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Aktuelles

14. Februar 2017 - ZWICKAU

Künstlerische Arbeit mit Flüchtlingen

Später ist eine Ausstellung von Bildern bei der Stadtmission geplant

Bild: Mal-Kurs in Aktion (Foto: Kunstverein)

ZWICKAU - Anette Fritzsch und Heike Rückert (v.l.), beide Mitglieder des Zwickauer Kunstvereines, bieten seit Anfang Dezember 2016 aller 14 Tage einen Malkurs im "Haus Hoffnung" der Flüchtlingsunterkunft an der Äußeren Dresdner Straße an, der sehr gut angenommen wird. Afghanen, Inder, Eritreer, die Mischung der Teilnehmer ist ebenso bunt, wie die Farben auf den Paletten.

Frau Fritzsch ist die Hauptinitiatorin des Mal-Kurses und durch ein früheres Projekt mit Flüchtlingskindern in der Sporthalle am Scheffelberg zur künstlerischen Arbeit mit Flüchtlingen gekommen. „Es blieb offenbar nicht unbemerkt, dass diese Art Angebot gut angenommen wurde.“, sagt sie. Deshalb trug man an sie heran, ob sie sich nicht auch ein Projekt mit Erwachsenen vorstellen könne.

Anette Fritzsch: „Ich hatte Lust darauf und habe mich umgehört. Letztlich habe ich Kontakt zur Flüchtlingsunterkunft in der Äußeren Dresdner Straße aufgenommen.“

Möglich wurden beide Projekte u.a. durch das Förderprogramm „Kultur macht stark“. Vieles läuft dennoch im Ehrenamt. Wenn man Anette Fritzsch und Heike Rückert fragt, wie man sich den Ablauf vorstellen muss, schmunzeln sie etwas. „Mit einem Aushang ist das nicht gemacht. Die Treffen laufen jedes Mal ähnlich ab. Wir laufen durch die Hausflure und laden zum Kurs ein. Nach und nach treffen die ein, die Lust darauf haben“.

Oft trifft sie auf leere Wohnungen und findet dann eine versammelte Gruppe, die sie anspricht. Zehn bis zwölf, manchmal mehr, junge Männer  folgen ihr in den Kursraum, wo alles freundlich hergerichtet ist. Getränke und ein kleiner Snack stehen bereit. „Wir hatten es auch schon, dass die Stühle nicht reichten, einen Platz haben wir für alle aber immer gefunden“, berichten sie.

Leinwände, Farben, Pinsel und anderes Zubehör sind durch das Projekt gefördert und dadurch ohne Kosten nutzbar. Zur besseren  Verständigung ist auch ein Sprachmittler bei den Treffen vor Ort. Die Frauen geben gern Tipps an die Teilnehmer weiter, sind sie doch selbst künstlerisch aktiv und haben ihre Erfahrungen, die sie gern teilen.

Oft stehen sie - neben aller kreativen Arbeit - beim Tee vor der großen Weltkarte an der Wand und sprechen über die eigene Heimat, persönliche Erlebnisse und über das Leben hier in Deutschland. So sei das Projekt auch angelegt gewesen, sagen sie: „Es fördert sensibel den Austausch, im Gespräch aber auch im gemeinsamen Gestalten. Die Bilder sind für viele eine Art Brücke, die viel zum Ausdruck bringen, was mit Worten auch durch sprachliche Hindernisse erschwert ist. Die jungen Männer gestalten sehr unterschiedliche Motive, oft sieht man woher jemand stammt, weil auch Flaggen, Symbole oder Schrift zum Einsatz kommen. Kulturelle Prägungen werden deutlich, wenn Teilnehmer des Kurses aus afrikanischen Ländern auf dem Boden arbeiten – das ist o.k. und sehr spannend.“

Das Projekt läuft seit Dezember letzten Jahres und endet Anfang März 2017. Bis dahin sind die wenigen noch vorhandenen Leinwände sicher in Farben getaucht.
Nach Abschluss des Projektes sollen die Bilder gezeigt werden. Geplant ist eine Ausstellung im KIB (Kontakt- und Informationsbüro) in Zwickau-Eckersbach und in Einrichtungen der Stadtmission Zwickau.

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