gesellschaftlichen Frieden zerstören. Aus diesem Grund sprach er sich in den Lebensbereichen für den „Geist der Begrenzung aus“.

Dies sei nach Ansicht des Landesbischofs keine Selbstaufgabe, sondern der Weg in ein erfülltes Leben. So wie die Selbstbescheidung nicht der Weg des Verlustes sei, so sei der Weg der Maßlosigkeit auch nicht der Weg des Gewinns. In der Selbstbegrenzung liege der Weg des Segens. „Wir müssen uns begrenzen in dem Willen, diese Welt retten zu wollen“, sagte er, aber vielleicht könne ein Mensch gerettet werden. Er plädierte für ein konstruktive Kritik und konstruktive Mitwirkung, die Gutes schaffe, von dem alle profitieren würden. „Begrenzung tut gut! Das ist der weihnachtliche Weg“, der Weg, „den uns das Kind im Stall von Bethlehem weist“, so Dr. Rentzing.

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