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Aktuelles

18. März 2017 - CHEMNITZ

Kanzel, Kelch und Kruzifx: Der neue Glaube und die Kunst

Reformation und Konfessionalisierung im Spiegel der Kirchenausstattung

Bild: Gesetz und Gnade (Foto: Laszlo Toth)
Gesetz und Gnade (Schlossbergmuseum)

CHEMNITZ – Eine Sonderausstellung im Schloßbergmuseum Chemnitz (Schloßberg 12)  zum 500. Reformationsjubiläum untersucht die Konfessionalisierung im Spiegel der Kirchenausstattung im sichtbaren Wandel sowie in der Kontinuität. Was veränderte sich im sakralen Raum und was blieb aus katholischer Zeit erhalten?, so die Fragestellung der Ausstellung, die am Sonntag, 19. März, eröffnet und bis zum 28. Mai 2017 zu sehen sein wird.

Bild: Plakat der Ausstellung mit dem Motiv Lutherischen Bekenntnisgemäldes (Foto: Laszlo Toth)
Plakat mit Motiv: Lutherisches Bekenntnisgemälde („Konfessionsbild“) aus der St. Michaeliskirche Altchemnitz, um 1630

Chemnitz war kein Brennpunkt der Reformation. Dennoch waren die Folgen auch hier spürbar: Die Einführung des lutherischen Gottesdienstes, die Aufhebung der beiden Klöster oder die Neuordnung des Schulwesens sind nur einige Schlaglichter auf die turbulenten Vorgänge in der Zeit um 1539 - dem Jahr der Einführung der Reformation in der Stadt.

Die Vorstellung, dass damit ein allgemeiner Traditionsbruch, verbunden mit bilderstürmerischen Aktionen verbunden war, ist jedoch unzutreffend: Neben wesentlichen Elementen der bisherigen Gottesdienstordnung blieben auch zahlreiche Stücke der alten Kirchenausstattungen an Ort und Stelle erhalten. Das erklärt beispielsweise die große Zahl gotischer Flügelaltäre in unserer Region.

Auf der anderen Seite zogen neuartige Formen der Frömmigkeitspraxis auch Veränderungen in den Kirchenräumen nach sich. Es entsteht eine neuartige lutherische Bildkunst, die im pädagogischen Sinn auf die Gläubigen einwirken und das spezifische Anliegen der Reformatoren unterstützen soll. Beides – Kontinuität und Wandel des sakralen Raumes vor dem Hintergrund der Reformation – wird im Rahmen der Sonderausstellung des Schloßbergmuseums beleuchtet.

Zu den ausgestellten Werken gehören zahlreiche Objekte, die bislang selten oder noch nie der Öffentlichkeit gezeigt wurden. Dazu zählen beispielsweise frühe reformatorische Drucke und Flugschriften (um 1520), ein lutherisches Bekenntnisgemälde aus der Michaeliskirche Altchemnitz (um 1630), kostbares Altargerät der Stadtkirche St. Jakobi (um 1660), eine Kasel (Messgewand) der ehemaligen St. Paulikirche in Chemnitz (um 1765) und vieles andere mehr.

Zur Ausstellungseröffnung am 19. März um 15:00 Uhr im Kleinen Saal des Schloßbergmuseums wird zur Begrüßung Museumsleiter Dr. Uwe Fiedler sprechen und Pfarrer Stefan Brenner wird Grußworte seitens des Kirchenbezirks Chemnitz übermitteln. In die Ausstellung für der Wissenschaftliche Volontär Dr. Stefan Thiele ein.
 

Im Rahmen der Ausstellung werden folgende Veranstaltungen angeboten:

  • Sonntag, 26. März,
    17:00 Uhr: Sonderkonzert in Kloster und Kirche zum Reformationsjahr
     
  • Sonntag, 7. Mai,
    15:30 Uhr: Vortrag „Agricolas theologische Auffassungen“ von Dr. Bernd Stephan;
    17:00 Uhr: Konzert
     
  • Sonntag, 21. Mai,
    15:00 Uhr: Vortrag „Von Bischöfen, Bauern und Bruderschaften: Glaube und Kirche im spätmittelalterlichen Sachsen“ von Dirk Martin Mütze, Studienleiter der Ev. Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis

Führungen: Hausrundgänge und Führungen durch die Ausstellungen des Museums können (während der Öffnungszeiten) unter 0371 - 4884501 oder 0371 - 4884520 gebucht werden. Kontakt: schlossbergmuseum@stadt-chemnitz.de

Schloßbergmuseum Chemnitz

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