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Aktuelles

5. Februar 2017

Gedenken an Roland Adolph und seine Frau

Gott sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten (2. Korinther,4.6)

Bild: Blick auf die Runde vor dem Grab von Ehepaar Adolph

DRESDEN – Auf dem Neuen Annenfriedhof in Dresden-Löbtau in der Kesselsdorferstraße wurde am Sonntagmittag in einer Gedenkandacht an den gewaltsamen Tod des Ehepaares Petra und Roland Adolph vor 20 Jahren erinnert. An der Grabstelle trafen sich ehemalige Mitarbeiter, Familienangehörige und enge Freunde des Ehepaares. Am 5. Februar 1997 wurden beide im Karauschenholz, einem Waldstück bei Moritzburg, Opfer eines Gewaltverbrechens.

Bild: Prof. Dr. Thomas Knittel und OLKR i.R. Harald Bretschneider
Prof. Dr. Thomas Knittel und OLKR i.R. Harald Bretschneider

„Gott sei Dank hilft das Gedenken die Erinnerung zu erneuern“, sagte Oberlandeskirchenrat i.R. Harald Bretschneider am Grab der Eheleute. Seit damals beklagten wir den Tod. Die Fragen nach Ursache, Sinn und Ziel bestimmten die Jahre hindurch. Häufig seien es Zerreißproben in Notlagen, die zermürben, aber auch inne halten lassen, um Buße zu tun. „Schicksale geschehen nicht ohne Gottes Wissen“, so Bretschneider, der nach dem Tod von Roland Adolph das Dezernat im Landeskirchenamt übernahm. Für ihn sei Adolph eine nachdrücklich prägende Persönlichkeit gewesen, die beharrlich die Landeskirche geprägt habe. So kennzeichneten Offenheit und Geradlinigkeit dessen Dienst im kirchenleitenden Handeln.

Professor Dr. Thomas Knittel, Vorsteher im Ev.-Luth. Diakonenhaus Moritzburg, legte in seinem Geistlichen Wort die Epistellesung des Sonntags aus dem 2. Korintherbrief aus: „Denn Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben…“ Für Viele sei dies Vergewisserung in ihrem Dienst, aber auch allen Christen als Aufgabe gegeben, das Evangelium weiter zu tragen. Nicht immer könne das Licht klar gesehen werden.

Bild: Bläser und weitere Gäste der Andacht

Die Barmherzigkeit Gottes ermutige und stärke, so dass Christen das Licht immer wieder ergriffen habe. Klarheit und Geradlinigkeit seien Früchte des Wortes Gottes. Zudem sei es eine Quelle des Lichts, das zu Botschaftern der Versöhnung mache, so Dr. Knittel. Diese Botschaft sei uns allen anvertraut, ob im Gottesdienst, der Beratung, der Verkündigung oder in öffentlichen Bildern. Dabei müsse deutlich sein, dass es sich nicht um „unser Licht“ handele, sondern um die „Herrlichkeit Gottes“.

Mit Gesang und Gebet unter Begleitung durch Posaunenklänge ging das Gedenken an der Grabstelle zu Ende. Als Vertreter des Landeskirchenamtes nahm Präsident Dr. Johannes Kimme an der Gedenkandacht auf dem Neuen Annenfriedhof teil. Auch war der damalige amtierende Präsident Hans-Dieter Hofmann gekommen.

Der frühere Oberlandeskirchenrat Adolph war Mitglied des Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamtes Sachsens und seit seinem Dienstbeginn am 1. September 1994 als Dezernent für das Gebiet der Oberlausitz zuständig sowie verantwortlich für Grundsatzfragen in den Beziehungen zwischen Staat und Kirche, für die Diakonie, die kirchlichen Ausbildungsstätten und die Kinder- und Jugendarbeit.

Bild: Grabstein des Ehepaares

Vor seiner Berufung ins Landeskirchenamt war Roland Adolph seit 1. August 1988 Rektor und Brüderhausvorsteher am Ev.-Luth. Diakonissenhaus und seit 1992 Vorsteher des Ev.-Luth. Diakonenhauses Moritzburg e.V. Seine Ehefrau Petra Adolph, geb. König, stand ihm in allen Diensten mit Rat und Tat zur Seite. Seit 1990 war sie auch in der Moritzburger Stephanus-Buchhandlung tätig. Bis zu ihrem Tode wohnte die Familie in Moritzburg.

Roland Adolph, in Dohna bei Pirna 1946 geboren, wuchs im Müglitztal in Weesenstein auf. Nach der Schulzeit erlernte er zunächst den Beruf eines Werkzeugmachers und heiratete 1969. Adolph studierte dann bis 1975 in Berlin und Naumburg Theologie und übernahm nach seinem Vorbereitungsdienst und seiner Ordination 1977 in Struppen bei Pirna seine erste Pfarrstelle. Adolph wechselte 1985 auf die Pfarrstelle in Neustadt/Sachsen, bevor ihm 1988 die Stelle des Rektors und Vorstehers am Diakonenhaus in Moritzburg übertragen wurde.

Die Eheleute Adolph starben, als sie am Mittag des 5. Februar 1997 im Wald bei Moritzburg zufällig Zeugen einer illegalen Schießübung wurden. Der Fall erzeugte große Bestürzung hohe Anteilnahme und zog ein großes öffentliches Interesse sowie umfangreiche Untersuchungen nach sich.

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