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Aktuelles

20. März 2017 - DRESDEN

Ausstellung „Wir können sie nicht ertragen … Martin Luther und die Juden“

Einführung sowie Hinweise zur Ausstellung für Multiplikatoren am 23. März

Bild: Titel des Beiheftes

DRESDEN - Im Dresdner Haus der Kirche | Dreikönigskirche (Hauptstraße 23) wird im Foyer am 21. März um 18:00 Uhr eine Ausstellung zum brisanten Thema „Luther und die Juden“ eröffnet, die zur Auseinandersetzung mit der dunklen Seite der Reformation herausfordert. Zur Eröffnung dieser Ausstellung in Kooperation mit der Christlich-Jüdischen Gesellschaft Dresden und dem ‚Haus der Kirche‘ wird in einem Kurzbeitrag Dr. Herbert Lappe die Frage stellen: „Luther und die Juden – ein Thema für jüdische Menschen?“. Prof. Dr. Albert Franz wird erörtern, ob und inwiefern das Thema „Luther und die Juden“  ein Thema für die katholische Kirche ist. Schließlich  spricht  Oberlandeskirchenrat i.R. Dr. Christoph Münchow in einem Kurzbeitrag zu „Luther und die Juden – ein Thema für evangelische  Christen!“.

Die sächsische Landeskirche  galt damals aufgrund der deutsch-christlichen Kirchenleitung als eine der am meisten zerrütteten Landeskirchen in den Jahren 1933 bis 1945. Danach stellte sie sich dieser Geschichte. So verabschiedete die 1948 neu konstituierte Landessynode  sofort die „Erklärung zur Schuld gegenüber den Juden“. 1988 wurde die Gedenktafel an der Kreuzkirche Dresden enthüllt,  die an das Unrecht an jüdischen Bürgern Dresdens erinnert: “ Wir schwiegen, als ihre Gotteshäuser verbrannt, als Juden entrechtet, vertrieben und ermordet wurden. Wir erkannten in ihnen unsere Brüder und Schwestern nicht. Wir bitten um Vergebung und Schalom.“

Bild: Besichtigung der Ausstellung in Plauen/Vogtl. (Foto: KG Luther Plauen)

„Wir können Sie nicht ertragen…“, dieser Ausspruch Martin Luthers charakterisiert das höchst problematische, schrecklich folgenreiche Verhältnis des Reformators zu den Juden. Seine scharfen antijüdischen Schriften mit der Forderung, die Synagogen anzuzünden und die Judenauszuweisen, wirkten sich unheilvoll in der Vorgeschichte des Holocausts an den Juden aus. Die Nationalsozialisten beriefen sich zur Begründung antisemitischer Ausschreitungen und der Judenverfolgung in Deutschland auf Luther. 

Gegenwärtig ist unübersehbar, dass menschenfeindliches, rassistisches und antisemitisches Gedankengut bis in die Mitte der Gesellschaft eindringt, auch in kirchliche Kreise und Gruppierungen. Die Initiatoren der Ausstellung betonen daher:  Information, Diskussion und entschlossenes Handeln sind notwendig.

Die Ausstellung mit 18 großen Bildtafeln richtet deshalb den Blick in die Geschichte als Herausforderung für heute.

Am Donnerstag, 23. März, um 17:30 Uhr, wird im ‚Haus der Kirche‘ Pfarrerin Dr. Angelika Engelmann, langjährige Dresdner Theologieprofessorin, eine Einführung sowie Hinweise zum Erschließen der Ausstellung für Multiplikatoren geben. Im Blick sind Lehrerinnen und Lehrer, Pfarrerinnen und Pfarrer im Blick auf Schüler, Konfirmanden und Jugendliche, aber auch für Verantwortliche für Gesprächsgruppen und Hauskreise in Kirchgemeinden. Die Ausstellung „Luther und die Juden“ berührt die Lehrpläne der Klassen 8 und 9 in Oberschule und Gymnasium.  Am 8. April wird es um 14:00 Uhr eine Führung in russischer Sprache für Mitglieder der Jüdischen Gemeinde in Dresden und anderer Gäste geben. 

Die Ausstellung, die von einer Arbeitsgruppe jüdisch-christlicher Dialog in der Ev.-Luth. Kirche Norddeutschlands konzipiert wurde ist bis zum 30. April zu sehen. Seit Sommer 2016 wurde sie als Teil der Aktivitäten der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens zum Reformationsjubiläum in Sachsen gezeigt. Anschließend wird sie auf dem Flughafen Leipzig/ Halle sowie in weiteren sächsischen Orten und Kirchgemeinden präsentiert werden. Das Begleitheft zur Ausstellung kann in der Ausstellung erworben werden und ist zugänglich unter

Weitere Orte, an denen die Wanderausstellung gezeigt wird

21.03.-30.04.2017 — ‚Haus der Kirche‘ Dresden

02.05.-30.06.2017 — Flughafen Leipzig-Halle, Ökumenische Kapelle

01.-31.07.2017 — St.-Matthäuskirche Chemnitz-Altendorf

01.-31.08.2017 — Kirchenbezirk Pirna

01.-20.09.2017 — Ev. Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis/Kirche Borna

25.09.2017 — Beim ephoralen Reformationsfest in Zittau

26.09-26.10.2017 — Kirchspiel Lengenfeld-Plohn-Röthenbach

27.10.-29.11.2017 — Kirchgemeinde Beiersdorf-Ruppertsgrün

 

14.02.-27.03.2018 — Lutherkirchgemeinde Radebeul

01.05.-30.06.2018 — Michaelis-Friedens-Kirchgemeinde Leipzig

10.08.-10.09.2018 — Kirchgemeinde Kamenz

- weitere Termine über das Evangelische Forum Chemnitz

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