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Aktuelles

7. Februar 2017 - GÖRLITZ

Themenabend zur Reformation in drei Regionen Ostmitteleuropas

Ausstellung zur Geschichte des Protestantismus in Schlesien bis 12. März 2017

Bild: Plakat zur Sonderausstellung im Schlesischen Museum

GÖRLITZ - Begleitend zur derzeitigen Sonderausstellung "Kirchfahrer, Buschprediger, betende Kinder. 500 Jahre evangelisches Leben in Schlesien" im Schlesischen Museum in Görlitz (Fischmarkt 5), findet am 9. Februar um 18:00 Uhr ein Vortragsabend statt. In Bild-Wort-Beiträgen wird die Geschichte der Reformation in drei Regionen Ostmitteleuropas mit ihren jeweiligen Besonderheiten und Auswirkungen vorgestellt. Zuvor wird zu einer Führung durch die Ausstellung eingeladen.

Die Präsentationen sind Bestandteil des Ausstellungsprojektes "Reformation im östlichen Europa", verantwortet durch das Deutsche Kulturforum Östliches Europa in Potsdam. Zu Beginn des Vortragsabends stehen Begrüßung und Einführung durch Dr. Markus Bauer, Direktor des Schlesischen Museums zu Görlitz, und Dr. Harald Roth, Direktor des Deutschen Kulturforums Östliches Europa, bevor drei weitere Regionalmodule vorgestellt werden.

So wird PhDr. Jan Zdichynec von der Karls-Universität Prag unter der Fragestellung „Reformation vor der Reformation?“ über die Buntheit und Spezifika der religiösen Situation der böhmischen Länder vom 15. bis zum 17. Jahrhundert sprechen. Der  Autor der Ausstellung über die Reformation in Polen-Litauen, Dr. Lars-Arne Dannenberg aus Königsbrück, stellt das „Spiel der Mächte. Reformation und Entfaltung evangelischen Lebens in Polen-Litauen“ vor, bevor Dr. Harald Roth aus Potsdam unter dem Titel „Generalprobe Glaubensfreiheit“ die Reformation und Konfessionalisierung in Siebenbürgen vorstellt.

Vor der Veranstaltung besteht die Möglichkeit einer Führung durch die Sonderausstellung "Kirchfahrer, Buschprediger, betende Kinder. 500 Jahre evangelisches Leben in Schlesien" um 17:00 Uhr. Die deutsch- und polnischsprachige Wanderausstellung zur Geschichte des Protestantismus in Schlesien ist noch bis zum 12. März im Schlesischen Museum zu sehen.

Schlesien gehört zu den Kernländern der Reformation. Seit den 1520er Jahren breitete sich die Lehre Martin Luthers im Bürgertum und im niederen Adel aus und fand bald auch unter den schlesischen Fürsten einflussreiche Förderer. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts waren drei Viertel der Gemeinden Schlesiens evangelisch geworden.

In der Auseinandersetzung mit der Gegenreformation konnte sich der schlesische Protestantismus behaupten, selbst als große Teile der Bevölkerung – während des 30jährigen Krieges auch mit Mitteln der Gewalt – zum Katholizismus zurückgeführt wurden. Die im Westfälischen Frieden 1648 garantierten drei Friedenskirchen bildeten den Ausgang für eine Konsolidierung der lutherischen Konfession. Sie waren die Grundlage für die seit dem 18. Jahrhundert redensartlich gewordene „schlesische Toleranz” in einem bikonfessionellen Land.

Die Ausstellung verfolgt die Geschichte der Protestantismus in Schlesien in der Epoche der Industrialisierung und durch die Katastrophen und Bewährungen des 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Schlesisches Museum zu Görlitz

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