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Aktuelles

10. April 2017 - MEISSEN

„Luther, Lieder und Kanzlei“

Sonderausstellung zum Reformationsjubiläum von 8. April bis 5. November 2017

Bild Ausstellungsplakat für „Luther, Lieder und Kanzlei“ im Meißner Stadtmuseum

MEISSEN - Die Sonderausstellung im Stadtmuseum Meißen (Heinrichsplatz 3) dreht sich um die Meißnische Kanzeleisprache als Grundlage von Luthers Bibelübersetzungen und Luthers Lieder in den Gesangbüchern. Zudem sind seltene oder noch nie gezeigte Exponate zu sehen wie das Monumentalgemälde "Übergabe der Augsburgischen Konfession 1530" oder der Großkarton "Luther auf dem Reichstag zu Worms 1521" von Julius Schnorr von Carolsfeld. Die jüngsten Besucher können mit Fledermaus Franzi auf Erkundungstour durch das geschichtsträchtige Haus gehen und bis zum 2. Mai sogar selbst an der historischen Handdruckpresse eigene Schriftstücke herstellen.

In der Mark Meißen hatte sich im Hoch- und Spätmittelalter eine Sprache herausgebildet, welche die entscheidenden Voraussetzungen für die neuhochdeutsche Sprache schuf – die meißnische Kanzleisprache. Die Entstehung dieser Sprache war durch die Eigenart eines Kolonisationsgebietes bedingt: Während des Landesausbaus von etwa 1150 bis um 1250 waren Siedler aus Schwaben, Oberfranken, Thüringen und Niederlanden eingewandert, so dass in der Mark Meißen ober-, mittel- und niederdeutsche Mundartsprecher zusammenlebten.

Um einander zu verstehen, mussten sich die Mundartunterschiede abschleifen. Im 13./14. Jahrhundert entstand so eine Ausgleichsmundart. Die Spätmittelalterlichen Kanzleien, die sich in schriftlicher Form allgemein verständlich ausdrücken sollten, nutzten diese neue Volkssprache als Basis. Dabei wurde besonders in der wettinischen Kanzlei das Latein nach und nach zurückgedrängt und die Volkssprache zu einer einheitlichen Kanzleisprache gestaltet. Durch die Bibelübersetzung Martin Luthers in dieses „meißnische Deutsch“ wurde diese Schriftsprache im 16. Jahrhundert als Früh-Neuhochdeutsch zur Schriftsprache aller Deutschen. Für die Übersetzung der Bibel verwendete Luther aber auch eigene Sprachschöpfungen wie: „die Hände in Unschuld waschen“ oder „Lästermaul“ u.v.m.

Stadtmuseum Meißen

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